Salzburgs Galerieszene wächst

Galeristin Sophia Vonier | Courtesy Galerie Sophia Vonier | Foto: Enzio von Salis

Sophia Vonier ist in der Salzburger Kunstszene längst keine Unbekannte. Zuletzt etwa war sie an der Seite von Ulrike Dirmayer für die Neupositionierung der Galerie Weihergut mitverantwortlich. Nun macht sie ihren eigenen Namen zur Marke und eröffnet im April inmitten der Salzburger Altstadt eine Galerie mit konkretem Profil: Display für aktuelles Kunstgeschehen und Portal für die nächste Sammlergeneration.


PARNASS: Du meinst es ist der richtige Zeitpunkt Salzburg ein bisschen aufzumischen, welche Stimmung beobachtest du in der Stadt?

Sophia Vonier: Der Zeitpunkt ist ideal. Salzburg hat eine sehr traditionsbewusste Galerienszene, die stark durch die Besucher und Besucherinnen der Festspiele geprägt ist. Im Grunde gibt es da auch ein jüngeres, interessiertes Kunstpublikum, aber zu wenig Möglichkeiten für den Austausch mit jungen, aufstrebenden Künstlern und Künstlerinnen.

Und welche Position möchtest du hier einnehmen? Gilt es eine Lücke zu füllen oder sich einzugliedern?

Ich vertrete mit meiner Galerie das ganz klassische – und für mich immer noch gültige – Konzept, den Künstlern einen Rahmen zu bieten, ihre Werke bestmöglich zu präsentieren und sichtbar zu machen. Gleichzeitig schaffe ich einen offenen Raum, der jungen Künstlern und Kuratoren eine Experimentierfläche bietet. Das Programm ist als Ergänzung zur bestehenden Kunstszene zu verstehen. In einer kleinen Stadt wie Salzburg, ist es enorm wichtig, dass die Galerien nicht miteinander in Konkurrenz treten, sondern Synergien für sich nützen. Damit stoße ich bei den Kollegen auf offene Ohren.

Du eröffnest mit einer Gruppenausstellung Salzburger Künstler und Künstlerinnen inwieweit ist das programmatisch für das was du weiter vor hast?

Es geht mir darum, die lokale Kunstszene an einem prominenten Platz zu repräsentieren und sie in Ausstellungen mit internationalen Positionen einzubinden. In der ersten Ausstellung mit dem Titel „lebt und arbeitet in Salzburg“ zeige ich wie vielseitig Künstler vor Ort arbeiten, unter anderem mit Malerei von Johanna Binder, Objekten von Isabell Rauchenbichler, Schmuckkunst und Zeichnungen von Martina Mühlfellner und Möbelkunst von Friedrich Rücker.

Künstlerinnen möchtest du bewusst in den Vordergrund stellen. Damit triffst du einen aktuellen Trend.

Dass Künstlerinnen sowohl in kommerziellen Räumen als auch in Institutionen unterrepräsentiert sind ist eine Tatsache. Es ist mein ideeller Auftrag, ein ausgewogenes Ausstellungsprogramm und verstärkt weibliche Positionen zu zeigen. Vorrangig geht es aber immer um Qualität, fernab von Geschlecht, Herkunft oder Sexualität. Ein Trend ist kurzlebig, hier geht es jedoch um eine persönliche Entscheidung.

Außerdem ist dein Programm, wie du, sehr jung.

Ich möchte den Galerieraum öffnen – keine Schwellenangst aufkommen lassen. Ein gutes Programm zu zeigen, ist keine Frage des Alters.

Galeristin Sophia Vonier | Courtesy Galerie Sophia Vonier | Foto: Enzio von Salis

Galeristin Sophia Vonier | Courtesy Galerie Sophia Vonier | Foto: Enzio von Salis

Du überrascht mit einem niederschwelligen Preissegment ab 300 Euro, auch Editionen sind angedacht. Wo positionierst du dich am Markt?

Kunst soll leistbar sein und das nicht nur für eine kleine Sammlerschicht, sondern für jeden und jede der und die sie sich leisten will. Gute Kunst muss nicht zwangsläufig sehr teuer sein. Ich will zeigen, dass gute Kunst leistbar sein kann, ohne Exklusivität einzubüßen.

Was macht den gewählten Raum und die Lage aus?

Als Junggaleristin brauche ich einen Raum der gesehen wird. Mich in die Peripherie zurückzuziehen ist keine Option. Der Standort liegt mitten in der Altstadt, zwei Galerien sind in meiner unmittelbaren Nachbarschaft. Auch die Nähe zum Festspielhaus und zum Museum der Moderne Salzburg sind natürlich von Vorteil. Der Raum hat ein historisches Gewölbe, das eine angenehme Atmosphäre und Lichtsituation schafft, aber auch im Kontrast zu radikal minimalistischen Präsentationen stehen wird. Mir gefällt diese Verbindung von Geschichte und Modernität.

Als Junggaleristin brauche ich einen Raum der gesehen wird. Mich in die Peripherie zurückzuziehen ist keine Option.

Sophia Vonier
Gibt es schon konkrete weitere Pläne für den Sommer und Herbst?

Konkret sind bis September 2019 drei weitere Ausstellungen geplant. Den Zeitgeist des Internets in den realen Raum zu holen wird mit der Ausstellung von FLOWSOFLY gelingen. Während des Sommers werde ich in zwei Malerei-Ausstellungen meine persönlichen nationalen und internationalen Favoriten zeigen.

Wie stehst du zum Thema Kunstmessen?

Kunstmessen sind für Galerien enorm wichtig, um neue Sammler kennenzulernen, ihren Bekanntheitsgrad zu erhöhen und natürlich um zu verkaufen. Die damit verbundenen Kosten werden allerdings immer wieder unterschätzt. Renommierte Messen nehmen Galerien nicht ohne Grund erst nach drei- beziehungsweise fünfjähriger Ausstellungstätigkeit auf. Ich werde mich vorerst auf die Etablierung meines Standortes fokussieren.

Galerie Sophia Vonier

Wiener-Philharmoniker-Gasse 3, 5020 Salzburg
Österreich

Grand Opening: 13. April 2019, 16 Uhr

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