What to see in Salzburg?

Derzeit sind in Salzburg wieder eine Reihe an Ausstellungen mit internationalen Künstler:innen zu sehen. Ihre künstlerische Praxis ist grundverschieden, gemeinsam ist ihnen die Top-Qualität ihrer Arbeiten. Ein Ausflug nach Salzburg sollte man also bald einplanen.
NIKA NEELOVA. CASCADE
Museum der Moderne Salzburg | bis 06.04.26
Wer die Ausstellung „Cascade“ der britischen Künstlerin Nika Neelova im Museum der Moderne noch nicht gesehen hat, sollte diese nicht versäumen. Sie läuft noch bis 06. April im Museum am Mönchsberg. Für ihre Personale hat Nika Neelova einen Dialog mit Werken anderer Künstler:innen, darunter Isa Genzken, Maria Bartuszová, Marisa Merz, Heinz Frank aber vor allem mit Artefakten aus den kulturhistorischen Sammlungen des Salzburg Museums und des Bergbau- und Gotikmuseums Leogang entworfen. Sie verbindet damit ihre zeitgenössische künstlerische Praxis mit dem materielle Erbe Salzburgs und entwickelt so eine ungewöhnliche und sehr poetische Zeitreise. Die Schau zeigt auch die besondere Materialsensibilität von Nika Neelova, die ausschließlich mit gefundenen und gebrauchten Objekten und Materialien arbeitet, die sie neu interpretiert und damit wieder in die Gegenwart holt. Unserem Gespräch mit der Künstlerin lässt sich hier nachlesen: PARNASS 02/2025

Nika Neelova, Ausstellungsansicht "Cascade", Museum der Moderne Salzburg, 2025, © Museum der Moderne Salzburg, Foto: wildbild, Herbert Rohrer
ANDREW OUCHI · RUTH ROOT
Galerie Nikolaus Ruzicska | bis 13. März 2026
Die beiden in den USA lebenden Künstler:innen aus dem Galerieportfolio von Nikolaus Ruzicska haben über Jahre hinweg ganz eigene Wege entwickelt, um die Dimensionen und Möglichkeiten des Bildes zwischen Abstraktion und Gegenstandslosigkeit zu erkunden. Die aktuelle Ausstellung präsentiert nun neue Werke der beiden. Andy Ouchis (*1974 Palo Alto, USA) Werke sind in gewisser Weise mehrfache Transformationen real vorhandener floraler Welten, sowie eine völlige Neuinterpretation des klassischen Diptychon. Der durch einen Steg in zwei Teile getrennte Bildträger aus Mahagoni- oder Eichenholz erinnert an das hochmittelalterliche Andachtsbild. Doch das Motiv sind endemische Pflanzen der Bergkette San Gabriel, die sich hinter Andy Ouchis Haus in Kalifornien erhebt, oder von den Inseln Hawaiis. Ouchis objekthafte Darstellung der Pflanzen, entstehen nach Fotografien und werden aus Holz geformt. Sie sind naturgemäß keine wissenschaftlichen Darstellungen sondern eine abstrahierte Interpretation. Dieser stellt er eine weitere Mutation gegenüber, die noch von der tatsächlichen Ausgangsform abweicht – was nicht wundert, denn die Vorlage ist hier nicht mehr die Fotografie, sondern die erste Version. Dieser Prozess der Veränderung, der Transformation, das Losgelöstsein von ihrer ursprünglichen Form und Herkunft spiegelt auch seine persönliche Geschichte.

Andrew Ouchi, Rapoza Mango, 2026, wood, finishing oil, acrylic paint, watercolour and archival lacquer, 48 x 65 x 14.5 cm, Courtesy Galerie Nikolaus Ruzicska and the artist.
Die 1967 in Chicago geborene, heute in New York lebende Ruth Root zeigte Nikolaus Ruzicska erstmals 2005 in seiner Galerie. Damals stand ihr Werk noch stärker in Verbindung mit dem Colorfield-Painting, in einer Mischung von Hard Edge und von Neo Geo mit skulpturalen Anklängen, und einem konstruktivistischer Bildaufbau. Die Untersuchung der Schnittstelle zwischen Objekt und Bild ist auch heute noch ihr Thema.
Ebenso die Anlehnung an die shaped-canvases aus der Ära der Colour-Field Paintings. Doch werden die Bildträger immer dünner, um die Raumbehauptung auf ein Minimum zu reduzieren. Anstelle der Farbkombinationen treten textile Fotoprints in Verbindung mit Malerei. Zuweilen figurativ, zuweilen abstrakt, zuweilen unscharf an der Schwelle der Wahrnehmung. Die konkreten Farbtafeln wichen – sowohl in den Motiven als auch in den Farben – einer spielerischen Annäherung an die Pop-Kultur.

