Galerie ARTECONT Wien

Opernring 21, 1010 Wien
Österreich

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Sa. 11-16 Uhr

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Die Ausstellung 80 Jahre Peter Pongratz wurde aufgrund der aktuellen Situation verschoben. Ausstellung ab 5. Mai wieder zu besichtigen | 5. Mai - 27. Juni 2020


Peter Pongratz wurde am 22. Mai in Eisenstadt geboren. Er ist in Graz aufgewachsen und studierte Malerei an der Akademie in Wien und an der Hochschule der bildenden Künste in Berlin. Von 1966 bis 1970 war er Lehrbeauftragter bei Max Weiler in Wien.

Pongratz war am Beginn seines künstlerischen Schaffens beim Forum Stadtpark in Graz mit Schriftstellern wie Wolfgang Bauer, Peter Handke und Gerhard Roth verbunden und diese Verbundenheit zur Literatur wie zur Musik (er war Jazz-Drummer) haben geholfen, sich von einem weiten Horizont her der Bildenden Kunst mit unverbautem Blick anzunähern. Oder besser darauf loszustürmen.

Zusammen mit Martha Jungwirth, Kurt Kocherscheidt und anderen Malern nahm er bereits Ende der Sechzigerjahre eine eigenständige künstlerische Position ein, die bis heute Abstraktion und Gegenständlichkeit verbindet. Dies führte im Jahre 1968 zur Gründung der Künstlergruppe Wirklichkeiten zusammen mit Wolfgang Herzig, Martha Jungwirth, Kurt Kocherscheidt, Franz Ringel und Robert Zeppel-Sperl.

Pongratz, ein Getriebener, dessen einzige Konstante die Veränderung ist, scheint im letzten Jahrzehnt wieder mehr zu seinen Wurzeln zurückgefunden zu haben, nachdem er die Postmoderne und andere Kunstströmungen in wuchtigen vorauseilenden Zitaten vorweggenommen hat. Dies zeigt sich auch in seiner bewusst kindlichen, wilden Malerei mit Blickrichtung auf die "Cobra"-Gruppe oder "Art Brut", die vieles bereits frühzeitig durchexerziert hat, was später unter dem Begriff „Neue Wilde“ bekannt geworden ist. Pongratz hat sich neben Arnulf Rainer als Erster mit den Künstlern von Gugging intensiv auseinandergesetzt und zu Ihnem Durchbruch beigetragen. Akademische Tendenzen sind ihm dabei ein ähnlicher Gräuel wie Moden oder angesagte avantgardistische Tendenzen. „Keine Rezepte. Keine Vorschriften. Keine Moden. Keine Ideologien. Kein Kompass. Keine Landkarten. Und vor allem keine Dogmen, weder für den Künstler noch für den Betrachter“, so beschreibt Pongratz seine eigene Position.

Er stellt sich immer wieder neuen Themen, sowohl formal als auch inhaltlich, und verweigerte sich einer kunstmarktüblichen Schubladisierung. Sein mannigfaltiges Werk ist somit nicht aus einem Guss, sondern in verschiedenen Werkphasen gegliedert, wie man sie sonst nur bei den ganz Großen des 20. Jahrhunderts wie Picasso oder Max Ernst findet. Pongratz extrahiert die Substanz von Welten, die ungefiltert von der Phantasie von Kindern, von tiefen Emotionen berichten. Seine Werke zeugen von einer expressiven Gestik des Augenblicks, bilden gleichsam ein Kondensat einer Verfassung von Wirklichkeiten. Es sind um Existenz ringende Individuen, die sich nur durch große Kraftanstrengung aus der Umwelt herauszuschälen – ja herauszuschreien vermögen. Taumelnd, in einer absurden Welt, deren einziges Ziel eine immer weitertreibende Verdichtung erscheint. Es ist das Leben selbst, das sich hier manifestiert. In seiner Einsamkeit, seiner rohen Unmittelbarkeit, seiner Verrücktheit, in seiner absurden Schönheit sich selbst herausschreiend. Und immer weitertreibend.

- Herwig Dunzendorfer


Auszeichnungen unter anderem: 1965 Johanneum Kunstpreis, 1969 Kunstpreis des Landes Steiermark, 1977 Preis für bildende Kunst des Landes Burgenland, 1978 Preis der Stadt Wien für Bildende Kunst ( Kategorie Malerei und Grafik) , 1980 Würdigungspreis zum österreichischen Staatspreis für Bildendende Kunst, 1997 Würdigungspreis für bildende Kunst des Landes Steiermark, 2006 Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold.

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