La vie moderne: Grafiken von Manet bis Picasso

Henri de Toulouse-Lautrec, La Loge au mascaron doré, 1894, Lithografie, 49,9 x 32,6 cm, Kunsthalle Mannheim

Kunsthalle Mannheim

Friedrichsplatz 4, 68165 Mannheim
Deutschland

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Di. – So. & Feiertage: 10 – 18 Uhr

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Bis 5. Juli 2026 präsentiert die Kunsthalle Mannheim im Graphischen Kabinett 90 Werke der französischen Avantgarde aus den Jahren 1850 bis 1918, darunter Lithografien, Radierungen und Zeichnungen, von denen viele zuvor noch nicht ausgestellt wurden. Im Fokus steht das „moderne Leben“ in all seinen Facetten: urbaner Alltag, technologische Neuerungen, gesellschaftliche Umbrüche sowie neue Formen der Wahrnehmung und Darstellung.


Die internationale Bekanntheit der Kunsthalle gründet unter anderem auf Édouard Manets Gemälde „Die Erschießung Kaiser Maximilians von Mexiko“. Es zählt zu den politisch und formal radikalsten Werken des 19. Jahrhunderts. Ausgehend von diesem Schlüsselwerk der Malerei und der dazugehörigen Lithografie wurde der Bestand moderner französischer Grafik gezielt erweitert.

Mit „La vie moderne. Grafiken von Manet bis Picasso” präsentiert die Kunsthalle einen zentralen Schwerpunkt ihrer bedeutenden Sammlung französischer Kunst der Moderne. Ausgangspunkt der Schau ist die Sammlung französischer Künstlergrafik, die über Jahrzehnte hinweg aufgebaut wurde und nun erstmals in größerem Umfang präsentiert wird. Sie gibt einen Einblick in die Vielfalt, Experimentierfreude und Innovationskraft der französischen Avantgarde.

Der thematische Bogen der Ausstellung spannt sich von den Pariser Boulevards, Theatern und Cafés bis hin zu Revolution, Armut und Randexistenzen. Ergänzt werden diese Bereiche durch Darstellungen des Landlebens als Gegenpol zur Fokussierung auf urbane Motive. Der Leitgedanke reicht dabei von Manets moderner Wahrnehmung der Welt bis hin zu Pablo Picassos Konstruktion einer modernen Wirklichkeit. Die Ausstellung zeigt, wie sich diese Bildwelten bis ins 20. Jahrhundert fortschrieben und unser Bild der Moderne bis heute prägen.

Der Flâneur gilt als eine zentrale Figur der Moderne. So beschreibt Charles Baudelaire in seinem Essay „Le Peintre de la vie moderne“ von 1863 den Künstler als Flâneur, als aufmerksamen Beobachter des städtischen Lebens. Zwei Zeichnungen von Constantin Guys eröffnen die Schau und markieren den Beginn einer Erkundung des „modernen Lebens“, wie es Édouard Manet, Edgar Degas oder Henri Toulouse-Lautrec in immer neuen Bildformen reflektierten.

Wurde der Begriff „Flânerie“ lange Zeit noch mit Männlichkeit assoziiert, setzt sich die Ausstellung auch mit dem Aspekt der weiblichen Beobachterin und Akteurin in einer von Männern dominierten Öffentlichkeit auseinander. Denn die historisch gewachsene Sammlung der Kunsthalle, in der weibliche Positionen – wie in der Kunstproduktion des 19. Jahrhunderts insgesamt – nur vereinzelt vertreten sind, erfordert auch einen erweiterten Blick auf die Figur der Flâneuse, um Fragen nach Sichtbarkeit und der Teilhabe von Frauen bzw. Geschlechterrollen im öffentlichen Raum der Moderne zu verhandeln.

Gezeigt werden Arbeiten von Édouard Manet, Pablo Picasso, Henri de Toulouse-Lautrec, Camille Pissarro, Robert Delaunay, Jean-Baptiste Camille Corot, Henri Matisse, Paul Cézanne, Berthe Morisot, Edgar Degas, Paul Gauguin, Jean-François Millet, Sonia Delaunay u. v. m..

 

In Kooperation mit dem Institut für Europäische Kunstgeschichte der Universität Heidelberg.

Pierre Bonnard: Les Boulevards, 1900, Farblithografie, 28,2 x 36,5 cm, Kunsthalle Mannheim, Foto: Kunsthalle Mannheim / Kathrin Schwab

Pierre Bonnard: Les Boulevards, 1900, Farblithografie, 28,2 x 36,5 cm, Kunsthalle Mannheim, Foto: Kunsthalle Mannheim / Kathrin Schwab

Atelierblicke mit Shuaitong Zong © PARNASS

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