Andrea Mantegna, Maria mit schlafenden Kind , um 1455, Leinwand, 48,4 x 32,2 cm © Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie / Jörg P. Anders

Durch seine Hochzeit wurde Andrea Mategna Teil der berühmten venezianischen Künstlerfamilie der Bellinis. Sein Schwager Giovanni wurde sein größter Bewunderer, zitierte ihn und entwickelte sich doch unabhängig von ihm. Das zeigt jetzt die Ausstellung „Mategna und Bellini. Meister der Renaissance“ in der Berliner Gemäldegalerie anhand von 100 Werken.


Die Kunst Andrea Mantegnas und Giovanni Bellinis zu vergleichen, liegt auf der Hand – zumindest nach einem Ausstellungsbesuch in Berlin. Denn Motive, Themen, Bildlösungen sind ähnlich, beziehen sich direkt aufeinander oder wiederholen sogar ein komplettes Bild. Am eindrucksvollsten ist das beim direkten Vergleich von Mantegnas „Darbringung Christi im Tempel“ von 1453 aus dem Besitz der Berliner Gemäldegalerie und Bellinis knapp 20 Jahre später entstandenem Gemälde gleichen Titels, gleicher Figurenanordnung (wenn auch nicht Anzahl) und gleicher intimer Nahsicht aus der Fondazione Querini Stampalia in Venedig.

Allein für dieses (überaus seltene) Zusammenkommen lohnt sich der Ausstellungsbesuch von „Mantegna und Bellini. Meister der Renaissance“ in der Gemäldegalerie am Berliner Kulturforum. Auch Mantegnas „Heiliger Sebastian“ von 1457/59 aus dem Kunsthistorischen Museum ist nach Berlin zu sehen. Dazu gibt es Werk-Gegenüberstellungen, die ebenso eine formale Nähe der beiden Künstler, aber auch deutliche Unterschiede zeigen.

Sehr gut ist das im Nebeneinander von Bellinis „Der tote Christus, von Engeln gestützt“ von 1475 und Mantegnas „Christus als Schmerzensmann“ von (1495–1500) zu erkennen – auch weil die beiden Gemälde von mehreren gezeichneten Variationen des Motivs begleitet werden. Da neben der Berliner Gemäldegalerie und der Londoner National Gallery auch die reichen Schätze italienischer Renaissancekunst des Kupferstichkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin und des British Museum sowie zahlreiche Leihgaben aus der ganzen Welt zusammenkommen, gibt es Vergleichsmöglichkeiten, die wie eine Schule des Sehens wirken.


Den vollständigen Artikel lesen sie in unserem PARNASS 1/2019.

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Staatliche Museen zu Berlin | Gemäldegalerie

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