Baumwollspinnerei Leipzig © Spinnerei / © Nils A. Petersen

Mit Leipzig und Dresden verfügt das Bundesland Sachsen über eine der vielfältigsten Kunstlandschaften Deutschlands, geprägt von Museen, Galerien und zwei renommierte Kunst­akademien. Wir stellen ausgewählte Highlights vor.


LEIPZIG

Die Spinnerei

Die Spinnerei im Leipziger Stadtteil Lindenau war einst die größte Baumwollspinnerei Kontinentaleuropas, eine Fabrikstadt mit Produktionsstätten und Arbeiterwohnungen. Mitte der 1990er-Jahre entdeckten die Künstler die Räume für sich. Den Anfang machten unter anderem Neo Rauch, Hans Aichinger und Rosa Loy. Heute befinden sich über 100 Künstlerateliers auf dem Gelände. Auch Galerien und Kunsträume sind in der Spinnerei heimisch geworden und bilden gemeinsam mit den Künstlern in einer einzigartigen Verbindung von Produktions- und Ausstellungsort einen urbanen Raum für Kunst.

www.spinnerei.de

Baumwollspinnerei Leipzig | Foto: PARNASS

Baumwollspinnerei Leipzig | Foto: PARNASS


Halle 14

Als nicht-kommerzielles Kunstzentrum ist die HALLE 14 Schauplatz, Denkraum und Kommunikationsort für zeitgenössische Kunst. Sie agiert seit 2002 auf dem Gelände der Leipziger Baumwollspinnerei. Ein multifunktionales Besucherzentrum mit Bibliothek bietet Raum zum Informieren, Lesen und Verweilen. Die Ausstellungen präsentieren internationale zeitgenössische Kunst zu unterschiedlichen Themen.

www.halle14.org

Baumwollspinnerei Leipzig © Spinnerei / © Nils A. Petersen

Baumwollspinnerei Leipzig © Spinnerei / © Nils A. Petersen

Cover PARNASS 03/2019 | Richard Gerstl, Selbstbildnis als Halbakt, 1902/04, Öl auf Leinwand, 159 x 109 cm | Foto: Leopold Museum, Wien/Manfred Thumberger (Detail)

Galerien in der Spinnerei

Als Zentrum der Kunstproduktion wurden auch die Leipziger Galeristen auf die Spinnerei aufmerksam und eröffneten 2005 ihre neuen Ausstellungsflächen. Mittlerweile sind 13 Galerien in der Spinnerei heimisch geworden. Besonders sehenswert: die Galerie EIGEN + ART, Galerie Jochen Hempel, Galerie Tobias Nähring, ASPN und Laden für Nichs.

www.spinnerei.de/galerien

Wilhelm Klotzek, ‘Der Pudding der Apokalypse’, Galerie Tobias Naehring, 2019, Ausstellungsansicht | Courtesy Galerie Tobias Nähring

Wilhelm Klotzek, ‘Der Pudding der Apokalypse’, Galerie Tobias Naehring, 2019, Ausstellungsansicht | Courtesy Galerie Tobias Nähring


Museum der bildenden Künste Leipzig

Mit über 4.600 Gemälden, 1.800 Plastiken, Skulpturen, Medaillen und Plaketten, über 5.000 Fotografien sowie über 70.000 Arbeiten auf Papier gehört das MdbK zu den umfangreichsten Kunstsammlungen in Deutschland. 500 Jahre Kunstgeschichte in einem Haus laden ein zu Begegnungen mit Alten Meistern wie Frans Hals und Lucas Cranach d. J., den Romantikern Caspar David Friedrich und Andreas Achenbach und den Leipziger Künstlern Max Beckmann und Max Klinger – wie überhaupt Leipziger Kunst und Kunst der DDR das MdbK prägen.

www.mdbk.de

Sammlungsansicht Beethoven und Blaue Stunde | Foto: PUNCTUM/ Alexander Schmidt

Sammlungsansicht Beethoven und Blaue Stunde | Foto: PUNCTUM/ Alexander Schmidt


Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig

Die Stiftung Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig ist ein Ausstellungshaus für zeitgenössische Kunst und ein Museum für Kunst nach 1945. Die GfZK fördert und vermittelt internationale und nationale künstlerische Positionen in eigenen und in öffentlichen Räumen, initiiert und realisiert Kooperations- und Forschungsprojekte. Die Sammlung verknüpft in ihrem Bestand das Interesse an einer selbstverständlichen Integration verschiedener künstlerischen Ausdrucksformen, Positionen und Generationen.

www.gfzk.de

Clemens von Wedemeyer, Mehrheiten, 2019, GfZK, Foto: Alexandra Ivanciu | Courtesy KOW, Berlin and Galerie Jocelyn Wolff, Paris

Clemens von Wedemeyer, Mehrheiten, 2019, GfZK, Foto: Alexandra Ivanciu | Courtesy KOW, Berlin and Galerie Jocelyn Wolff, Paris


