Evelyn Plaschg bei Tower, Wien

Evelyn Plaschg, Emptied out Vision, 2019, Ausstellungsansicht, Tower, Wien

Tower

Kratochwjlestraße 12, 1220 Wien
Österreich

KünstlerIn: Evelyn Plaschg

Titel: Emptied Vision

Datum:  11. April 2019 – 2. Mai 2019

Fotografie: Courtesy the artists and Flora Peyrer-Heimstätt | Foto: Susanna Hofer

Notiz: Kuratiert von Flora Peyrer-Heimstätt

Ausstellungstext:

Emptied Vision ist die erste Einzelausstellung der Künstlerin Evelyn Plaschg und konzentriert sich auf ihre jüngsten Zeichnungen auf Blatt Papier. Die Blätter haben in etwa die gleiche Größe, entsprechen der Körpergröße und lassen deutlich und weniger deutlich versatzstückartig verschiedene Teile eines menschlichen Körpers erkennen: ein Mund, Aug, Nase, ein Umriss, der Darm, - eine Spiegelung? In Annäherung an die Größe des Papiers, es geht nicht um Abbilden/Widerspiegeln/Darstellen, sondern physische Präsenz, die sich im Prozess des Arbeitens (Glattstreichen des Pigments) herausschält.

„Es ist ein Subjektgefühl, das mit einer starken körperlichen Unmittelbarkeit erlebt wird, aber zur selben Zeit ist es nach außen, in Spiegelbilder projiziert.“ * Was sich abzeichnet ist kein Spiegelbild innerer Befindlichkeiten, sondern ein Spiegelkabinett, bei dem Präsenz hie und da hervorblitzt, nicht vollständig erfassbar. In einer Geste des Schneidens durch harte Linien werden Teile isoliert, durchleuchtet und/oder ausradiert. Ein Vexierbild.† Emptied Vision ist der Zustand, wenn kein klar erkennbares Abbild fixiert werden kann und man auf seine eigene Wahrnehmung, das Selbst zurückgeworfen verweilt. Dass die Arbeiten ihren Studiencharakter beibehalten liegt zum einen an den daraus entstehenden Bildebenen/Schichten, der reduzierten Farbwahl und den Radierungen, zusätzlich gibt es keine übergeordnete Leitidee. Es ist eine Loslösung im Gange, von Figurationen, die bereits intus waren und im Verlauf des intuitiv-sinnlichen Arbeitens nimmt das Vertrauen in die eigene Formensprache Gestalt an, Widerstände (während des Arbeitens) inbegriffen. Widerstände, die in einer angenehmen Leere zum Ausdruck kommen. Wenn es nichts mehr zu sagen gibt.


Evelyn Plaschg studierte Grafik bei Gunter Damisch († 2016) und Objekt-Bildhauerei bei Julian Göthe an der Akademie für Bildende Künste Wien sowie bei Ann-Veronica Janssens an der École Nationale Superieur des Beaux Arts de Paris. Zu ihren letzten Ausstellungsprojekten gehören: „Private View #5“ in der Galerie Zeller van Almsick in Wien, „How far to open up?“ im Grazer Forum Stadtpark und „The Hand Refrains“ im Wiener Mauve. Tower ist ein laufendes Ausstellungsprojekt der Kuratorin Flora Peyrer-Heimstätt.


* Aus: Rosalind Krauss, Das Photographische. Eine Theorie der Abstände, München: Fink, 1998. † Ein Vexierbild ist laut Wörterbuch der Brüder Grimm ein „bild mit einem in der zeichnung verborgenen betrug, scherz“