Stirling-Bau | Foto: Staatsgalerie Stuttgart

 

Stuttgart steht mit Karlsruhe, Ulm, Baden-Baden und Mannheim im Fokus unseres Kunst- und Kulturraums Baden-Württemberg im aktuellen Heft 02/2019. Entdecken Sie ausgewählte Highlights der deutschen Kunstmetropole.


Kunstmuseum Stuttgart

Mit dem weithin sichtbaren Glaskubus und den beiden Ausstellungsebenen, die in ein stillgelegtes Tunnelsystem eingepasst wurden, verfügt das Kunstmuseum Stuttgart über eine großzügige Ausstellungsfläche. Neben zwei bis drei großen Sonderausstellungen pro Jahr werden hier die Höhepunkte der städtischen Kunstsammlung präsentiert. Auf zwei Etagen sind die Höhepunkte der städtischen Sammlung untergebracht. Den Grundstock dazu legte 1924 Graf Silvio della Valle di Casanova mit der Schenkung seiner Privatsammlung Schwäbischer Impressionisten. Nach 1945 wurden Werke von Adolf Hölzel und Otto Dix zu zentralen Schwerpunkten der Sammlung, darunter das bekannte „Großstadt-Triptychon“ von Dix. Darüber hinaus zeigt das Kunstmuseum Ausstellungen aktueller internationaler und regionaler Gegenwartskunst. 

www.kunstmuseum-stuttgart.de

Foto: Gonzalez © Kunstmuseum Stuttgart

Foto: Gonzalez © Kunstmuseum Stuttgart


Staatsgalerie Stuttgart

Die Staatsgalerie Stuttgart, gegründet im 19. Jahrhundert, beherbergt einen reichen Bestand an Meisterwerken vom 14. Jahrhundert bis in die Gegenwart, die auf 12.000 Quadratmetern – verteilt auf den Altbau von 1843, den berühmten postmodernen Stirling-Bau und die 2002 errichteten Steib-Hallen – präsentiert werden. Zu den bedeutenden Beständen zählen Werke der Grafischen Sammlung, altschwäbische Tafelmalerei oder die niederländische Schule mit Arbeiten wie der herausragenden Eichenholztafel „Bathseba im Bade“ von Hans Memling, entstanden um 1485. Zweifellos bildet die Klassische Moderne den Sammlungsschwerpunkt des Museums – besondere Highlights sind Oskar Schlemmers „Figurinen zum Triadischen Ballett“ aus den frühen 1920er-Jahren oder Picassos Bild die „Kauernde“ von 1902.

www.staatsgalerie.de

Stirling-Bau | Foto: Staatsgalerie Stuttgart

Stirling-Bau | Foto: Staatsgalerie Stuttgart

Cover PARNASS 03/2019 | Richard Gerstl, Selbstbildnis als Halbakt, 1902/04, Öl auf Leinwand, 159 x 109 cm | Foto: Leopold Museum, Wien/Manfred Thumberger (Detail)

Württembergischer Kunstverein Stuttgart

Der 1827 gegründete Württembergische Kunstverein befindet sich im Zentrum der Stadt, am Schlosspark in unmittelbarer Nähe zum Kunstmuseum Stuttgart. Mit rund 3.000 Mitgliedern und einer großzügigen Ausstellungs- und Veranstaltungsfläche ist er einer der größten Kunstvereine Deutschlands. Seit den 1960er-Jahren betreibt der Kunstverein darüber hinaus ein Atelierhaus, das 19 Künstlern einen günstigen Arbeitsraum bietet. Der Kunstverein versteht sich als Ort einer offenen, auch kontroversen Auseinandersetzung mit den vielfältigen Methoden und Praktiken der zeitgenössischen Kunst und ihren weitreichenden gesellschaftspolitischen Bezugsfeldern.

www.wkv-stuttgart.de

 

50 Jahre nach 50 Jahre Bauhaus 1968", 05.05. - 23.09.2018, Foto: Florian Model

50 Jahre nach 50 Jahre Bauhaus 1968", 05.05. - 23.09.2018, Foto: Florian Model


Kunstverein Wagenhalle

In Stuttgarts Nordbahnhofviertel befanden sich einst die Wageninstandsetzungshalle und das Areal, in dem die Eisenbahner mit ihren Familien wohnten. Im Zuge von Stuttgart 21 wurden die riesigen Hallen, die bis 2003 im Besitz der Deutschen Bahn waren, von der Stadt Stuttgart gekauft. Die dazugehörigen Flächen waren für ein zukünftiges Wohngebiet im Rahmen von S21 vorgesehen. Seit 2004 haben sich in der ehemaligen Wageninstandsetzungshalle Künstler Ateliers eingerichtet und diese damit vor dem Abriss bewahrt. Zusammengeschlossen zum Kunstverein Wagenhalle e.V., haben sich seitdem Kreative und Kulturschaffende einen Freiraum aufgebaut, der zu einem international beachteten Transformator wurde und die Rolle künstlerischer Strategien für die Stadtentwicklung aufzeigt.

