Albertina

Sammlung Rafael Jablonka

Rafael Jablonka hat der Albertina seine Sammlung zur amerikanischen und deutschen Kunst der 1980er-Jahre 2019 als Dauerleihgabe übertragen. Sie besteht aus 400 Werken namhafter Künstler von Nobuyoshi Araki, Richard Avedon, Francesco Clemente, Eric Fischl, Damien Hirst, Mike Kelley, Andreas Slominski bis zu Philip Taaffe. Ein großer Teil davon ist unter dem Titel „My Generation“ bereits diesen Herbst in der Albertina zu sehen.


1988 gründete der in Polen geborene Rafael Jablonka eine Galerie in Köln, die von 2006 bis 2010 auch eine Berliner Dependance betrieb. Mit der „Böhm Chapel“ in Hürth, in der Nähe von Köln, erfüllte er sich, wie er sagte, ein „Herzensprojekt“: 2010 erwarb er die säkularisierte, unter Denkmalschutz stehende St. Ursula Kirche und restaurierte den markanten, von Gottfried Böhm errichteten Rundbau, der im Herbst 2010 mit einer Ausstellung von Terry Winters eröffnete. 2011 realisierte Jablonka im Tiroler Mösern Thomas Schüttes Architekturskulptur „Ferienhaus T“. 2018 setzte sich Jablonka als Galerist zur Ruhe und übergab sein umfangreiches Galeriearchiv dem Zentralarchiv für deutsche und internationale Kunstmarktforschung in Köln. Parnass bat den Sammler zum Gespräch.

ANDREAS SLOMINSKI | Ohne Titel (Fahrrad), Fahrrad, Plastiksäcke | ALBERTINA, Wien – The JABLONKA Collection © by the artist

PARNASS: Sie studierten Bauwesen in Krakau und arbeiteten nach Ihrer Übersiedlung nach München auch zunächst als Bauingenieur. Anfang der 1980er-Jahre initiierten Sie Ausstellungen, waren Assistent bei Kasper König und studierten Kunstgeschichte. 1986 waren Sie Gastkurator bei der von Siegfried Gohr konzipierten Ausstellung „Europa/Amerika“, ein Thema, das zum Schwerpunkt Ihrer Galerietätigkeit wurde. Wie kamen Sie zur Kunst?

Rafael Jablonka: Zur Kunst kam ich durch die Musik. Als Kind nahm ich Geigenunterricht, sang im Chor und ging jeden Sonntag mit meiner Mutter in die Philharmonie. Bildende Kunst gab es in der Stadt, in der ich aufwuchs, nicht. In München, wohin ich 1975 auswanderte, lernte ich den Jazzmusiker und Geigenvirtuosen Zbigniew Seifert kennen; er hat mich, einen frischgebackenen Bauingenieur, ermutigt, in die Kunst zu wechseln. Aber es gab auch andere Gründe. Der wichtigste war und ist vielleicht noch heute, um es mit Udo Jürgens zu sagen, „die Suche nach mir selbst“.

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PHILIP TAAFFE | Künstliches Paradies (Tumulus), Mischtechnik auf Leinwand, ALBERTINA, Wien – The JABLONKA Collection © by the artist

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Albertinaplatz 1, 1010 Wien
Österreich

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