Die Schenkung Schönemann und andere Bilder

Elisabeth M. Prigge

Elisabeth M. Prigge, Dinge, 1994, © Museum Liaunig

2017, zehn Jahre nach dem Tod der früh verstorbenen Malerin und Grafikerin Elisabeth Maria Prigge (1949–2007) erhielt das Museum Liaunig neben dem Salzburg Museum und dem MUSA in Wien eine umfangreiche Schenkung aus dem Nachlass, die zusammen mit Werken der Künstlerin aus dem Museumsbestand in dieser Ausstellung gezeigt wird.


 

Die als Retrospektive angelegte Schau in den Sonderausstellungsräumen des Museum Liaunig ist bis 26. August zu sehen. Kuratiert wurde sie von Thomas Schönemann und Peter Liaunig. Sie legt den Fokus auf Zeichnungen und Gemälden, der 1949 als Maria Elisabeth Plank in Bischofshofen geborenen Künstlerin. Nach ihren frühen farbintensiven gestischen Bildern eine prägnante, farbreduktive Formensprache. Vor allem das druckgrafische Werk beeindruckte immer wieder, in der sie mittels verschiedener Techniken von Hochdruck über Tiefdruck bis hin zur Lithografie arbeitete – stets fokussiert die vor allem ihr in Schwarz gehaltenen Chiffren, Kürzel und Formen noch intensiver noch farbsatter in den Fokus zu stellen. Lineare Gestik und strenge Strukturen setzte sie in einen gekonnten Dialog und ergänzt das Schwarz zuweilen mit dunkelorangen Farbtönen. Gerade diese Werkgruppe machte in Wien durch eine Ausstellung in der Galerie Hrobsky wieder auf die Künstlerin aufmerksam. Im Museum dominiert hingegen ihre farbintensive gestisch-expressiven Malerei.

Elisabeth M. Prigge, Ausstellungsansicht, © Museum Liaunig

Elisabeth M. Prigge, Ausstellungsansicht, © Museum Liaunig

Das Museum Liaunig freut sich sehr, zum Kreis der Museen zu gehören, die aus dem Nachlass von M. E. Prigge bedacht wurden. Die großzügige Schenkung von Herrn Schönemann gibt uns die Möglichkeit das Œuvre von M. E. Prigge umfangreich zu präsentieren. Gleichzeitig verstehen wir die Schenkung als Auftrag, die Arbeiten für die Nachwelt zu erhalten. In diesem Sinne möchten wir uns bei Herrn Schönemann herzlich bedanken

Herbert Liaunig

 

Elisabeth M. Prigge, Ausstellungsansicht, © Museum Liaunig

Elisabeth M. Prigge, Ausstellungsansicht, © Museum Liaunig

Basis ihrer abstrakten Formensprache war jedoch auch die Wahrnehmung ihres Umfeldes. Vor allem Landschaften in Irland und Island oder auf Fuerteventura, wo sie immer wieder lebte und arbeitete gaben wichtige Impulse. M. E. Prigge reduzierte diese Landschaftseindrücke auf Farbe und Form und schuf bei starker formaler Verknappung spannungsvolle Strukturen. Prigge hat im Laufe ihres künstlerischen Schaffens immer wieder temporäre Installationen in Räumen, in verfallenden Gebäuden und in der freien Natur geschaffen, die bewusst nur für einen bestimmten Zeitraum angelegt waren. Von 1990 bis 1997 war die Künstlerin im Vorstand des Salzburger Kunstvereins tätig und 2003 war sie Dozentin für experimentelle Grafik an der Internationalen Sommerakademie. Im Jahr 2000 erhielt sie den Slavi Soucek-Preis für Grafik des Landes Salzburg, Mit der Ausstellung im Museum Liaunig wird das Werk, der zu Unrecht in Ausstellungen kaum präsenten Künstlerin erneut in den Fokus zu stellen. Dazu erschien ein Katalog mit einem Vorwort von Thomas Schönemann und einem Text von Barbara Wally. 

Museum Liaunig

Neuhaus 41, 9155 Neuhaus
Österreich

bis 26. August 2018

www.museumliaunig.at

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