Universalkünstler zwischen Gustav Klimt und Josef Hoffmann

Koloman Moser

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KOLOMAN MOSER | Stoffmuster Palmenblatt, 1898, Ausführung: Joh. Backhausen & Söhne | © MAK/Katrin Wißkirchen

Mit einer umfangreichen Personale würdigt das MAK den großen Visionär der Wiener Moderne zu seinem 100. Todestag. Kuratiert wurde die Ausstellung von Christian Witt-Dörring, der zuletzt 2013 eine große Moser-Schau in der Neuen Galerie New York ausgerichtet hat, und Elisabeth Schmuttermeier, Kustodin der MAK-Sammlung Metall und des Wiener-Werk stätte-Archivs. Im Gespräch mit PARNASS skizzieren die beiden das chronologische Konzept der Ausstellung.


Christian Witt-Dörring: Für mich ist es immer interessant, einen Künstler nicht im luftleeren Raum zu präsentieren, sondern als Teil eines Kulturraums, auf dessen Grundlage er aufbauen kann. Deswegen beginnt die Ausstellung mit Beispielen der Künstlergeneration um 1860/70. Der damals erreichte Qualitätsschub wurde unter anderem durch die Kunstgewerbereform dieses Museums erreicht. Ich möchte mit diesem modernistischen kunsthistorischen Blick aufräumen, dass „Wien um 1900“ mit der Vergangenheit brach und aus dem Nichts entstanden ist. Von diesem Kapitel ausgehend behandeln wir Otto Wagners künstlerischen Einfluss auf die Künstler der Secession und seine Rolle als Mosers Mentor, beleuchten Mosers frühe Jahre als Illustrator noch ganz in der visuellen Tradition des 19. Jahrhunderts und setzen mit dem Kapitel Secession fort, wo er sein Talent als Universalkünstler im Sinne der Idee des Gesamtkunstwerks entfalten konnte.

Ich möchte mit diesem modernistischen kunsthistorischen Blick aufräumen, dass „Wien um 1900“ mit der Vergangenheit brach und aus dem Nichts entstanden ist.

Christian Witt-Dörring

Elisabeth Schmuttermeier: In dem Zusammenhang ist ein wichtiger Aspekt die Ornamentfindung, die ja der ganzen Bewegung ihre Identität verlieh. Schließlich folgt der Themenbereich Wiener Werkstätte, wo wir den Übergang vom kurvilinearen Stil zur geometrischen Abstraktion nachzeichnen, zum so genannten Wiener Stil, den Moser und Hoffmann prägten. Den Abschluss bildet die Zeit ab 1907, wo er die Wiener Werkstätte verließ und wieder zur Malerei zurückkehrte.

KOLOMAN MOSER | Anonym, um 1903, Fotografie, 11,3 × 8,3 cm MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst/Gegenwartskunst, Wien

KOLOMAN MOSER | Anonym, um 1903, Fotografie, 11,3 × 8,3 cm MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst/Gegenwartskunst, Wien

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