Friedrich von Amerling: Regine in griechischem Kostüm, 1842

Friedrich von Amerling, Regine in griechischem Kostüm, 1842, Öl auf Leinwand; 124 x 105,5 cm (Detail) | Schätzpreis: 100.000 bis 150.000 Eur

Friedrich von Amerling (1803–1887) gilt als der unbestrittene Meister der österreichischen Porträtmalerei um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Amerling begann sein Studium in der Graveurschule der Wiener Akademie unter Josef Klieber, danach studierte er zwei Jahre in Prag beim Historienmaler Josef Bergler.


Von Einfluss war auch die Porträtmalerei von Thomas Lawrence, den er 1827 in England kennenlernte. Viele Eindrücke sammelte Amerling zeit seines Lebens auf ausgedehnten Studienreisen, die ihn unter anderem nach Italien, Spanien, Griechenland, Palästina und Ägypten führten – Eindrücke, die er in seinen Werken verarbeitete. In Wien machte er sich als Porträtist des österreichischen Hochadels und Großbürgertums bereits früh einen Namen.

 

Sein Bildnis des österreichischen Kaisers Franz I. im Kaiserornat, heute in den Sammlungen des Kunsthistorischen Museums zählt zu den eindrucksvollsten und auch ungewöhnlichen Herrscherporträts dieser Zeit. Seine Porträts geben das Bild einer Gesellschaft in einer singulären Balance zwischen Repräsentationsbedürfnis und häuslicher Privatsphäre wieder. Doch nur ein relativ kleiner Teil von Amerlings Gemälden befindet sich in öffentlichen Sammlungen, ein Großteil ist in Privatbesitz.

In Wien machte er sich als Porträtist des österreichischen Hochadels und Großbürgertums bereits früh einen Namen.

1837 bemühte sich der Künstler vergeblich um eine Professur an der Wiener Akademie und beschloss, ungeachtet seiner bisherigen Erfolge und Ausstellungen im deutschsprachigen Raum Wien zu verlassen. 1840 ging er zunächst nach Florenz und übersiedelte im März samt Familie nach Rom. Auch in Italien wetteiferte man darum, von Amerling porträtiert zu werden, ebenso war sein Atelier Treffpunkt der Kunstszene. Doch sind viele Bilder dieser Zeit verschollen, wie Günther Probszt in seinem Essay zum Werkverzeichnis Friedrich von Amerlings schreibt.

Eines der Bilder, die in dieser Zeit entstanden sind, ist das bezaubernde Porträt von 1842, das am 9. April 2019 im Auktionshaus im Kinsky zur Versteigerung kommt. Ursprünglich im Besitz von König Wilhelm II. von Württemberg, kam es später in eine Wiener Privatsammlung. Die junge Frau wird im Werkverzeichnis von Probszt mit Namen genannt: „Regine in griechischem Kostüm“.

Friedrich von Amerling, Regine in griechischem Kostüm, 1842, Öl auf Leinwand; 124 x 105,5 cm | Schätzpreis: 100.000 bis 150.000 Euro

Friedrich von Amerling, Regine in griechischem Kostüm, 1842, Öl auf Leinwand; 124 x 105,5 cm | Schätzpreis: 100.000 bis 150.000 Euro

 

Ganz der Orientmode entsprechend, schuf Amerling ein Werk, welches Genre und Porträt vereinigt und in der Nachfolge der berühmten „Morgenländerin" (Probszt-Nr. 420) und „Lautenspielerin" (Probszt-Nr. 431) aus dem Jahr 1838 zu sehen ist. Die Dargestellte diente dem Künstler mehrmals als Modell und ihre Züge sind sehr individuell gestaltet. Regine sitzt wie eine Orientalin auf Kissen gestützt, mit überkreuzten Beinen, auf einem farbenprächtigen Teppich.


Den vollständigen Artikel lesen Sie in unserem PARNASS 1/2019.

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Auktionshaus im Kinsky

Palais im Kinsky
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1010 Wien
Österreich

127. Auktion
Alte Meister – Geälde des 19. Jahrhunderts – Antiquitäten

9. bis 10. April 2019

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