Paco Koenig in der Galerie Kandlhofer

Galerie Kandlhofer
Brucknerstraße 4, 1040 Wien
Österreich
Di. - Fr. 11 bis 19 Uhr | Sa 11 bis 16 Uhr
Wenn Koenig eine konzeptionelle Konstante hätte, dann wäre es die Art und Weise, wie er den kunsthistorischen Kanon wie eine Bibliothek von Referenzen behandelt, auf die er zurückgreift: Das Erbe des gestischen Expressionismus zeigt sich in seinen abstrakten Aluminiumtafeln, Anspielungen auf den Primitivismus und Radierungen sind in seinen skizzenhaften, zeichnungsartigen Gemälden zu sehen.
Koenigs Werk basiert auf einer Untersuchung der abstrakten Malerei durch eine postmoderne Umdeutung von Zeichen und Symbolen. Seine Bilder stehen in ständigem Dialog mit dem, was vorher war und was um ihn herum geschieht. Es ist, als würde er aus Geschichte und Kultur Samples nehmen und sie zu seinem eigenen Sound remixen. Gesten und Figuren sind in den Gemälden mit Linien verflochten, um die Bedeutung und visuelle Resonanz der Sprache zu testen. Die eingravierten Linien bilden die Grundlage für die abstrakten Werke, auf denen er eine Reihe von Techniken einsetzt, um die zunehmend dynamischen Wiederholungen aus seinem etablierten Repertoire zu kontrollieren.
Dieser Ansatz ist im Laufe der Zeit komplexer geworden, da der Künstler die Auswirkungen von Wiederholung, Maßstab, Rhythmus und verschiedenen Übermalungstechniken erforscht, um die gewünschte Oberfläche zu erzielen. Die Gemälde unterstreichen die wesentliche Verbindung der künstlerischen Praxis, in der sich der Künstler weiterhin mit den Grenzen der Abstraktion auseinandersetzt. Die visuelle Unordnung, die rohe Energie der Markierungen, die Art und Weise, wie Dinge im Laufe der Zeit abgenutzt und überlagert werden – die Werke scheinen die Energie und Unordnung der städtischen Umgebung einzufangen. Man fragt sich, wie viel vom Puls der Stadt, ihrem pulsierenden Chaos und ihrem subtilen Verfall in die Werke einfließt.
Die Gestaltung seiner Werke als abstrakte Gemälde soll die Frage aufwerfen, was Malerei ist, wie sie entstehen sollte und wie ein Bild mehrere Bedeutungsebenen enthalten kann, die durch die Aufmerksamkeit der Betrachter:innen offenbart werden. Prozess und Thema gehen Hand in Hand.
Koenig experimentiert weiterhin mit der Malerei als Medium und Thema und positioniert sie bewusst als Metapher, um die Wahrnehmung von Bildern und die konventionellen Grenzen dessen, was Kunst ausmacht, zu untersuchen.
Die auf Fotografien basierenden Gemälde sind ein fester Bestandteil seiner Malpraxis geblieben und verbinden seinen inhärent prozessorientierten und konzeptionell rigorosen Ansatz. Es ist eine Fortsetzung der Erforschung der Grundlagen der modernen Malerei – die Direktheit und Unmittelbarkeit des ‘mark-making' mit den vermittelnden Effekten mechanischer und fotografischer Reproduktion.
Text von Fabio Korbus
PACO KOENIG
22. Januar –
21. Februar 2026
Galerie Kandlhofer
Brucknerstrasse 4
(the entrance is between No. 4 and 6)
1040 Vienna
Austria
info@kandlhofer.com
+43 1 5031167

Artist Portrait, Courtesy the artist, Foto: Paco Koenig
