Classic Week Auktionswoche im Dorotheum

Dramatische Highlights

Artemisia Gentileschi (1593 - 1653) unter Assistenz (im Hintergrund) von Onofrio Palumbo (1606 - 1656?) Maria Magdalena in Ekstase, Öl auf Leinwand, 129,8 x 180,4 cm, Auktion 30. April 2019, Schätzwert € 400.000 - 600.000 © Dorotheum 

Vom 29. April bis 2. Mai 2019 findet die Auktionswoche Classic Week im Dorotheum mit Gemälden Alter Meister und des 19. Jahrhunderts, Antiquitäten und Juwelen statt.


Michelangelo Merisi da Caravaggio war einer der wohl einflussreichsten Künstler aller Zeiten. Sein innovativer wie dramatischer Einsatz von Licht und Schatten sowie die radikal realistische Darstellung seiner Protagonisten inspirierte viele Maler in ganz Europa. Die Nachfolger seines einzigartigen Stils, die so genannten Caravaggisti, nahmen seine kühne Malweise als Vorbild.


Caravaggio oder doch nicht Caravaggio?

Einige außerordentliche Arbeiten der frühesten Caravaggisti zählen zu den Höhepunkten der Dorotheum-Auktion Alte Meister am 30. April 2019. Zwei Bilder stellen jeweils den Heiligen Bartholomäus dar – eines von Bartolomeo Manfredi in einem Gruppenbild in Szene gesetzt (€ 300.000 – 400.000) und eines von unbekannter Hand, das in den 1980er-Jahren von Expertin Mina Gregori Caravaggio selbst zugeschrieben wurde (€ 80.000 – 120.000).

Bartolomeo Manfredi gilt als der Künstler, der nach Caravaggios frühem Tod des Meisters stilistische Innovationen, insbesondere die naturalistische Darstellungsweise, der nächsten Generation weitergab. Von der bedeutendsten weiblichen Protagonistin des Caravaggisti-Stils, Artemisia Gentileschi, stammt ein Maria Magdalena in Ekstase betitelter sinnlicher Frauenakt (unter Mitarbeit von Onofrio Palumbo, € 400.000 – 600.000).

Artemisia Gentileschi (1593 - 1653) unter Assistenz (im Hintergrund) von Onofrio Palumbo (1606 - 1656?) Maria Magdalena in Ekstase, Öl auf Leinwand, 129,8 x 180,4 cm, Auktion 30. April 2019, Schätzwert € 400.000 - 600.000 © Dorotheum 

Artemisia Gentileschi (1593 - 1653) unter Assistenz (im Hintergrund) von Onofrio Palumbo (1606 - 1656?) Maria Magdalena in Ekstase, Öl auf Leinwand, 129,8 x 180,4 cm, Auktion 30. April 2019, Schätzwert € 400.000 - 600.000 © Dorotheum 


Barockkünstlerinnen & Flämische Meister

Neben Gentileschi ist mit Elisabetta Sirani eine weitere weibliche Künstlerin des Barock in der Auktion vertreten, mit dem außergewöhnlichen Bild Die Auffindung des Moses (Mitarbeit Giovanni Andrea Sirani, € 150.000 – 200.000). Sirani, Tochter von Guido Renis erstem Assistenten, war zu ihrer Zeit in Bologna eine sehr gefeierte und hochbegabte Künstlerin, die in ihrer kurzen 27-jährigen Lebenszeit rund 200 Arbeiten vollendete und eine eigene Malerschule betrieb. Mit der büßenden Magdalena können sich Altmeister-Sammler auch über ein zentrales Werk von Guido Cagnacci freuen (€ 100.000 – 150.000).

