SHOW OFF. Austrian Fashion Design Design made in Austria. im MAK

Paris, London... Wien? Das MAK zeigt die österreichische Fashion Szene

Peter Pilotto, FW 16, Look 04 © Dan Lecca

Seit Mitte Februar lädt das MAK mit der Ausstellung „Show Off“ ein, sich auf multiplen Ebenen mit der Geschichte des österreichischen Modedesigns auseinanderzusetzen.


In den 1980er-Jahren entwickelte sich eine subkulturelle Szene in den Bereichen Tanz, Musik, Mode und Design. New Wave, Punk, die Neue Deutsche Welle, Gruppen wie Minisex und Blümchen Blau, Falco, Hansi Lang oder Tom Pettings Herzattacken formten den Sound einer Alternativkultur, die mit der „Arenabesetzung“ 1976 ihren Anfang genommen hatte.

Cover: Jan van Eyck, Verkündigung des Herrn, ca. 1434-1436 (Detail), Öl auf Holz auf Leinwand übertragen, 92,7 x 36,7 cm | Andrew W. Mellon Collection, National Gallery of Art Washington, D.C.

Der Zeitgeist fand seine Entsprechung in den neu gegründeten Medien wie „WIENER“ und „Der Falter“. Sie wurden zum Sprachrohr der jungen Generation und der Avantgardekultur. Diese traf sich in der boomenden Lokalszene, deren Typus von Architekten wie Coop Himmelblau (Reiss-Bar, 1977, Krah-Krah, 1980), oder Hermann Czech (Kleines Café, Wunder-Bar oder Salzamt) neu geprägt wurde.

Das U4 wurde zur Anlaufstelle der Underground-Szene, in der nicht nur legendäre Musiker auftraten, sondern auch die Modeszene vertreten war. Peter Weibel attestierte Wien in dem Buch „Idealzone Wien“, das 1998 im Falter Verlag erschien, in der Zeit der „schnellen Jahre 1978 bis 1985“ einen Aufschwung in Richtung Urbanität: „Die Stadt begann aufzuleben.

Erstmals entstand eine Wiener Szene, die über drei Kaffeehäuser hinausging“, so Weibel. Diese soziokulturellen Rahmenbedingungen sind Teil der Ausstellung. Erste Ausgaben des Magazins „WIENER“ sind ebenso vertreten wie die Magazine „ahead“, „Flair“, „Diva“ oder „Indie“.

Kuratiert wurde die Ausstellung von Ulrike Tschabitzer-Handler gemeinsam mit Andreas Bergbaur, mit Brigitte Winkler als wissenschaftlicher Beraterin. Sie gestalteten den Parcours durch 40 Jahre Designgeschichte als Fashion-Zeitreise von der österreichischen Modeavantgarde der 1980er-Jahre bis heute.

Andreas Kronthaler for Vivienne Westwood, Advertising Campaign, FW 18/19 © Juergen Teller

Andreas Kronthaler for Vivienne Westwood, Advertising Campaign, FW 18/19 © Juergen Teller

Der Architekt Gregor Eichinger entwickelte dafür ein gelungenes Raum-Setting, das die Besucher mittels diverser multimedialer Displays und Erzählstränge durch die Ausstellung führt, wie die Videoinstallation „talking heads“, die mehr als 20 Persönlichkeiten aus der Szene in Interviews zu Wort kommen lässt.

Naturgemäß ist auch die Modeausbildung an der Universität für angewandte Kunst ein wichtiges Thema, deren 40-jährige Geschichte von der Künstlergruppe Lumine multimedial in Szene gesetzt wird.

 

Mit dem Schritt, mit Karl Lagerfeld den ersten international gefeierten Designer an die Angewandte zu holen, löste der damalige Rektor Oswald Oberhuber in den 1980er-Jahren einen radikalen Innovationsschub aus. Es folgten weitere international bekannte Stars wie Jil Sander, Jean-Charles de Castelbajac, Vivienne Westwood, Helmut Lang, Raf Simons oder Lucy & Luke Meier.

Gleichsam als Entrée zur zentralen Ausstellungshalle führt der Rundgang zu den revolutionären Entwürfen Rudi Gernreichs, einem amerikanischen Designer österreichischer Abstammung. 1922 in Wien geboren,...


Den vollständigen Artikel und das Interview mit MAK Direktor Christoph Thun-Hohenstein lesen Sie im PARNASS 1/2020.

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