Das erwartet uns bei der viennacontemporary 2025

Über 100 Aussteller:innen, Talks, Preisvergaben, Kids-Programme und einen starken Fokus auf junge Kunst verspricht die viennacontemporary 2025, die von 11. bis 14. September wieder in der Messe Wien Halle D stattfinden wird. Ein kleiner Einblick, was genau uns bei der diesjährigen Ausgabe von Österreichs wichtigster Kunstmesse erwartet.
Galerie Gugging
Marko Djurdjevic, Leopold Strobl
Beim Stand G92 rückt die galerie gugging unter dem Titel: „NATURE – blau & grün“ die Werke des Künstlers Marko Djurdjevic (2001) und Leopold Strobl (1961) im Fokus.
Der in Wien geborene, autodidakte Künstler Marko Djurdjevic verarbeitet seine Kindheitserfahrungen im Kinderheim Klosterneuburg in seiner Kunst. Die figurative Bildsprache spiegelt dabei seine tiefen Emotionen über Liebe, Tod und Einsamkeit wider, das markante Blau dient als Filter sowie als Prozess der Selbstheilung.
Im Kontrast zu Djurdjevics beeindruckenden, großformatigen Ölbildern präsentiert die galerie gugging die magischen, kleinformatigen Arbeiten des renommierten, autodidaktischen Künstlers Leopold Strobl, der im vergangenen Jahr auf der 60. Internationalen Kunstausstellung La Biennale di Venezia vertreten war. Strobls Arbeiten wirken wie magnetische Portale und sind eine ideale Ergänzung zum Œuvre von Marko Djurdjevic.

Leopold Strobl, Ohne Titel, 2020, Bleistift, Farbstifte auf Zeitungspapier, kaschiert auf Papier, 11,5 x 14,6 cm, Courtesy galerie gugging
Galerie Dantendorfer
Kurt Hüpfner
Mit der Präsentaton Resilience von Kurt Hüpfner zeigt die Galerie Dantendorfer auf der viennacontemporary 2025 eine kraftvolle Auseinandersetzung mit der Figur Hiob – einem Sinnbild menschlicher Widerstandskraft im Angesicht von Verlust, Schmerz und existenzieller Herausforderung. Hüpfners Zeichnungen und Skulpturen umkreisen zentrale Fragen nach dem Umgang mit Leid und Wandel. Resilienz erscheint hier nicht als stilles Erdulden, sondern als aktive, zutiefst menschliche Suche nach Sinn – fragil, widersprüchlich, lebendig.
Die Teilnahme an der Messe markiert auch einen inhaltlichen Neubeginn: Seit Jänner 2025 wird die Galerie von Elisabeth Dantendorfer in zweiter Generation geleitet. Die Neuübernahme geht mit einer programmatischen Öffnung einher: Im Mittelpunkt stehen verstärkt künstlerische Perspektiven, die neue Sichtweisen eröffnen – darunter insbesondere auch Arbeiten von feministischen Künstlerinnen und bislang weniger sichtbaren Stimmen.

Kurt Hüpfner, Hiob, 1993, Gips, Pigmentfarbe, Leinöl, 30,5 x 22,2 x 16 cm, Courtesy Galerie Dantendorfer and the artist
MARIO MAURONER CONTEMPORARY ART
RASHID AL KHALIFA
Weiß wählte der Künstler Rashid Al Khalifa zum Thema seiner Präsentation bei Mario Mauroner Contemporary Art. Ein Weiß, das so verschieden ist, dass die von ewigem Weiß umgebenen Inuit für dieses mehr als 200 verschiedene Namen haben.
Inspiriert vom gleißenden Weiß der Sonne, dem flirrenden Spiel des Lichts, den kühlen Schatten spendenden Mashrabiyyas, den unablässig ziehenden und sich ständig verwandelnden Wolkenformationen und den rastlos wandernden Dünen seiner Heimat Bahrain schafft Rashid Al Khalifa eine wundersam meditative Welt: einen Ort des Rückzugs und der Stille. In seinen konvexen „Spectren“ spielt der Künstler aber nicht nur auf Phänomene der Natur an.
Rashid Al Khalifas Werke verweisen auf Möglichkeiten der Annäherung, darauf Berührungspunkte zu suchen, nicht nur in der Geometrie, sondern von Gemeinsamem und Verbindendem zwischen den Kulturen.

Rashid Al Khalifa, White Parametric, 2018, Enamel on Aluminium, 150 x 150 cm, Courtesy of Mario Mauroner Contemporary Art
Galerie nächst St. Stephan auf der viennacontemporary
Malerische, konzeptuelle und skulpturale Arbeiten erkunden unterschiedliche Zugänge zu Material, Raum und Bildsprache. Katharina Grosse entfaltet Malerei in intensiver Farbigkeit und räumlicher Setzung, die Bewegung und Offenheit erzeugt. Luisa Kasalicky integriert Ornamente in kräftige Farbfelder, die an sakrale Glasfenster erinnern und eigene Bildarchitekturen schaffen. Jongsuk Yoon verbindet Spuren von Zeit, Körperlichkeit und Biografie zu farbigen, abstrahierten Landschaften. Auch Herbert Brandl thematisiert Landschaft, indem er deren Monumentalität und Fragilität betont. Daniel Knorr entwickelt goldfarbene Canvas Sculptures ohne klassischen Bildträger, die er frei im Raum formt. Isa Melsheimers keramische Strukturen verweisen auf architektonische Habitate und deren Balance von Fragilität und Stabilität. Christoph Weber schließlich untersucht, wie sich ökonomische Systeme und Klimafolgen künstlerisch übersetzen lassen.

Christoph Weber, Bind, 2025 Beton, Holzteer, Bienenwachs, Kolophonium, Paraffin, 53 x 34 x 37 cm, Foto: Markus Wörgötter, © Bildrecht, Wien 2025 Courtesy Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder
ÜBRIGENS: Unser Interview mit der neuen Leitung der viennacontemporary können Sie jetzt in unserer Herbstausgabe lesen!





