Kunst, die das Dunkle erleuchtet

2025 verwandelt KLANGLICHT zum zehnten Mal die Innenstadt von Graz in ein Zusammenspiel aus Farben, Klang und Licht. Gestartet als einmaliges Projekt, entwickelte sich KLANGLICHT zu Österreichs größtem Licht- und Klangfestival.
Seit 2015 begeistert KLANGLICHT, weckt Emotionen und schafft verbindende Momente des Staunens – und das größtenteils frei zugänglich. Öffentliche Räume, historische Gebäude, Stadtquartiere werden zur Bühne und Licht und Klang in den städtischen Kontext eingeschrieben.
Mittlerweile ist KLANGLICHT Österreichs größtes Licht- und Klangfestival, mit über 100.000 Besucher:innen jährlich. Ein wichtiger Aspekt ist dabei der Dialog von renommierten Künstler:innen und einer jungen Generation, die mit dem Medium Licht arbeitet. Das Festival gewann zahlreiche Preise. Unter anderem 2022 Gold beim WorldMediaFestival oder Silber beim New York Photography Award.
Organisiert im Auftrag der Bühnen Graz, trägt das Festival die wesentlichen Bestandteile des Theaters – Licht, Klang, Sprache und Text – in den öffentlichen Raum hinaus. Bernhard Rinner, Geschäftsführer der Bühnen Graz, erinnert sich: „Am 2. Mai 2015 fing alles an: Die Rückseite der Oper Graz erstrahlte erstmals in buntem, tanzendem Licht. Dazu erklang der Opernchor – KLANGLICHT war geboren. Dass dieser Abend den Beginn eines Kunstfestivals markieren sollte, war damals weder mir noch den anderen Mitwirkenden der Bühnen Graz bewusst. Doch schon mit der zweiten, dritten Ausgabe verwandelte sich KLANGLICHT in ein mehrtägiges Festival, das quer durch die steirische Landeshauptstadt Licht- und Klangkunst präsentiert.
Im Grunde ist meine kuratorische Arbeit bis heute eine Spurensuche: Welche Werke eignen sich sowohl inhaltlich als auch materiell für die nächste Festivalausgabe?

Liz West, Our Colour Reflection, Licht Kunst Biennale EVI LICHTUNGEN, St. Michaelis Kirche, Hildesheim, 2024, Foto: © Sara Förster
Das diesjährige Festival knüpft damit an zahlreiche Erinnerungen aus einem Jahrzehnt KLANGLICHT an, um zugleich neue Eindrücke anzubieten. Kuratiert und künstlerisch geleitet wird das Festival von Birgit Lill-Schnabl.
Die Idee entstand bei ihren Spaziergängen durch die Stadt: „Ich bin oft durch die Straßen von Graz gewandert und habe Orte entdeckt, die sich mit Licht und Klang ‚bespielen‘ ließen. Viele von ihnen wurden in den letzten zehn Jahren tatsächlich zu Ausstellungsorten von KLANGLICHT, andere warten noch auf ihren Auftritt. Denn Licht und Klang und der Ort müssen stets erst zusammenfinden. Im Grunde ist meine kuratorische Arbeit bis heute eine Spurensuche: Welche Werke eignen sich sowohl inhaltlich als auch materiell für die nächste Festivalausgabe? Welcher Ort trägt einem Kunstwerk gebührend Rechnung und umgekehrt, welcher Inhalt zollt auch dem Raum seinen Tribut?“

SOT GLAS, Ana Shametaj & Giuditta Vendrame, © Alexander Koch für Klanglicht 2024
„KLANGLICHT ist für mich so viel mehr als ‚nur‘ ein Kunstfestival“, so Birgit Lill-Schnabl. „Es ist Sprachrohr, Brückenbauer, Diskussionsstifter, Begegnungs- wie Berührungspunkt. Mit immer neuen Werken und wechselnden Orten gleicht kein Festivaljahr dem anderen."
So nimmt das Festival 2025 sein zehnjähriges Bestehen zugleich Anlass für eine Rückschau wie auch ein Auftrag für die Zukunft, verbunden mit der Frage: Warum widmet sich eine Institution der darstellenden Künste so eingehend den Medien Licht und Klang? „In Zeiten, in denen unsere Aufmerksamkeit schwindet und damit auch Oper und Schauspiel immer öfter zur Herausforderung werden, ist es notwendig, Türen zu öffnen und Schwellen zu mindern“, so Bernhard Rinner.
Weiter lesen Sie in unserer aktuellen Ausgabe PARNASS 03/2025.

INNER, OUTER, OTHER by Sebastian Kite © Kanizaj for Klanglicht 2022

Chronos by MO:YA, © Luke Goodlife / Klanglicht 2022

