Family Matters im Dom Museum Wien

Wie wichtig war und ist die Familie?

Carl Spitzweg, Der Sonntagsspaziergang, 1841 Salzburg Museum

Ist die Familie ein verstaubtes bürgerliches Auslaufmodell, das Ideal konservativer Gesellschaftspolitik, oder doch ein soziales Erfolgskonzept? Und was bedeutet Familie heute? Das Dom Museum Wien widmet sich dem Thema Familie, das einem radikalen Wandel unterworfen ist.


Anhand von künstlerischen Arbeiten vom Mittelalter bis zur Gegenwart wird der Wandel der Familie in der Ausstellung dargestellt. Dabei eröffnet sich ein Rundgang durch die Jahrhunderte – von der mittelalterlichen Heiligen Familie aus dem Umfeld des Meisters des Wiener Schottenaltars über die Darstellung der Familie des Erzherzogs Leopold aus dem 18. Jahrhundert bis hin zu den bekannten Bildern des 19. Jahrhunderts, wie etwa Ferdinand Georg Waldmüllers Gemälde der Familie Eltz mit ihren acht Kindern in Bad Ischl.

Cover: Jan van Eyck, Verkündigung des Herrn, ca. 1434-1436 (Detail), Öl auf Holz auf Leinwand übertragen, 92,7 x 36,7 cm | Andrew W. Mellon Collection, National Gallery of Art Washington, D.C.

Doch geht es dem Dom Museum Wien nicht um eine rein kulturhistorische Betrachtung, sondern um die Frage, wie sich unterschiedliche familiäre Realitäten auf das Individuum, aber auch auf die Gesellschaft auswirken. Den Begriff, entlehnt aus dem französischen „famille“, ebenso wie das Konzept Familie gibt es erst seit dem Bürgertum der frühen Neuzeit.


Dom Museum Wien Direktorin Johanna Schwanberg bietet ab sofort eine online Director's Tour" durch die Ausstellung an.

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Doch von der Kleinfamilie, der Ein-Eltern-Familie über Sippenverbände bis zu „gewählten“ Familien zeigt sich durch die Epochen ein buntes Bild von dem, was Familie sein kann. Die Ausstellung illustriert dies mit unterschiedlichsten Medien und zeichnet ein vielschichtiges Bild anhand sorgfältig ausgewählter Werke.

Dass die Familie stets auch ein Ort großer Emotionen ist, ist kein Geheimnis – von komplizierten Beziehungen zwischen Eltern und Kindern, zwischen Partnern bis hin zu großer gegenseitiger Zuneigung. „Die Familie ist der Ort zugelassener Imperfektion“, meint der Soziologe Tilman Allert im Gespräch mit Johanna Schwanberg.

Den Begriff, entlehnt aus dem französischen „famille“, ebenso wie das Konzept Familie gibt es erst seit dem Bürgertum der frühen Neuzeit.

Silvie Aigner, Chefredakteurin PARNASS

Doch streben wir nicht auch ebendort nach Perfektion, nach dem Bild harmonischer Idylle, und scheitern grandios? Dem Dom Museum Wien gelingt es in dieser Ausstellung, genau diese Idylle gar nicht erst zu zeigen, vielmehr wird die Thematik aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet und regt dadurch zum Diskurs an.

Gleich zu Beginn hetzt sich eine Kleinfamilie atemlos durch ein Video von Hans Op de Beeck. Gefolgt von dicht gehängten Meisterwerken, darunter Carl Spitzwegs humorvoll-sozialkritisches Gemälde „Der Sonntagsspaziergang“. Der Wandel des Familienbildes könnte nicht besser dargestellt sein als in der Gegenüberstellung der bürgerlichen Familienbilder mit...


Den vollständigen Artikel lesen Sie im PARNASS 4/2019 !

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