Installation view "Andrew Ouchi · Ruth Root", 2026, Courtesy Galerie Nikolaus Ruzicska, Foto: Ulrich Ghezzi
ALVARO BARRINGTON. ON THE ROAD (TMS)
Galerie Thaddaeus Ropac | bis 21. März 2026
Rot, Orange, Grün, leuchtendes Gelb – ein wohltuender Farbakkord tritt einem in den Bildern von Alvaro Barrington entgegen. Und auch der Künstler selbst, strahlt eine positive Stimmung, eine Herzlichkeit und ein Welcoming aus, das einen in diesen nebeligen Wintertagen so richtig einnimmt. „There's an inherent optimism in these works. In these uncertain times, I wanted to create paintings that were joyful, playful and about coming together”, so Barrington. Die großformatigen Werkserie wurden erstmals 2024 in Barringtons Einzelausstellung in der Tate Britain präsentiert und anschließend für den Notting Hill Carnival 2025 erweitert, wo sie auf dem Mangrove Sound Truck angebracht waren. Für die Ausstellung wurden die Werke nun als collagierte und aufwändig gestickte Tapisserien „Cutout Paintings“ neu interpretiert.

Alvaro Barrington, On the Road (TMS), exhibition views, Thaddaeus Ropac Salzburg, 2025, © Alvaro Barrington, Foto: Ulrich Ghezzi
Es ist die zweite Einzelausstellung des karibisch-amerikanischen Künstlers in Österreich. Die Figurengruppen in seinen Werken, wie auch der Titel der Ausstellung „On The Road“ verweist auch auf Barringtons eigene Geschichte. Wie er selbst sagt:
When you look at my paintings, you're encountering parts of my identity. I grew up in a culture where it was really about erasing hierarchies, where we're all participating in cultural production.
So zeigen Barringtons Cutout Paintings auf Sackleinen charakteristische Karnevalsfiguren aus Grenada sowie Trinidad und Tobago. Figuren, die Masken tragen, auf Stelzen gehen und ihren Widerstand gegen die Kolonialherrschaft und ihren Kampf für Emanzipation ausdrücken sowie auch durch die gemeinsam gelebte kulturelle Tradition der Karnevalsfeste ein Gefühl der Zugehörigkeit und Gemeinschaft. Bei ihrer dritten Präsentation in Salzburg werden die großformatigen Bilder nun als collagierte und aufwändig gestickte Werkserie neu interpretiert. Farbenfrohe Bilder, die eine inhaltliche Schwere in sich tragen, und dennoch Hoffnung und Optimismus ausstrahlen. Sie wirken wie ein Appell uns daran zu erinnern, dass wir entscheiden, wie wir in Krisenzeiten als Gemeinschaft agieren und handeln.

Alvaro Barrington, On the Road (TMS) A7, 2024-2026, Oil, acrylic , flash, enamel on burlap / silk screen printed burlap, cotton linen, waxed cotton thread, 160 x 190 cm, Courtesy Galerie Thaddaeus Ropac, © Alvaro Barrington, Foto: Antony Makinson, Prudence Cuming Associates Ltd.
SIFAF 26' Neue Kunstmesse in Salzburg
Nach der überraschenden Absage der Salzburger Ostermesse Art&Antique (PARNASS berichtete) durch die Messeveranstalterin Alexandra Graski-Hoffmann, haben Händler gemeinsam mit dem Messemacher Wolfgang Pelz die SIFAF (Salzburg International Fine Art Fair) entwickelt –
gelten doch traditionell die Osterfestspiele als Bühne musikalischer Weltklasse mit einem internationalen Publikum und damit auch als wichtige Zeit auch für den Kunstmarkt. Stattfinden wird die Messe am zentral gelegenen Waagplatz 2 im Haus Koller, einem denkmalgeschützten Salzburger Bürgerhaus, das erstmals 1181 urkundlich erwähnt wurde. Auf fünf Stockwerken werden sich 20 Kunsthändler:innen in einem historischen Ambiente präsentieren. Der Ort selbst soll, so die Messe, ein Teil des Erlebnisses sein. Kein klassisches Messeformat also, sondern ein, in kurzer Zeit entwickeltes Pop-Up Format mit Saloncharakter, das ein interessantes Schauerlebnis verspricht. Ob das vom Publikum und den Käufer:innen angenommen wird, muss sich in der aktuellen wirtschaftlichen Situation noch zeigen. Sa. 28.03. – So. 05.04.26, 11–19 Uhr | Mo, 06.04.26, 11–18 Uhr

SIFAF, © Michael Otto
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