Peter Marquant in der Galerie Amart

Peter Marquant: »In Spanien kennt man Saura und Tapiès, aber nicht Mikl und Hollegha«

Peter Marquant in der Galerie Amart, 2020 | Courtesy Galerie Amart

Er war einer der Lieblingsschüler von Wolfgang Hollegha und Josef Mikl an der Akademie der bildenden Künste, teilte sich das Atelier mit Gottfried Mairwöger und gilt seither als wichtiger Vertreter der abstrakten Malerei in Österreich. Schon seit den 1980er-Jahren lebt Peter Marquant auf Mallorca. Von ebenda hat er nun einen neuen Zyklus mitgebracht.


„Wer Marquants Werk kennt weiß, alles kann für ihn Anlass sein sich malerisch damit auseinanderzusetzen“, erklärt Professor Gerhard Gleich einleitend zur Ausstellung in der Galerie Amart am Eröffnungsabend Anfang März 2020. Die Architektur, die Bau-Kunst, ist es, die den aktuell gezeigten Bilderreigen von Peter Marquant, 1954 in Wien geboren, angestoßen hat. Architektur entschlüsselt als abstrahierte Form, als rhythmisches Element im Kern des Assoziativen Prozesses.

 

So entstanden über 2018 und 2019 variantenreiche Bildarchitekturen, erweiterte Landschaftsstudien, die zwischen Gleichgewicht und Ungleichgewicht changieren, ganz so wie auch statische Erzeugnisse dies tun. Harmonisch einend tritt die Technik hervor. Die Leimfarben, die Peter Marquant auf Leinwand einsetzt, erzeugen einen gelungen ebenmäßigen Farbeindruck, einen eigenwilligen Ton in Ton Moment, wo die Fugen der Formen im Bildaufbau verschmelzen und sich die Einzelteile zu einem Gesamteindruck vermengen. Vor allem da wo die Farbwelt ins sandige geht, überzeugt der Naturfarbstoff zusätzlich mit einer stringenten Abbildung hinter aller Abstraktion.

So entspinnt sich ein Stück spanische Architekturlandschaft im Ausstellungsraum, durchbrochen von kühleren Farbwelten, die sich vielleicht zur zweiten Heimat Marquants, Wien, bekennen mögen. Hierzulande entbehrt Peter Marquant vieles der Aufmerksamkeit, die ihm international bereits zuteilwurde. Manche Zeitgenossen haben ihn nicht durchwegs technisch, aber doch dann und wann in der Wahrnehmung überholt.

Wer Marquants Werk kennt weiß, alles kann für ihn Anlass sein sich malerisch damit auseinanderzusetzen

Professor Gerhard Gleich

 

Peter Marquant, Ohne Titel, Leimfarben auf Leinen, 2019, 90 x 70 cm

Peter Marquant, Ohne Titel, Leimfarben auf Leinen, 2019, 90 x 70 cm

Früh zog es Marquant hinaus nach Mallorca und damit ein Stück weg von der österreichischen Auseinandersetzung mit seinem Schaffen. „In Spanien kennt man Saura und Tapiès, aber nicht Mikl und Hollegha. Das hat mich befreit von allen „Vätern“. Ich konnte mich mehr auf mein eigenes Urteil verlassen“, erklärte der Künstler in einem Interview mit dem Standard bereits 2010 seinen Rückzug in ein spanisches Dorf.

Von einem „spanischen Eindruck“, spricht Gerhard Gleich auch in Betrachtung der Ausstellung, und argumentiert diese mit der „Aridität“, der Trockenheit, die er in den neuen Werken erkennt. In der Galerie Amart präsentieren sich die Arbeiten in überzeugender Dichte parallel zu einer kleinen Salonausstellung mit Arbeiten Soshanas sowie in lohnendem Dialog mit Skulpturen von Markus Priller und Andjé.

Galerie Amart

Halbgasse 17, 1010 Wien
Österreich

Peter Marquant

6. März 2020 bis 18. April 2020

Das könnte Sie auch interessieren