Jakob Gasteiger im Interview

Jakob Gasteiger | PARNASS ARTLIFE Atelierbesuch 2019 | Foto: Thomas Podobnig

Konsequent verfolgt Jakob Gasteiger (* 1953 Salzburg) ab 7. Juni in der Galerie rauminhalt seine unverkennbaren Kammbilder und lotet dabei in schier endlosen Versuchsreihen Möglichkeiten der Malerei aus. So etwa auch durch die Materialerweiterung mit gegossenem Aluminium, die Gasteiger jedoch nicht als Hinwendung zu einer skulpturalen Formensprache versteht, sondern als eine weitere Dimension der Malerei. Paula Watzl hat mit Jakob Gasteiger über seine neuen Arbeiten in seinem Wiener Atelier gesprochen.


PARNASS: Die kommende Ausstellung ist von ungewöhnlich farbstarken Arbeiten dominiert.

Jakob Gasteiger: Es ist für mich der richtige Zeitpunkt für ein buntes Werk. Üblicherweise beginnt man bunt und überschwänglich und endet grau und dunkel, das mache ich eben umgekehrt.

Cover PARNASS 03/2019 | Richard Gerstl, Selbstbildnis als Halbakt, 1902/04, Öl auf Leinwand, 159 x 109 cm | Foto: Leopold Museum, Wien/Manfred Thumberger (Detail)
P: Die Neonfarben sind neu, doch treffen auch diese Arbeiten den Grenzgang zwischen Malerei, Grafik und Plastik.

JG: Früher ging es mir immer um ein ausgewogenes Bildobjekt im Sinne einer Analyse des Mediums Malerei. Ich habe Material zu Farbe verarbeitet, das üblicherweise in der Skulptur verwendet wird, wie Glas-, Eisen-, oder Aluminiumpulver, und ich habe im Kontext der analytischen Malerei untersucht, was Malerei sein kann. Was bedeutet Farbe und was Material als Farbe? Diese Überlegungen sind in mein Werk integriert und sind vorläufig abgeschlossen. Ich wollte Veränderung und so entdeckte ich für mich die Neonfarben. Obwohl die neuen Arbeiten eindeutig von mir sind, sind sie anders. Es sind jetzt Bilder, die sich hauptsächlich über Farbe oder Buntheit mitteilen. Ich verwende artifizielle chemische Produkte, die in dieser Intensität in der Natur nicht vorkommen. Es sind meist monochrome Bilder mit horizontalen oder vertikalen Linien, und sie reagieren sehr aggressiv auf Licht.

P: Wie oft in ihrem Werk kann man Zeit als eine Komponente der Arbeiten lesen?

JG: Der Prozess ist immer leicht ablesbar. Es sind drei Schritte: eine Malerei als Grund, der Auftrag einer zweiten Farbe und das Strukturieren mit dem Kamm.

P: Ist Malerei für Sie der Prozess an sich oder die Manifestation des Prozesses im Endprodukt?

JG: Beides. Die Bilder erzählen keine Geschichte, die Aufgabestellung ist eine andere. Es geht um den Prozess, die Malerei, die Farbe, all die Komponenten, die ein Bildobjekt ausmachen, und sie sind gleichzeitig der Inhalt.


Das vollständige Interview lesen Sie in unserem PARNASS 1/2019!

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rauminhalt_harald bichler

Schleifmühlgasse 13, 1040 Wien
Österreich

Jakob Gasteiger

7. Juni bis 18. Juli 2019

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