Expansion nach Wien: KLANGLICHT 2026

KLANGLICHT 2026 bringt Licht- und Klangkunst nach Schloss Eggenberg und erstmals auch in den Schwarzenberggarten am Belvedere – zeitgenössische Licht- und Klangkunst wird an zwei historisch bedeutenden Orten neu interpretiert.
2026 wird KLANGLICHT erstmals als mehrwöchige Ausstellung im UNESCOWeltkulturerbe Schloss Eggenberg umgesetzt. Das barocke Schloss und die Gartenanlage dienen dabei auch als inhaltlicher Ausgangspunkt der kuratorischen Leitidee: Schloss Eggenberg als »gebaute Zeitmaschine «, in der Rationalität, Mythos und Imagination aufeinandertreffen. Mit „Klanglicht im Park – The Sound of Light“ kommt das erfolgreiche Festival erstmals auch nach Wien. Von 23. Oktober 2026 bis 10. Jänner 2027 wird der Schwarzenberggarten zum ersten Mal zur Bühne für KLANGLICHT, das den historischen Garten mit eigens für diesen besonderen Ort konzipierten Kunstinstallationen bespielt. Mitten in Wien und doch fernab allen Trubels wird der Schwarzenberggarten dabei zu einer Oase der Ruhe. Ein atmosphärischer Rundgang führt über die vier Terrassen des historischen Gartens zu internationalen und österreichischen Licht- und Klangkunstwerken.
Hartung & Trenz
RÄUME DER ZEIT
Schloss Eggenberg, Graz
Hartung & Trenz verwandeln die Allee des Schlossparks Eggenberg in eine begehbare Landschaft aus Sprache, Licht und Klang. Das Thema Zeit spiegelt sich in den Texten wider. Begriffspaare wie »Erinnern und Vergessen«, »Blühen und Welken « oder »Werden und Sein« tragen Zeit bereits in sich. Gleichzeitig verändert sich ihre Lesbarkeit ständig, denn erst durch die Bewegung der Besucher: innen werden die Projektionen lesbar. »Eine Projektion ist für einen Moment lesbar, wenige Meter weiter löst sie sich wieder auf. So entsteht ein Zwischenraum, in dem man über das Gesehene nachdenkt, vielleicht zurückgeht und neue Zusammenhänge entdeckt«, so Detlef Hartung. Analog zu den Wortbildern entstehen akustische Räume, deren Klang je nach Standort wechselt.

Hartung & Trenz, Constellations, Foto: Klanglicht 2022, © Luke Goodlife / Bildrecht, Wien 2026
Und nicht zuletzt ist auch die Natur ein wesentlicher Bestandteil der Installation, die mit ihrer eigenen Lebendigkeit die Bild- und Klangräume anreichert. Die Installation versteht Zeit nicht als lineare Abfolge, sondern als persönliche Erfahrung – als etwas, das im Gehen, Wahrnehmen und Erinnern entsteht. Aus einer zweidimensionalen Projektion entsteht eine dreidimensionale Erfahrung.
Miriam Hamann
TERRE ROULANTE
Schwarzenbergpark, Wien
Die Installation von Miriam Hamann greift den barocken Garten als Sinnbild einer neuen wissenschaftlichen Weltsicht auf. Der Garten war nicht mehr nur eine kunstvoll arrangierte Landschaft, sondern bot mit Sichtachsen, geometrischen Beeten und symmetrischen Formen die Möglichkeit, Natur zu vermessen und zu regeln. »Der Barockgarten ist Ausdruck des menschlichen Wunsches, Natur zu verstehen – und gleichzeitig zu kontrollieren.«, so Hamann. Ausgehend von einer historischen astronomischen Zeichnung des französischen Wissenschaftlers und Kupferstechers Sébastien Leclerc (1637–1714) entsteht eine begehbare Lichtinstallation, die kosmische Ordnung, Geometrie und Natur verbindet. Zugleich ist sie eine zeitgenössische Reflexion über Wissenschaft, Wahrnehmung und den menschlichen Versuch, die Welt zu begreifen.

Miriam Hamann, Terre Roulante, © by the artist / Bildrecht, Wien 2026
Inge Dick
JAHRES LICHT WEISS
Schloss Eggenberg, Graz
Wie sich das Licht im Laufe eines Tages, eines Monats oder gar eines ganzen Jahres verändert, bleibt unserem Auge meist verborgen – in der Kunst von Inge Dick wird dieser kontinuierliche Wandel jedoch sichtbar. Zwischen 2012 und 2015 entstand der vierteilige Zyklus »jahres licht weiss«, für den die Künstlerin in ihrem lichtdurchfluteten Atelier einen weißen Raum über mehrere Tage hinweg filmisch festhielt. Zu jeder Jahreszeit zeichnete die Kamera ausschließlich das Licht darin auf – seine wechselnden Farbtemperaturen, die durch den Rhythmus der Tageszeiten und atmosphärischen Bedingungen der Natur bestimmt sind. Daraus entstanden Filme und Filmstills mit überraschend reichen und vielschichtigen Farbspektren. Die vier Jahreszeiten werden nun im Schloss Eggenberg im Planetensaal erlebbar: Auf vier hinterleuchteten Wänden entfaltet sich der Zyklus der vier Jahreszeiten.

Inge Dick, sommerlicht weiss, © by the artist / Bildrecht, Wien 2026, Courtesy Galerie Sturm & Schober
Luke Jerram
MUSEUM OF THE MOON
Schwarzenbergpark, Wien
Es ist ein gewaltiger Anblick, der sich beim Eintritt in den Schwarzenberggarten eröffnet: Luke Jerrams Lichtskulptur »Museum of the Moon« zeigt eine Nachbildung des Mondes mit sieben Metern Durchmesser. Jeder Zentimeter bildet etwa fünf Kilometer der Mondoberfläche nach, deren Krater, Berge und Täler für Betrachtende sichtbar werden. Im unmittelbaren Erleben verschmelzen NASA-Aufnahmen des Mondes mit sanftem Mondlicht, das vom Inneren heraus strahlt, akustisch ergänzt um eine Surround- Sound-Komposition des mehrfach ausgezeichneten Komponisten Dan Jones. »Museum of the Moon« wurde in mehr als 300 Ausstellungen in rund 30 Ländern gezeigt und begeisterte bereits Millionen von Menschen. Von Ort zu Ort ändert sich dabei die Interpretation der Betrachtenden – einerseits ein Zeichen unserer kulturellen Unterschiede, andererseits Beweis, wie sehr der Mond Menschen über alle Grenzen hinweg berührt und dadurch verbindet. »Im Mond liegt eine kulturübergreifende Faszination. Er inspiriert Religionen, Musik, Poesie und Literatur, prägt so viele unserer Märchen und Legenden. […] Wo immer unsere Reise hingeht, die Interpretation des Werkes ist stets ein wenig anders.« – Luke Jerram
KLANGLICHT 2026
in Schloss Eggenberg, Graz
23/10 - 07/11/2026
im Park, Wien
Schwarzenberggarten am Schloss Belvedere
23/10/2026 - 10/01/2027

Luke Jerram, Museum of the Moon, Foto: © Luke Goodlife / Bildrecht, Wien 2026

PARNASS 03/2026
