Timo Miettinen, Gehri Sackler, Erwin Hauser

Collecting – Sammler:innen im Porträt

Timo Miettinen vor dem Bild Ola Kolehmainen »Chrystal Palace Alice«, 2024, Foto: Christoph Musiol

Drei Sammler:innen, drei Kollektionen, eine Leidenschaft. Timo Miettinen, Gheri Sackler und Erwin Hauser beweisen in Sachen Kunstsammeln nicht nur, dass sie ein Händchen für Qualität haben, sondern auch, wie sehr sie für die Kunst brennen. Wir sprachen mit ihnen über Diversität in ihren Sammlungen, das wilde Leben in Kalifornien und den unerwarteten Ausstellungstitel "Cool". Lesen Sie die ganzen Interviews in der PARNASS Sommer-Ausgabe 02/2025


 

Timo Miettinen

EIN OFFENES HAUS IN BERLIN-CHARLOTTENBURG

„Ich hatte immer Interesse an Architektur, Kunst, Design und auch Mode. Doch für den ernsthaften Aufbau einer Sammlung fehlte durch meine berufliche Tätigkeit in unserem Familienunternehmen die Zeit. Mit 50 dachte ich dann, ich kann doch noch etwas anderes machen und habe mein Interesse für Kunst zum Lebensmittelpunkt gemacht.“ Seit einigen Jahren lebt Timo Miettinen in einem Gründerzeithaus in Berlin-Charlottenburg. Gleich im Treppenhaus empfängt die Besucher:innen eine Skulptur von Markus Lüpertz. In mehreren Räumen zeigt Miettinen regelmäßig Ausstellungen mit den Werken aus seiner Kunstsammlung. Vor vielen Jahren hat er auch den Salon Dahlmann gegründet, einen Ort für Diskurs, Musik, Design und Kunst. In diesem Jahr wird Timo Miettinen 70 Jahre alt und schenkt sich ein Jahr voller Ausstellungen. Wir haben den Sammler in Berlin besucht.

Die Räume sind ein Gesamtkunstwerk, ich schätze dieses Zusammenwirken von Kunst, Design und Architektur.

Timo Miettinen
Timo Miettinen vor dem Bild Oska Gutheil, Portrait Timo Miettinen, 2019, Foto: Christoph Musiol

Timo Miettinen vor dem Bild Oska Gutheil, Portrait Timo Miettinen, 2019, Foto: Christoph Musiol


GHERI SACKLER

Servus wien – Die reise einer sammlerin

Eine klassische Altbauwohnung mit Blick auf die französische Botschaft – historisch, elegant, fast staatsmännisch. Doch wer das Entrée von Gheri Sacklers Zuhause in Wien betritt, findet sich in einer farbenfrohen Wunderkammer wieder: ungewöhnliche Kompositionen, Kunst in allen Formen und ein Flair, das an die kreative Ekstase der 1970er-Jahre erinnert. Zwischen einem Werk von Tamuna Sirbiladze, einer Installation von Cécile B. Evans und einem leuchtenden Paravent des renommierten YBA-Künstlers Liam Gillick, welcher umfunktioniert und an die Decke montiert wurde, eröffnet sich die Welt von Gheri Sackler. Nun zog die Sammlerin von Wien nach Lissabon – wir statteten ihr einen Abschiedsbesuch in der legendären Wohnung im 4. Bezirk ab.

Es gibt immer Platz für Kunst, das ergibt sich von selbst.

Gheri Sackler
Gheri Sackler, Foto: Simon Veres

Gheri Sackler, Foto: Simon Veres


ERWIN HAUSER

COOL

Von Waldmüller und Ammerling, Blau, Moll, Kubin und Funke bis zu Fuchs, Leherb, Hundertwasser, Zeppl-Sperl oder Ringel, von Hollegha und Staudacher bis zu Mosbacher, Damisch, Brandl, Kowanz, Krawagna oder Wurm, von den Künstlern des Biedermeier über die neue Sachlichkeit, die Phantastischen Realisten, das Informel, die jungen Wilden bis zu den heutigen Zeitgenoss: innen reicht Hausers Sammlung, und das in einer bemerkenswerten Tiefe an Gemälden, Skulpturen und auch Grafiken. Es sind Erwin Hausers „Kinder“, wie er sagt, und zu jedem Werk kann er eine Geschichte erzählen. Sei es, dass er die Kunstrichtung schätzt, dass er den oder die Künstler:in persönlich kennt oder dass die Arbeit einen wichtigen Stellenwert im Kunstkosmos darstellt. „Ich muss die Arbeit verstehen und es sollte ihr eine gewisse Handwerklichkeit zu Grunde liegen“, beschreibt der Sammler seine Vorgehensweise. Erwin Hauser überließ dem Lentos in Linz einen Großteil seiner Sammlung. Ein Best-of ist ab Juni in der Ausstellung "Cool. Sammlung Erwin Hauser" zu sehen.

Ich habe immer nach subjektiven Kriterien gekauft, und doch systematisch.

Erwin Hauser
Erwin Hauser, Foto: Violetta Wakolbinger

Erwin Hauser, Foto: Violetta Wakolbinger


Lesen Sie die ganzen Artikel in der PARNASS Sommerausgabe 02/2025.


 

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