Kunstjahr 2026: Die 12 wichtigsten Ausstellungen in Österreich

Sandra Mujinga, Spectral Keepers, 2020, Installationsansicht, The Approach, London, 2021, Foto: Plastiques, Courtesy Sandra Mujinga und The Approach, London © Sandra Mujinga

2026 feiert Wien einige große alte Meister der Kunstgeschichte, junge Künstler:innen setzen dem kraftvolle Gegenstimmen, außerdem rücken vernachlässigte Positionen der Kunstgeschichte endlich ins Rampenlicht und auch 2026 müssen wir immer noch dringend über die Klimakrise reden und die Kunst tut ihr Bestes, die Debatten mitzugestalten. Ein Überblick über jene Ausstellungen, die 2026 in keinem Kalender fehlen dürfen.


Sandra Mujinga: Skin to Skin

Sandra Mujinga verwandelt das Belvedere 21 in einen dunklen, vibrierenden Erfahrungsraum, in dem riesenhafte Figuren, Licht, Spiegelungen und elektronischer Sound ineinandergreifen. Einen Vorgeschmack auf dieses Erlebnis gibt es aktuell bereits in Amsterdam zu sehen, ebenda trafen wir die Künstlerin zum Gespräch. Mehr dazu im aktuellen PARNASS Magazin

BELVEDERE 21 | 29. Januar – 31. Mai 2026


GUSTAVE COURBET. Realist und Rebell

Mit Courbet beginnt das Ausstellungsjahr gleich mit einem kunsthistorischen Schwergewicht. Das Leopold Museum widmet dem französischen Realisten eine große Schau, die sein Bild vom „Rebellen“ neu kalibrieren will – zwischen radikaler Naturdarstellung, sozialer Sprengkraft und malerischer Materialität. Leihgaben aus internationalen Museen treffen auf die zentralen Courbet-Werke der eigenen Sammlung.

LEOPOLD MUSEUM | 19. Februar – 21. Juni 2026

Sandra Mujinga, Nokturnal Kinship (Detail), 2018, Installationsansicht, SONW – Shadow Of New Worlds, Bergen Kunsthall, 2019–2020, Foto: Thor Brødreskift, © Bergen Kunsthall

Sandra Mujinga, Nokturnal Kinship (Detail), 2018, Installationsansicht, SONW – Shadow Of New Worlds, Bergen Kunsthall, 2019–2020, Foto: Thor Brødreskift, © Bergen Kunsthall

WIEN 1900. Auf dem Weg in die Moderne 

Mit der Neuaufstellung der Schausammlung „WIEN 1900. Auf dem Weg in die Moderne“ zieht das MAK eine neue, dichte Linie durch Kunstgewerbe, Design und Architektur der Jahrhundertwende – von der Secession über die Wiener Werkstätte bis zu radikalen Interieurs. Die Präsentation, entwickelt in Zusammenarbeit mit Markus Schinwald, denkt die Klassiker der Moderne bewusst als fragile, auch irritierende Vorläufer heutiger Gestaltung und verknüpft sie mit Fragen nach Körper, Raum und Macht, die uns 2026 genauso beschäftigen wie vor 120 Jahren.

MAK ab 25. Februar 2026 
 


Ferdinand Georg Waldmüller. Nach der Natur gemalt
Unteres Belvedere

Das Belvedere widmet dem Biedermeier-Maler Ferdinand Georg Waldmüller eine große Landschaftsschau, in der seine Naturbilder als radikale Wirklichkeitsstudien lesbar werden. Zwischen sonntäglicher Idylle, sozialer Beobachtung und minutiöser Lichtregie zeigt sich, wie sehr Waldmüller den Blick auf das „Heimische“ geprägt hat – und warum seine Malerei heute erneut als Kommentar auf Entfremdung, Industrialisierung und Natursehnsucht funktioniert.

UNTERES BELVEDERE | 27. Februar – 14. Juni 2026

Ferdinand Georg Waldmüller, Partie aus dem Prater, 1831, 2017 Dauerleihgabe aus Privatbesitz, Belvedere, Wien, Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien

Ferdinand Georg Waldmüller, Partie aus dem Prater, 1831, 2017 Dauerleihgabe aus Privatbesitz, Belvedere, Wien, Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien

 

Canaletto & Bellotto
Venedig – London – Wien

Das Kunsthistorische Museum Wien bringt die Veduten von Giovanni Antonio Canal (1697–1768), auch bekannt als Canaletto, und seinem Neffen Bernardo Bellotto (1721–1780) erstmals in diesem Umfang in einen direkten Dialog.

Gezeigt werden Ansichten von Venedig, London und Wien – und damit drei sehr unterschiedliche urbane Bühnen des 18. Jahrhunderts. Neben ausgewählten Meisterwerken der berühmten Vedutenmaler bietet die Schau faszinierende Einblicke in das Wechselspiel von Kunst und Gesellschaft. Eine Schau zum Schwelgen und Träumen.

