Kunst und Kulturraum Salzburg

Sommerfestival: BAD GASTEIN

Andrea von Goetz – Sammlerin, Kuratorin und Förderin junger Kunst. Kunst ist allgegenwärtig im Leben der Hamburgerin. 2011 gründete sie das Büro VGS Art Development, entwickelt und realisiert Konzepte im Kunst- und Kulturbereich und berät sowohl Privatpersonen als auch Firmen im Ankauf von Positionen zeitgenössischer Kunst. Vor zehn Jahren gründete sie das Kunstfestival sommer.frische.kunst in Bad Gastein und übernahm die künstlerische Leitung.


Bad Gastein, für Insider immer schon ein Geheimtipp auch abseits der Skipisten und dank engagierter Hoteliers auch ein Ort für Designliebhaber, etablierte sich mit dem Festival zum Sommerhotspot der Kunstszene. Das zehnjährige Jubiläum musste von 2020 auf dieses Jahr verschoben werden. Ein Anlass für ein Gespräch mit Andrea von Goetz.

PARNASS: Das Festival sommer.frische.kunst rückte Bad Gastein auch in den Blickpunkt der internationalen Kunstszene. Was hat Sie damals bewogen, gerade hier ein Kunstfestival zu gründen?

ANDREA VON GOETZ: Das Potenzial dieses Ortes hat mich von Anfang an fasziniert. Auch ein bisschen mein Pioniergeist, Dinge ganz neu und anders zu denken. Der große Vorteil von Bad Gastein war und bleibt hoffentlich auch in Zukunft ein Platz der unbegrenzten Möglichkeiten. Ein Team von kreativen Geistern aus Hoteliers, Gästen und vielen Unterstützern haben den Ort aus einem Dornröschenschlaf erweckt und die sommer.frische.kunst hat ihren Teil dazu beigetragen.

P: Bad Gastein hat gerade durch die Architektur der Sommerfrische um 1900 ein besonderes Flair. Viele berühmte Persönlichkeiten waren in Bad Gastein zu Gast. Auf der anderen Seite ist es auch ein Beispiel dafür, wie ein ehemaliger Tourismusort in seiner Substanz verfallen kann. War das Festival in gewissem Sinn auch eine Kehrtwendung? Kann Kunst Berge versetzen? Oder anders gefragt: Macht gerade das Unperfekte den Ort so ideal?

AVG: Mit dem Kunstfestival haben wir es geschafft, den Ort in einem anderen Glanz erscheinen zu lassen. Immer wieder haben alle nur von Leerstand, Verfall und den Spekulanten gesprochen. Und sehr wenige haben versucht, die Perspektive zu ändern. In der Kunst ist das aber ein unumgängliches Instrument und auch ihre Aufgabe, und aus diesem Grund war es ein perfektes Match. Nun sind wir zehn Jahre weiter, fast alle leeren Häuser sind an Investoren verkauft, es entstehen viele neue Hotels, aber es birgt auch die Gefahr eines klassischen Gentrifizierungsprozesses. Ich hoffe sehr, dass alle im Ort erkannt haben, was Kunst bewirken kann und wie wichtig sie für Bad Gastein ist.

Das ganze Interview finden Sie in unserer PARNASS Ausgabe 02/2021!

ANDREA VON GOETZ Foto: Rvon Rehn

SOMMER.FRISCHE.KUNST

22. Juli bis 20. September 2021

ARTBADGASTEIN.COM

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