Albrecht Dürer – Meisterlicher Star und Selbstvermarkter der deutschen Renaissance

Albrecht Dürer, Der Flügel einer Blauracke, um 1500, Aquarell und Deckfarben, mit Deckweiß gehöht © Albertina, Wien

Er war der wohl modernste und innovativste Künstler um 1500 jenseits der Alpen: Albrecht Dürer. Mit knapp 140 Arbeiten besitzt die Albertina Wien einen großen und bedeutenden Schatz an Zeichnungen und Druckgrafiken des Meisters. Ideale Voraussetzungen, um nach 16 Jahren mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen wieder eine umfangreiche Schau zu präsentieren.

PARNASS ARTLIFE Führung:

Auf Grund der hohen Nachfrage gibt es eine weitere Führung durch die Ausstellung Albrecht Dürer in der Albertina am 27. November um 18 Uhr.

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Das Blatt mit dem berühmten Feldhasen, 1502 mit Pinsel gezeichnet, wurde in den letzten knapp 150 Jahren erst zehnmal öffentlich gezeigt, das erste Mal auf der Weltausstellung 1873 im Österreichischen Museum für Kunst und Industrie, dem heutigen MAK. Nach Wien kam das detailliert gestaltete Tier mit einem großen Konvolut an erstklassigen Zeichnungen Dürers 1631, als die Sammlung Kaiser Rudolfs II. von Kaiser Ferdinand II. von Prag nach Wien verlegt wurde. Über einen (für Albert von Sachsen-Teschen sehr glücklichen) Tausch mit der kaiserlichen Hofbibliothek gelangte das Aquarell 1796 zusammen mit den Werken "Betende Hände", "Das große Rasenstück" und "Der Blaurackenflügel" in die Sammlung Albertina.

Cover PARNASS 03/2019 | Richard Gerstl, Selbstbildnis als Halbakt, 1902/04, Öl auf Leinwand, 159 x 109 cm | Foto: Leopold Museum, Wien/Manfred Thumberger (Detail)

Die Provenienz des Hasen lässt sich lückenlos bis in die Werkstatt Albrecht Dürers zurückführen, denn dort befand er sich, zusammen mit weiteren meisterlichen Zeichnungen, als der Künstler 1528 starb. Dieses besondere Blatt, rätselhaft ob seines Motivs, eines jungen Feldhasen, der in einem nicht genauer definierten Umfeld ruht, dessen Fell mit feinster Zeichnung und farblicher Schattierung genauestens beobachtet und wiedergegeben wurde, das erste Hasenporträt der Kunstgeschichte, verließ niemals das Atelier seines Schöpfers.

Ob der Maler aus Nürnberg während eines (historisch verbürgten) Hochwassers im Sommer 1502 tatsächlich einen Hasen vor dem Ertrinken gerettet und das Tier in seine Werkstatt mitgenommen hat, kann man nicht belegen. Aber Dürer hat einen...


Den vollständigen Artikel lesen Sie im PARNASS 03/2019.

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Albertina

Albertinaplatz 1, 1010 Wien
Österreich

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