Christa Bartesch und Andrea Schnell

Christa Bartesch, Untitled, 275x195 cm Paper, acrylic, charcoal, pastel 2024, Foto: Endre Vessey

Galerie Gut Gasteil

Gasteil 1, 2640 Prigglitz
Österreich

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Christa Bartesch

Farbe, Licht & deren Wahrnehmung in den vielfältigen Erscheinungsformen stehen in den Arbeiten der aus Münster in Westfalen stammenden und seit vielen Jahren in Budapest lebenden Künstlerin im Mittelpunkt ihres Interesses. Sie vermeidet jede figurale Erkennbarkeit und konzentriert sich in ihren großformatigen Bildern ausschließlich auf die Wirkung, die Farbflächen und -formen zueinander erzeugen können. In vielen Schichten gemalt, manchmal auch mit darüber gezeichneten, netzartig angeordneten Linien überzogen, öffnen sich die tieferliegenden Ebenen erst nach längerem Verweilen des Blicks, und machen damit den Prozess bewusst.

Andrea Schnell

Die zunächst intuitiv und absichtslos mit Tusche, Acryl, Öl und Kreide auf das Papier gezeichneten Linien und Farbflecken finden in Andrea Schnells Arbeitsprozess zunehmend ihre äußere Bedeutung und Bearbeitung. Sie sind in ihrer Expressivität zwischen Abstraktion und meist weiblicher Gegenständlichkeit ein poetischer Spiegel ihrer Gefühle, ihres Unbewussten und ihres Erlebens und offenbaren beim genaueren Hinsehen ironische und assoziative Details. Das Erscheinungsbild bewegt sich dabei im Spannungsfeld der schwarzen oder tiefblauen Linie mit dem hellen Untergrund und konzentrierten Farbakzenten.

Zum Ausstellungsort

Gut Gasteil wurde von 1920 bis 1924 vom Wiener Rechtsanwalt Max Silberberg nach Plänen von Architekt Hubert Gessner erbaut. 1988 übernahm das Künstlerehepaar Charlotte und Johannes Seidl den Besitz von Jutta Jary. Die Seidls, beide freiberuflich tätige Bildhauer, haben seit 1989 Gut Gasteil zu einem Ort der Kunst ausgebaut. Jährlich finden in der Galerie vier Ausstellungen zeitgemäßer Kunst statt. Die große Ausstellungsreihe „Kunst in der Landschaft" wird laufend weiterentwickelt: Die Objekte werden jährlich ergänzt oder abgebaut. Internationale bildende Künstler werden eingeladen, auf den 16 ha Wiesen rund um Gut Gasteil ihre speziellen Ideen für diesen Ort zu verwirklichen. Das Resultat ist jedesmal eine sehenswerte Symbiose von Kunst und Natur, eine Ausstellung, die erwandert werden kann, ein vielschichtiges Erlebnis. Nebenbei ist Gut Gasteil eine Bio-Landwirtschaft mit Schwerpunkt der Juraschafzucht und Obstprodukten sowie ein kulinarischer Ort: Biobauern aus der Umgebung, Ernteverbandmitglieder, haben sich zu einem Verein zusammengetan und beliefern das Buffet mit ihren Produkten.

Andrea Schnell

Andrea Schnell

Aktuelle Werke und Ausblick

Charlotte Seidl hat einen eindrucksvollen, in Blautönen leuchtenden „Flügel der Erinnerung" geschaffen und nimmt damit ein zentrales Thema ihres vor wenigen Jahren verstorbenen Lebens- und Arbeitspartners Johannes Seidl auf: Den natürlich gekrümmten Flügel bearbeitete er in vielen Variationen in Edelstahl und montierte seine Werke frei drehend – beim sanftesten Windhauch in Bewegung. Charlotte Seidl überträgt dieses Motiv nun in ihre eigene (Keramik-)Formensprache. Ihre langjährige Serie der Frauenfiguren erweiterte sie heuer um die Waldfrau „Elfi", eine „Hohe Helle" und „die Hasen". Heidi Tschank zeigt eine stilisierte „Madonna" aus Untersberger Marmor, deren glatt herausgearbeitete Flächen einen spürbaren Kontrast zu den grob geschlagenen Partien bilden.

Damit leiten die neuen Objekte bereits zum Thema des kommenden Jahres über: „Am Weg". Unser gesamtes Leben befinden wir uns am Weg – physisch, geistig, psychisch und sozial, mit Begegnungen, die uns prägen. „Oft begegnet uns am Weg das Fremde, Unbekannte", sagt Charlotte Seidl, „in Form von Menschen, Wesenheiten, Ereignissen." 

Atelierblicke mit Shuaitong Zong © PARNASS

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