Neue Galerie Graz – Zechner & Serrano präsentieren "Camuflajes"

Neue Galerie Graz
Joanneumsviertel, 8010 Graz
Österreich
Mit Camuflajes (kuratiert von Günther Holler-Schuster) präsentieren Johanes Zechner und Pedro Serrano ein gemeinsames Projekt an der Schnittstelle von Malerei und Literatur. Ausgangspunkt ist das Motiv der Tarnung – Camouflage – als Sinnbild einer Welt, in der Sichtbarkeit und Verbergen, Sprache und Bild, Krieg und Wahrnehmung ineinandergreifen. In einer Zeit globaler Konflikte verweben Zechner und Serrano visuelle und poetische Ausdrucksformen zu einer Installation, die sich als begehbares Gedicht verstehen lässt.
Über mehrere Jahre hinweg haben der in Graz lebende Maler Johanes Zechner und der in Mexico City lebende Literat Pedro Serrano eine Distanz-Kollaboration entwickelt, die sich „fragend einer Welt zuwendet, in der Lebensräume als Kriegsschauplätze missbraucht werden und die Anzahl der Drohnen mehr interessiert als das Singen der Vögel“ (Zechner).
Beide Künstler sind sich einig, dass weder Malerei noch Dichtung die Welt verändern werden, sehr wohl aber ihre Leser:innen und Betrachter:innen. Die Kunst verlangt den Betrachtenden eine Haltung ab, durch die sie „fühlend Wertigkeiten von allgemeiner Relevanz erahnen und damit die Voraussetzung für eine kreative Neuorientierung schaffen“ (Serrano).
Die Ausstellung lässt sich als begehbares Gedicht erleben und ist völlig neu entstanden. Jedes Detail ist in Bezug auf den Gesamtkontext abgestimmt. Serrano und Zechner haben einen inhaltlichen Parcours geschaffen, der sich als eine einzige Installation ebenso lesen lässt wie als Summe von Einzelwerken. Das flexible, leichte Material des Papiers, der Collage und der Mobiles erzeugt den Eindruck einer Poesiemaschine. Der exotische Vogel bzw. der Papagei zieht sich durch die gesamte Ausstellung. Er ist sowohl Bote zwischen den Kulturen als auch Alter Ego der Künstler. Erinnerungsebenen – nahe, fern, damals, heute – fließen in dieser Ausstellung ineinander. Sie lassen den ursprünglichen sehr konkreten Kontext – die aktuellen Kriege in der Ukraine und in Gaza – auf einmal viel größer und allgemeiner wahrnehmen.

Camuflajes, Zechner & Serrano, Neue Galerie Graz / Museum Joanneum, 2025, N. Lackner
