Eine Ausstellung an vier Standorten der Galerie Crone

Wien – Berlin: Ganz anders gleich

Die Galerie Crone präsentiert eine Überblicksausstellung zur Kunst aus Deutschland und Österreich auf knapp 1.000 Quadratmetern an vier Ausstellungsorten in Wien und Berlin. Kuratiert wird die Ausstellung von Sebastian C. Strenger, Leiter des Europäischen Kunstvereins, Autor und Ausstellungskurator. Mit ihm konnten wir exklusiv einen Blick in diese ambitionierte Ausstellung werfen.


PARNASS: Worum geht es in der aktuellen Ausstellung der Galerie Crone?

SEBASTIAN C. STRENGER: Ganz anders und doch gleich? Wie verwoben ist die Kunst beider Länder? Im Europa kultureller Vielfalt widmet sich die Ausstellung mit mehr als 50 deutsch-österreichischen Positionen an allen vier Standorten der Galerie Crone in Berlin und Wien dieser zentralen Frage. 

P: Eine Basis für dieses Thema liefert auch eine kunsthistorische Betrachtung, die Sie im Katalogbuch zur Ausstellung skizzieren, wie etwa die Gründung der Secessionen in Berlin und Wien. Wann würden Sie den Beginn eines Zusammenspiels der Kunst und Kultur dieser beiden Länder ansetzen?

SCS: Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an. Und so zog es große deutsche Kunsthändler wie Literatur- und Musik-Agenten bereits Anfang des 20. Jahrhunderts immer wieder in die Donaustadt, um sich inspirieren zu lassen und mit Verträgen neue Kulturware für das primär Münchner und Berliner Publikum zu sichern. 1911 verhalf etwa der Münchener Kunsthändler Hans Goltz Egon Schiele zum Erfolg, ermöglichte ihm im gleichen Jahr auch die Aufnahme in die Künstlervereinigung „Sema" und stellte ihn 1912 mit den Expressionisten des „Blauen Reiter" aus. Deutsche Sammler wie der Bankierssohn Karl Ernst Osthaus ermöglichten ihm später eine Ausstellung im Museum Folkwang. Die sich anschließenden beiden Weltkriege sollten vieles verändern und so versucht die Ausstellung vor allem in den Jahren nach 1945 anzusetzen, um einen Status Quo für die Nachkriegs- und Gegenwartskunst im Beziehungsgeflecht beider Länder herauszuarbeiten.

Das ganze Interview finden Sie im PARNASS 04/2020.

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