Davide Allieri: 47°24’35’’N / 9°44’20’’E

Kunstraum Dornbirn
Jahngasse 9, 6850 Dornbirn
Österreich
Dienstag – Sonntag, 10 – 18 Uhr
47°24’35’’N / 9°44’20’’E – die Koordinaten führen zum Kunstraum Dornbirn, doch was sich hier öffnet, ist kein kartografierbarer Ort, sondern ein Schwellenzustand. Davide Allieri verwandelt die Industriehalle in ein enigmatisches Environment: Ein leuchtendes, kreisrundes Portal und eine sechseinhalb Meter lange, drohnenartige Skulptur prägen den Raum. Kabel durchziehen die Architektur wie ein Netz technischer Relikte, deren Funktion unklar bleibt. Ein durchdringender Sound (komponiert von Francesco Peccolo) aus tieffrequentem Dröhnen, metallischen Resonanzen und fragmentierten Impulsen überlagert die Szenerie. Licht, Dunkelheit und Klang verdichten das Gefühl eines permanenten Dazwischen – einer Gegenwart ohne klare Richtung.
Allieris Installation evoziert apokalyptische Science-Fiction, doch ohne narrative Eindeutigkeit. Wirklichkeit und Fiktion, Vergangenheit und Zukunft überlagern sich. Im Zentrum steht nicht die Katastrophe, sondern das Danach: eine suspendierte Gegenwart. Die Fiberglass-Skulpturen – hohl, technisch präzise, fast geisterhaft – wirken wie Container des Möglichen. Sie speisen sich aus Referenzen zu Robotern, Motorradteilen und Architektur, doch ihre Funktion bleibt offen.
Die Abschirmung vom Tageslicht und die künstliche Atmosphäre transformieren die Halle in einen Nicht-Ort (Marc Augé). Die Koordinaten verankern das Environment in der Realität, entziehen es aber jeder zeitlichen Fixierung. Ob das Portal den Beginn einer neuen Erzählung oder das Echo einer untergegangenen Zivilisation markiert, bleibt unentschieden. Die Ausstellung stellt die Frage: Was bedeutet Zukunft, wenn sie ihre Richtung verloren hat?