DRESDEN

Staatliche Kunstammlungen Dresden

Der Verbund umfasst 15 Museen, die zu den bedeutendsten der Welt zählen. Zusammen mit vier Institutionen repräsentiert er eine thematische Vielfalt, die in ihrer Art international einzigartig ist. Im Albertinum sind die Meisterwerke aus dem Bestand der Galerie Neue Meister und der Skulpturensammlung ab 1800 aus Romantik, Impressionismus, Expressionismus, Neuer Sachlichkeit und Gegenwart in einem Rundgang zu erleben. In der Gemäldegalerie Alte Meister ist fast jedes Werk ein Meisterwerk: „Das Schokoladenmädchen“ von Jean-Étienne Liotard, die „Schlummernde Venus“ von Giorgione und Tizian, Johannes Vermeers „Bei der Kupplerin“ oder die „Sixtinische Madonna“ von Raffael können Sie hier sehen.

www.skd.museum

Blick in die Interimsausstellung der Gemäldegalerie Alte Meister im Ostflügel des Semperbaus, Raum 14, Altäre (Detail) © Staatliche Kunstsammlungen Desden, Foto: Hans Christian Krass

Blick in die Interimsausstellung der Gemäldegalerie Alte Meister im Ostflügel des Semperbaus, Raum 14, Altäre (Detail) © Staatliche Kunstsammlungen Desden, Foto: Hans Christian Krass


Paraderäume des Dresdner Schlosses

Mit der Eröffnung der Paraderäume am 28. September 2019 wurde ein glanzvoller Höhepunkt in der Wiederaufbaugeschichte des Dresdner Residenzschlosses nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg gesetzt. Die Räume im zweiten Obergeschoß des Westflügels sind Bestandteil der großen Enfilade, die anlässlich der Hochzeit des Kronprinzen Friedrich August mit der österreichischen Erzherzogin und Tochter des Kaisers Joseph I., Maria Josepha, im Jahre 1719 von August dem Starken eingerichtet wurde.

www.skd.museum/ausstellungen/paraderaeume

Das Paradeschlafzimmer | Visualisierung | © mic-viS.de, Studio für Visualisierung Berlin/SIB D1

Das Paradeschlafzimmer | Visualisierung | © mic-viS.de, Studio für Visualisierung Berlin/SIB D1


Galerie Gebr. Lehmann

Die Galerie wurde von den Brüdern Ralf und Frank Lehman Anfang der 1990er-Jahre gegründet und war für acht Jahre bis 2016 mit einer Dependance in Berlin auch in außerhalb Leipzigs präsent. 2017 folgte ein Standortwechsel zu den aktuellen Räumlichkeiten am Neustädter Markt. Vom 22. November bis 17. Januar 2020 zeigt die Galerie neue Arbeiten von Olag Holzapfel.

www.galerie-gebr-lehmann.de

Olaf Holzapfel, Hinter dem Rücken, 2018, Stroh, Pigment auf Holz, 68,5 x 68,5 cm

Olaf Holzapfel, Hinter dem Rücken, 2018, Stroh, Pigment auf Holz, 68,5 x 68,5 cm


Schmidt Kunstauktionen Dresden

Das Auktionshaus ist spezialisiert auf Arbeiten der Dresdner Malschule des 18. bis 21. Jahrhunderts, Sächsisches Kunsthandwerk, Modernes Design und Glas. Einen besonders spektakulären Erfolg erzielte ein Aquarell des schwedischen Künstlers Gösta Adrian-Nilsson in der letzten Auktion 61 am 21. September 2019. Mit einem Zuschlag von 120.000 Euro konnte das Haus wiederholt einen internationalen Auktionsrekord für Arbeiten auf Papier des Künstlers erzielen.

www.schmidt-auktionen.de

Gösta Adrian-Nilsson, "Telefonturm" (Alter Telefonturm in Klarakvarteren, Stockholm). 1917 | Aquarell, zum Teil mit Bleistiftunterzeichnungen, auf chamoisfarbener Malpappe. Zuschlag: € 120.000

Gösta Adrian-Nilsson, "Telefonturm" (Alter Telefonturm in Klarakvarteren, Stockholm). 1917 | Aquarell, zum Teil mit Bleistiftunterzeichnungen, auf chamoisfarbener Malpappe. Zuschlag: € 120.000


Städtische Galerie Dresden

Die Städtische Galerie Dresden ist das Kunst­museum der Landes­hauptstadt. Wenige Minuten von der Brühl­schen Terrasse entfernt, befinden sich die Ausstellungs­räume im historischen Landhaus. Mit einer ständigen Ausstellung und regelmäßig wechselnden Präsentationen verpflichtet sich die Städtische Galerie seit ihrer Eröffnung 2005 der reichen Kunst­produktion in Dresden und der Region vom 20. Jahr­hundert bis in die Gegenwart. Bis 12. Januar 2020 ist noch die Ausstellung „Das Ende der Eindeutigkeit. Malerei aus der X. Kunstausstellung der DDR“ zu sehen.

www.galerie-dresden.de

 Uwe Pfeifer: Auf dem Wege, 1987, Öl auf Hartfaserplatte, 100 x 140 cm, Privatbesitz: Foto: Galerie der Berliner Graphikpresse, © VG Bild Kunst, Bonn 2019

Uwe Pfeifer, Auf dem Wege, 1987, Öl auf Hartfaserplatte, 100 x 140 cm, Privatbesitz | Foto: Galerie der Berliner Graphikpresse, © VG Bild Kunst, Bonn 2019


Mehr über die Institutionen, ein Interview mit Neo Rauch und viele weitere Hintergrundinformationen lesen Sie in unserem aktuellen PARNASS 03/2019.

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