Tilda Swinton – von der Bühne ins Museum

Tilda Swinton, Fashion: Yves Saint Laurent, Reykjavik, 2011 © Tim Walker

Tilda Swinton zählt ungefragt zu den interessantesten Persönlichkeiten des internationalen Films, die sich mit ihren Arbeiten immer wieder an der Schnittstelle von Film und Fotografie, Performance und Mode bewegt. Die Ausstellung „Tilda Swinton – Ongoing“ startete Ende September 2025 im Eye Filmmuseum in Amsterdam und ist nun ab 17. Mai in der Onassis Foundation in Athen zu sehen.


„Ongoing“ ist keine Ausstellung über die schottische Schauspielerin und versteht sich auch nicht als Retrospektive. Vielmehr wurde sie von Tilda Swinton selbst zusammengestellt und versteht sie als lebendigen Prozess, den sie anhand von Filmausschnitten, Performances, Mode, Fotografien oder der Rekonstruktion ihrer ersten Wohnung in London, „Flat 19", aus den 1980er-Jahren, in der sie mit der britischen Filmemacherin Joanna Hogg lebte, veranschaulicht. Hogg und Swinton kannten sich seit ihrer Kindheit und arbeiten bis heute zusammen. Ein Beispiel ist der jüngste Film der beiden „The Souvenir“, der 2019 auf der Berlinale präsentiert wurde. In dem Drama von Joanna Hogg spielt Tilda Swinton an der Seite ihrer Tochter Honor Swinton Byrne.

So stehen auch gleich zu Beginn die Freundschaft und künstlerische Seelenverwandtschaft mit Regisseur:innen und Künstler:innen wie Derek Jarman, Joanna Hogg, Jim Jarmusch oder Luca Guadagnino im Fokus der Schau. Sie zeigen, wie die kreative Zusammenarbeit das künstlerische Werk Tilda Swintons formte.

"Tilda Swinton – Ongoing", Eye Filmmuseum, Foto: Studio Hans Wilschut / Derek Jarman, Timeslip, 1988/2025, Super8 transferred to video, 4 min., 9.07 min., Filmed in Dungeness, Kent, by Derek Jarman, Courtesy Basilisk Communications Limited, with thanks to BFI National Archive

"Tilda Swinton – Ongoing", Eye Filmmuseum, Foto: Studio Hans Wilschut / Derek Jarman, Timeslip, 1988/2025, Super8 transferred to video, 4 min., 9.07 min., Filmed in Dungeness, Kent, by Derek Jarman, Courtesy Basilisk Communications Limited, with thanks to BFI National Archive

Man gewinnt den Eindruck, die Arbeit an „Ongoing“, war auch für Swinton selbst eine Art Erkundung und Standortbestimmung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Silvie Aigner
"Tilda Swinton – Ongoing", Eye Filmmuseum, Foto: Studio Hans Wilschut / Joanna Hogg, Flat 19, 2025, Film set with multi-channel audio, loop, Courtesy Joanna Hogg

"Tilda Swinton – Ongoing", Eye Filmmuseum, Foto: Studio Hans Wilschut / Joanna Hogg, Flat 19, 2025, Film set with multi-channel audio, loop, Courtesy Joanna Hogg

"Tilda Swinton – Ongoing", Eye Filmmuseum, Foto: Studio Hans Wilschut / Olivier Saillard, A Biographical Wardrobe, 2025, Installation, Courtesy Olivier Saillard & Tilda Swinton

"Tilda Swinton – Ongoing", Eye Filmmuseum, Foto: Studio Hans Wilschut / Olivier Saillard, A Biographical Wardrobe, 2025, Installation, Courtesy Olivier Saillard & Tilda Swinton

Tilda Swinton photographed by Sandro Kopp © Sandro Kopp

Tilda Swinton photographed by Sandro Kopp © Sandro Kopp

"Tilda Swinton – Ongoing", Eye Filmmuseum, Foto: Studio Hans Wilschut / Jim Jarmusch, Zelda Winston, 2018/2025, Video, sound, Courtesy Kill The Head Inc. & Focus Features

"Tilda Swinton – Ongoing", Eye Filmmuseum, Foto: Studio Hans Wilschut / Jim Jarmusch, Zelda Winston, 2018/2025, Video, sound, Courtesy Kill The Head Inc. & Focus Features

"Tilda Swinton – Ongoing", Eye Filmmuseum, Foto: Studio Hans Wilschut / Tim Walker, The Tree, 2023, 2025, Colour photography, Courtesy Tim Walker

"Tilda Swinton – Ongoing", Eye Filmmuseum, Foto: Studio Hans Wilschut / Tim Walker, The Tree, 2023, 2025, Colour photography, Courtesy Tim Walker

Weitere persönliche Archivstücke, wie etwa die Installation aus Kleidungsstücken geben Einblicke in die Biografie der Künstlerin anhand von Erinnerung an ihre Kindheit sowie an Filmen oder Events, in denen sie diese Kostüme getragen hat. In Form einer Performance mit dem Modespezialisten und Kurator Olivier Saillard wird die Installation zur persönlichen Erzählung. So verbinden sich in der Ausstellung Identität, Erinnerung und Performance. Man gewinnt den Eindruck, die Arbeit an „Ongoing“, war auch für Swinton selbst eine Art Erkundung und Standortbestimmung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, die vor allem postuliert, dass Swintons künstlerische Arbeit noch lange nicht abgeschlossen ist.

Begleitet wird die Schau von einem opulenten Bildband (Belser Verlag), der Swintons künstlerische Welt mit seltenen Fotos, bisher unveröffentlichtem Material und Beiträgen ihrer engsten Mitstreiter:innen wie Pedro Almodóvar und Jim Jarmusch selbst ein Kunstobjekt darstellt. Gestaltet von der legendären Designerin Irma Boom wird der Band zu einer haptischen, visuellen Biografie.

 


TILDA SWINTON – ONGOING

17. Mai bis 28. Juni 2026
Onassis Ready, Athen

Mehr Informationen

Tilda Swinton photographed by Casper Sejersen, 2023 © Casper Sejersen

Tilda Swinton photographed by Casper Sejersen, 2023 © Casper Sejersen

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