KUNSTHISTORISCHES MUSEUM WIEN24. März – 6. September 2026
 


Antonio Canal, gen. Canaletto, Die Riva degli Schiavoni in Venedig, 1724/30, Kunsthistorisches Museum, Wien, Gemäldegalerie, © KHM-Museumsverband

Antonio Canal, gen. Canaletto, Die Riva degli Schiavoni in Venedig, 1724/30, Kunsthistorisches Museum, Wien, Gemäldegalerie, © KHM-Museumsverband

Klima Biennale Wien 2026

Eine Neuauflage des Festivals bringt einen einmonatigen Ausstellungsparcours, in dessen Zentrum abermals das KunstHausWien steht. Die Klima Biennale versteht sich als spartenübergreifendes Festival an der Schnittstelle von Kunst, Klima und Gesellschaft und setzt 2026 erneut starke Impulse für Klimagerechtigkeit und eine lebenswerte Zukunft für alle – auch und gerade dort, wo das Sprechen über Klimakrise unbequem bleibt.

9. April – 10. Mai 2026


Anni Albers: Constructing Textiles

Anni Albers’ erste große Einzelausstellung in Österreich ist längst überfällig. Die Schau im Belvedere spannt den Bogen vom Bauhaus über das Black Mountain College bis zu ihren theoretischen Texten und Serienwerken. Besonders interessant: wie die Ausstellung Design, Handwerk, Lehre und Theorieproduktion ineinander verschränkt.

UNTERES BELVEDERE30. April – 16. August 2026

Anni Albers mit ihrer Arbeit Two, New Haven, Connecticut, 1952, Foto: New Haven Evening Register. Bild mit freundlicher Genehmigung der Josef and Anni Albers Foundation

Anni Albers mit ihrer Arbeit Two, New Haven, Connecticut, 1952, Foto: New Haven Evening Register. Bild mit freundlicher Genehmigung der Josef and Anni Albers Foundation

Lebt und arbeitet in Wien. Contemporary Art from Vienna

Das legendäre Format kehrt zurück: „Lebt und arbeitet in Wien“ setzt den Fokus auf die Stadt als Produktionsraum einer vielstimmigen Gegenwartskunst-Szene. Die Kunsthalle bespielt alle Räume an beiden Standorten und zeigt, kuratiert von Daniel Baumann, Michelle Cotton und Monika Georgieva, unter anderem Werke von Brishty Alam, Anna-Sophie Berger, Jojo Gronostay, Christine & Irene Hohenbüchler, Belinda Kazeem-Kamiński, Jakob Lena Knebl und Emma Hummerhielm Carlén.

KUNSTHALLE WIEN1. Mai – 26. Oktober 2026


Mire Lee

Nach einem kleinen Stelldichein im Rahmen von Curated by bei GIANNI MANHATTAN vor einigen Jahren kommt Mire Lee nach großen internationalen Auftritten unter anderem in der Tate Modern oder dem New Museum, New York zurück nach Wien. Ihre Einzelausstellung in der Secession wird bestimmt ein kinetisches und raumgreifendes Gesamterlebnis, die Vorfreude ist groß.

SECESSION | 12. Juni – 30. August 2026


Cyprien Gaillard

Cyprien Gaillard bespielt das KUB mit einer neuen filmischen Arbeit und skulpturalen Eingriffen, die gezielt auf die Architektur von Peter Zumthor reagieren. Gaillards Themen – urbane Transformation, Ruinen der Moderne, Jugendkultur, Natur als Bühne der Zerstörung – treffen hier auf einen der präzisesten Museumsräume Europas.

KUNSTHAUS BREGENZ | 13. Juni – 4. Oktober 2026

Mire Lee, Look, I'm a fountain of filth raving mad with love, 2022, Ausstellungsansicht, ZOLLAMT MMK, Frankfurt am Main, Foto Frank Sperling

Mire Lee, Look, I'm a fountain of filth raving mad with love, 2022, Ausstellungsansicht, ZOLLAMT MMK, Frankfurt am Main, Foto Frank Sperling

Phyllida Barlow

Phyllida Barlow (1944–2023) zählt zu den wichtigsten Bildhauerinnen der Gegenwart – ihre erste große museale Retrospektive in Österreich kommt mit leichter Verzögerung, dafür mit Wucht. Die Kunsthalle Krems zeigt raumgreifende Installationen aus einfachen Materialien wie Holz, Gips, Stoff oder Plastik, die in dystopisch anmutenden, gleichzeitig extrem sinnlichen Szenarien arrangiert sind.

KUNSTHALLE KREMS21. November 2026 – 29. März 2027
 


Bernini. Malerei und Marmor

Wo? Palais Lobkowitz, Wien (KHM-Museumsverband)
Was für ein Fund! Erst kürzlich identifizierte das Kunsthistorische Museum ein Porträt aus dem eigenen Bestand als ein Werk von Bernini. Zum Jahresende öffnet das KHM im Palais Lobkowitz folglich eine Art „Side-Specific“ zu Gian Lorenzo Bernini. Rund um das entdeckte Bild entwickelt die Ausstellung eine konzentrierte Erzählung über Berninis Porträtkünste in Malerei, Zeichnung und Skulptur.

KHM IM PALIS LOBKOWITZ, WIEN2. Dezember 2026 – 4. April 2027


Gian Lorenzo Bernini, Bildnis eines alten Mannes, um 1670, Kunsthistorisches Museum, Wien, Gemäldegalerie, © KHM-Museumsverband

Gian Lorenzo Bernini, Bildnis eines alten Mannes, um 1670, Kunsthistorisches Museum, Wien, Gemäldegalerie, © KHM-Museumsverband

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PARNASS 04/2025

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