www.kunstverein-wagenhalle.de

Container City © Kunstverein Wagenhalle

Container City © Kunstverein Wagenhalle



STUTTGARTS ALTERNATIVE KUNSTSZENE

Der erste Artist-Run Space wurde bereits 1977 durch den Stuttgarter Künstler Platino eröffnet, ebenso zählt Oberwelt e.V. zu den ältesten Adressen der von Künstlern selbstorganisierten Kunstszene. Neben renommierten Kunstinstitutionen und Ausbildungsstätten wie der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste oder der Merz Akademie prägt eine Vielzahl von Künstlerinitiativen, Galerien und Projekträumen die zeitgenössische Kunstszene Stuttgarts. Der seit vielen Jahren aktive Kunstverein Gästezimmer e.V., die Galerie AK2 in einer ehemaligen Bäckerei und die Palermo-Galerie sind nur einige der Off-Spaces in der lebendigen Kunstszene Stuttgarts. Viele davon sind auch temporäre Projekte, die schnell Kultstatus erlangten, wie der interdisziplinäre Projektraum LOTTE (2012–2017) oder das Performance Hotel im Stuttgarter Osten.

www.galerie-ak2.de

AK2 | FMSW: Big Race, 2014 | © bildhübsche fotografie

AK2 | FMSW: Big Race, 2014 | © bildhübsche fotografie


Galerie Abtart

Seit 2003 verleiht die, in einem kunstsinnigen Elternhaus aufgewachsene, Karin Abt-Straubinger ihrer Liebe zur Kunst mit einer eigenen Galerie Ausdruck. Seitdem zeigt die Galerie jedes Jahr mehrere Ausstellungen. Der 2009 fertiggestellte Galerieneubau ist aus dem Stuttgarter Kulturleben nicht mehr wegzudenken. 600 Quadratmeter Ausstellungsfläche und 100 Quadratmeter Skulpturenhof haben durchaus musealen Charakter – und bieten in der Tat viel mehr, als man von einer klassischen Galerie erwarten darf.

www.abtart.com

Der 2009 fertiggestellte Galerieneubau entworfen von NIXDORF CONSULT Architekten+Ingenieure, Stuttgart | Foto: Bernhard J. Lattner

Der 2009 fertiggestellte Galerieneubau entworfen von NIXDORF CONSULT Architekten+Ingenieure, Stuttgart | Foto: Bernhard J. Lattner


Kunsthaus & Galerie Keim

2020 feiern das Kunsthaus und die Galerie KEIM ihre 70 Jahre in der Markstraße Bad Cannstatt/Stuttgart. Sie ist die zweitälteste noch bestehende Galerie in Stuttgart. Bereits 1902 wurde in der Kühlbrunnengasse 6 Kunsthandel betrieben. Im Jahr 1950 wurde die Kunsthandlung KEIM gegründet und in den 70er-Jahren zur Galerie erweitert. 1997 übernahm der seit 40 Jahren tätige Kunsthändler Thomas Niecke die traditionsreiche Kunsthandlung und Galerie KEIM ergänzend zu seinen beiden Kunstkabinetten in Kirchheim/Teck und Esslingen. Von 2004 bis 2014 war die Galerie elfmal in Folge auf der art KARLSRUHE vertreten.

www.galerie-keim.de

Thomas Niecke © Kunsthaus & Galerie Keim

Thomas Niecke © Kunsthaus & Galerie Keim


Städtische Galerie Böblingen

Das Galerieprogramm der Städtischen Galerie Böblingen reflektiert ein breites künstlerisches Panorama an Kunsttendenzen, die sich in der südwestdeutschen Kunstlandschaft seit Anbruch der Moderne abzeichneten und im Verlauf des letzten Jahrhunderts fortentwickelten. Der 1987 verstorbene Jakob Bräckle zählt zu den bekanntesten Malern Baden-Württembergs im 20. Jahrhundert. In der aktuellen Überblicksausstellung, welche in Kooperation mit dem Museum Biberach stattfindet, werden die Schaffensphasen seiner sich über insgesamt 65 Jahre lang ausgeführten Malerei vorgestellt.

www.staedtischegalerie.boeblingen.de

Jakob Bräckle, Heuernte, 1929 | Foto: Nachlass Jakob Bräckle

Jakob Bräckle, Heuernte, 1929 | Foto: Nachlass Jakob Bräckle

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