Art Basel Miami Beach: Niclas Castello

Niclas Castello, Porträt mit Cubes | © by the artist

Von 6. bis 9. Dezember 2018 fand die diejährige Ausgabe der Art Basel Miami Beach statt. Eines der Highlights der Messe war der bereits einmal von PARNASS vorgestellte Künstler Niclas Castello.


Niclas Castello ist ein Grenzüberschreiter. Mühelos wandelt er zwischen Street Art und Hochkultur, zwischen Hollywood, New York, Los Angeles, Berlin und Erfurt. Castello ist ein Instinktkünstler mit fundiertem Wissen und reflektierter Technik, ein Weltenbummler mit internationalen Starfreunden und einem Faible für die schönen Dinge, den es immer wieder zu seinen Wurzeln in Ostdeutschland zieht. Hier im Atelier in Erfurt entstehen auch seine neuesten Werke, die nicht weniger als Grenzen sprengen.

Mit seinen Cube Paintings verbindet Niclas Castello Malerei und Skulptur und überwindet damit eindrucksvoll die Trennung der beiden Kunstgattungen und zwischen Zwei- und Dreidimensionalität. Maler in der Box: Durchbruch in die dritte Dimension Für Furore sorgte Castello zunächst mit seinen Readymades und skulpturalen Arbeote die sich in institutionellen Sammlungen rund um den Globus finden.

Parallel entwickelte Castello sein malerisches Talent in den für ihn typischen Acrylgemälden mit raffiniert-vereinfachten Sujets. Konsequent verbindet Niclas Castello nun in den Cube Paintings seine Lieblingstechniken und schafft zugleich etwas gänzlich Neues. „Mit diesem Konzept“, so der Hamburger Kunsthistoriker Eberhard Stosch, „bringt Castello die Malerei mitten in das Zentrum des Raumes und kombiniert die zweidimensionale Malerei mit der dreidimensionalen Skulptur.“

Ich arbeite mit vollem Körpereinsatz an den Werken, ein Castello wäre allein an der DNA, die ich beim Entstehungsprozess hinterlasse, eindeutig zu identifizieren.

Niclas Castello

Ausgangspunkt der Cube Paintings sind Gemälde im Stil des Neoexpressionismus mit Schrift, Malerei und zeichnerischen Elementen, die aufwendig im Atelier entstehen und sich thematisch auf die wichtigsten Städte und Inspirationen in der künstlerischen Karriere von Castello beziehen. Doch diese Meisterstücke werden im nächsten Arbeitsschritt kontrolliert-gewaltsam vollkommen verändert: Der Künstler zerstört in einem performativen Prozess die Rahmung, bricht Holz und faltet die Leinwand. Seine neue dreidimensionale Gestalt findet das raumgreifende Kunstwerk schließlich in einem Plexiglaskubus, der als formgebendes Element viel mehr ist als nur eine Hülle.

Niclas Castello, Cube >>Silence is loud, is there something missing?<< | © by the artist

Niclas Castello, Cube >>Silence is loud, is there something missing?<< | © by the artist

„Ich arbeite mit vollem Körpereinsatz an den Werken, ein Castello wäre allein an der DNA, die ich beim Entstehungsprozess hinterlasse, eindeutig zu identifizieren“, so der Künstler, der auch an seinem typischen Schuhwerk leicht wiederzuerkennen ist: Im Atelier trägt Castello stets weiße Hotelslipper. Seine Technik hat der Künstler seit der ersten Cube Paintings Ausstellung 2016 perfektioniert, gestaltet sowohl die Vorder- als auch die Rückseite der Leinwand, und lässt seinem Zerstörungsprozess freie Hand und ist zugleich jedes Mal aufs Neue überrascht, welche Veränderung das Kunstwerk durch die Dreidimensionalität erhält.

Den vollständigen Artikel können Sie im PARNASS 4/2018 lesen.

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