Bei der flämischen Offerte der Auktion überzeugt, auf zwei Metern Länge, die Allegorie der vier Elemente von Artus Wolffort (€ 150.000 – 250.000). Eine weitere Allegorie von Antoon Claeissins thematisiert hochdramatisch Justitia, welche die sieben von ihr in Ketten gelegte Todsünden bezwingt (€ 80.000 – 120.000). Eine alttestamentarische Szene mit exzellenter Architekturdarstellung steuert Abel Grimmer bei (€ 150.000 – 200.000), ebenfalls ein biblisches Thema ist der Durchzug der Israeliten durch das Rote Meer, eine Gemeinschaftsarbeit von Frans und Ambrosius Francken II. (€ 150.000 – 200.000)

Bartolomeo Manfredi (1582 - 1622), Das Martyrium des hl. Bartholomäus, Öl auf Leinwand, 120 x 150 cm, Auktion 30. April 2019, Schätzwert € 300.000 - 400.000 © Dorotheum 

Bartolomeo Manfredi (1582 - 1622), Das Martyrium des hl. Bartholomäus, Öl auf Leinwand, 120 x 150 cm, Auktion 30. April 2019, Schätzwert € 300.000 - 400.000 © Dorotheum 


Gemälde des 19. Jahrhunderts

Eines der „Licht-Blicke“ der Auktion am 29. April 2019, die einen Querschnitt der europäischen Malerei des 19. Jahrhunderts zeigt, ist eine für Petrus van Schendel typische, nur durch Kerzenlicht beleuchtete nächtliche Marktszene aus Rotterdam (€ 100.000 – 150.000). Eugen von Blaas‘ charmantes Gemälde Geheimnisse ist mit 25.000 bis 35.000 Euro beziffert. Der österreichische Maler gilt als Vorreiter der venezianischen Genremalerei – im Fokus seiner Arbeiten stehen häufig junge Frauen und Mädchen. Der Künstler lebte in Venedig, wo er auch eine Professur an der Accademia di belle arti di Venezia innehatte.

Marie Egner und Olga Wisinger-Florian, dem österreichischem Stimmungsimpressionismus zuzuordnende Künstlerinnen, sind ebenfalls mit Arbeiten in der Auktion vertreten (Marie Egner, Altweibersommer € 40.000 – 60.000; Olga Wisinger-Florian, Rosenstrauß € 30.000 – 40.000). Weitere Arbeiten stammen u. a. von Ippolito Caffi, Alfred von Wierusz-Kowalski, Alessio Issupoff und von Alexander Koester – dem „Enten-Koester“.


Antiquitäten

Möbel, Skulpturen, Porzellan und vieles mehr steht bei der Antiquitäten-Auktion am 2. Mai 2019 am Programm. Mit dabei wären etwa ein Ignaz Günter Rokoko-Engelspaar oder eine japonisierende Art Déco Vitrine, HEJDA WIEN um 1924 (€ 30.000 – 40.000, € 45.000 – 55.000). Zwei imposante Porzellanobjekte zeugen von der Bedeutung des weißen Goldes: Eine imperiale Vase mit dem Porträt König Friedrich Wilhelm III. von Preußen, KPM Berlin um 1840, sowie eine 83 cm hohe Meißener Schneeballblütenvase aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (€ 50.000 – 70.000, € 80.000 – 120.000). Ebenfalls Meißen, Schwertermarke 1860-1880, ist eine rund 50 cm hohe beeindruckende Figurengruppe, bei der ein Elefant die Hauptrolle spielt (€ 30.000 – 50.000).

Petrus van Schendel (1806 - 1870) Nächtlicher Markt in Rotterdam, Öl auf Holz, 66 x 51 cm, Auktion 29. April 2019, Schätzwert € 100.000 - 150.000 © Dorotheum 

Petrus van Schendel (1806 - 1870) Nächtlicher Markt in Rotterdam, Öl auf Holz, 66 x 51 cm, Auktion 29. April 2019, Schätzwert € 100.000 - 150.000 © Dorotheum 


Juwelen Auktion

Bei der Juwelen-Auktion am 29. April 2019 bestechen etwa ein insgesamt 50karätiges Diamantarmband, Schätzwert 130.000 bis 200.000 Euro, oder ein um 1935 entstandenes Armband mit unbehandelten Burma Rubinen (ca. 35 ct, € 30.000 – 60.000). Originell auch eine zwischen 20.000 und 30.000 Euro taxierte Cartier-Diamantbrosche in Form eines antiken Tempels.

Palais Dorotheum

Dorotheergasse 17, 1010 Wien
Österreich

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