Parnass Kunstmagazin

Editorial - Künstlerschmuck

Da wir uns mit dem Thema Künstlerschmuck in so großem Rahmen noch nie auseinandergesetzt haben, verfasste Hanne Weskott, die auch den Anstoß zu diesem Schwerpunkt gegeben hat, eine kleine Entwicklungsgeschichte. Voll beeindruckt von der Schmuckschau in München, die sie auch heuer wieder besuchte, gibt sie Einblick in die inzwischen florierende Schmuckszene in dieser Stadt.
Mit der Ausbildung der Schmuckkünstler fängt alles an und schon hier scheiden sich die Geister. Padua bietet die klassische Ausbildung an, wobei das Material (Gold) als wertbeständig im Vordergrund steht. München vertritt eine andere Philosophie und stellt die künstlerische Gestaltung und Idee an erste Stelle. Amsterdam liegt irgendwo dazwischen. Österreich spielt in der Ausbildung keine Rolle mehr, seitdem die Metallklasse auf der Angewandten nicht mehr nach besetzt wurde. Dennoch wird im Rahmen von Designausstellungen auch Schmuck präsentiert. Die Galerieszene führen zwei ambitionierte Frauen an: Renate Slavik (Galerie Slavik) und Veronika Schwarzinger (Galerie V&V), beide in Wien. Der Satz: „Ältere Damen sehen viel jünger aus, wenn sie den modernen künstlerischen Schmuck tragen“ ist kein Werbeslogan einer Galerie, sondern stammt von einem Sammler und der muss es ja wissen. Der Sinn des Schmucks liegt im Getragen werden, darüber sind sich Schmucksammler einig. Sei es Dekor oder um auf sich aufmerksam zu machen, um zu irritieren oder gar zu provozieren. Der Fantasie eines Schmuckkünstlers sind keine Grenzen gesetzt. Sie drückt sich einerseits durch das Material aus oder über den Inhalt, die Idee, die hinter dem Schmuckstück steht.
Sie finden in diesem Heft einige Highlights aus Künstlerhand, um auch zu zeigen wie vielfältig sich Kreativität ausdrücken kann. Darüber hinaus haben wir Gespräche mit zwei Sammlerpaaren geführt, die viel Information liefern. Kurzum ein Gebiet, das reizvoll ist, sich damit einmal auseinander zu setzen. Also nur Mut, auch einmal Außergewöhnliches zu tragen.
Übrigens haben wir das Schwerpunktthema „Künstlerschmuck“ benannt, wohl wissend, dass Autorenschmuck der Fachausdruck dafür ist. Das aber auch nur im deutschsprachigen Raum. Nähere Details lesen Sie in diesem Heft.

Viel Lesevergnügen wünscht Ihnen
Charlotte Kreuzmayr

AutorInnen

Mitarbeiter Heft 2/2010: Prof. Peter Back-Vega, Daghild Bartels, Silvia von Bennigsen, Anna Brenken, Seraina Carl, Dr. Petra Eibel, Judith Fischer, Dr. Herbert Giese, Mag.a Daniela Gregori, Dr. Brigitte Huck, Dr. Marianne Hussl-Hörmann, Dr. Johannes Jetschgo, Birgit Kilp. Mag.a Elisabeth Krimbacher, Dr. Brigitte Kuhn-Forte, Mag.a Susanne Längle, Franziska Lehner, Dr. Claudia Lehner-Jobst, Mag.a Clarissa Meyer-Heinisch, Walter Moser, Mag.a Sylvia Mraz, Dr. Maria Rennhofer, Nikolaus Schauerhuber, Dr. Wolfgang Schaufler, Dr. Edith Schlocker, Dr. Johanna Schwanberg, Nina Schedlmayer, Dr. René Spitz, Mag.a Karla Starecek, Mag. Christian Teissl, Gudrun Weinzierl, Dr. Hanne Weskott, Franz Zoglauer.


Gefördert mit Mitteln des Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur

Heft 2/2010

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