Artist in Residency – Krallerhof Leogang

Die Krallerhof Artist Residency (KAR) im Hotel Krallerhof in Leogang (Salzburg) bringt internationale Künstlerinnen und Künstler für Live-Ateliers vor Ort in die Alpen. Unter der kuratorischen Leitung von Daniel Hölzl entstehen Skulpturen, Installationen und Gemälde. Hotelgäste erleben den kreativen Prozess hautnah bei offenen Ateliers und Meet & Greets. Mindestens ein geschaffenes Werk je Künstler:in geht anschließend in die hauseigene Kunstsammlung über.
Die Geschichte des Krallerhof in Leogang ist eng mit der Familie Altenberger in Leogang verbunden. Aus einem traditionellen Bauernhof entwickelte sie über mehrere Generationen einen international bekannten 5-Sterne-Hotelbetrieb. Ein spannungsreiches Crossover von Kunst und Design bestimmt das Ambiente des Hauses ebenso wie die über viele Jahre vor allem von Gerhard Altenberger zusammengetragene Kunstsammlung. Die Sammlung umfasst unter anderem Gemälde mit Bergmotiven der in Saalfelden lebenden Malerin Helene Maria Schorn, des Wiener Künstlers Ty Waltinger sowie einen umfangreichen Bestand an Werken von Hermann Nitsch. Die Kunst findet sich im gesamten Hotel, unter anderem in den Zimmern und öffentlichen Bereichen.
Die Residency ermöglicht einen ganz anderen Zugang zur Kunst, weil man den Arbeitsprozess mitverfolgen kann.

KAR 2026, Foto © Krallerhof
Der Krallerhof bezeichnet selbst den Zusammenhang von Kunst und Design als einen wesentlichen Bestandteil seines Hauses. So wurde 2011 der sogenannte „nitsch raum“ etabliert, der ausdrücklich als Ruhe- und Meditationsraum gedacht ist. Aus dem privaten Sammeln ist auf Initiative von Michaela Altenberger eine aktive Kunstförderung geworden. Für die Sammlung wird gerade von zwei Kunsthistorikerinnen aus Berlin ein Bestandskatalog erstellt.
Seit 2025 gibt es die Krallerhof Artist Residency (KAR), bei der internationale Künstler:innen vor Ort arbeiten. Konzept und Idee der Residency stammt von dem Künstler Daniel Hölzl. Der in Tirol geborene Künstler lebt heute in Berlin und ist aktuell einer der Preisträger:innen des STRABAG Art Award. Er schlägt nicht nur Künstler:innen für die Residency vor, die dann gemeinsam mit Michaela Altenberger ausgewählt werden, sondern betreut diese auch vor Ort – von künstlerischen Belangen bis hin zu gemeinsamen Wanderungen in die Berge. Hölzl konzipierte auch den Umbau eines ehemaligen Stalls in drei großzügige Ateliers, wo die Künstler:innen gute Arbeitsbedingungen vorfinden.
Zweimal im Sommer für je fünf Wochen werden jeweils drei Künstler:innen eingeladen, die sich für ein paar Tage auch zeitlich überlappen, im Sinne eines Austausches. Ebenso lädt Daniel Hölzl auch Mentor:innen ein, die jeweils zum Abschluss einer Residency vor Ort sind und Gespräche mit den Künstler:innen führen. In diesem Jahr waren dies Madeleine Freund, von der Pinakothek München, der Galerist Max Goelitz und der Kurator und Leiter für den Bereich Moderne Sammlung am Innsbrucker Ferdinandeum, Florian Waldvogel. „Wichtig ist uns“, so Daniel Hölzl, „dass sich auch eine Kommunikation und ein gutes Zusammenspiel zwischen den Künstler:innen ergibt, die ja doch für viele Wochen hier gemeinsam arbeiten – und das auch gewährleistet ist, dass sie wirklich in dieser Zeit auch vor Ort sein können.“ Wichtig ist Hölzl auch die Medienvielfalt. „Da jedoch jeweils eine Arbeit pro Künstler:in vor Ort bleibt, muss man auch realistisch sein, dass z.B. größere Installationen schwerer in die Sammlung integrierbar sind.”

Tomas Kleiner, KAR 2026, Foto © Krallerhof
2025 waren u.a. mit Alona Rodeh, deren Lichtskulptur „Alpenfledermaus“ nun in die Sammlung aufgenommen wurde, oder Lukas Lieser, der mit Stein arbeitet, Angelika Loderer oder die Künstlerin Ju Young Kim Positionen im Bereich der Skulptur und konzeptuellen Kunst vor Ort. 2026 bestand die erste Gruppe aus George Bezani, Victoria Pidust, und Volo Bevza, die Künstler:innen der zweite Gruppe, die von Juni bis Juli am Krallerhof arbeitete, waren Elisa Alberti, Mariona Berenguer und Tomas Kleiner.
Die in Wien lebende Künstlerin Elisa Alberti mit deutschen und italienischen Wurzeln realisierte Werke, in denen einfache geometrische Formen und sanfte monochrome Flächen vorherrschen. Sie arbeitet mit einem reduzierten Formenvokabular, kombiniert harmonische Farben mit weich gerundeten Formen.

Elisa Alberti, KAR 2026, Foto © Krallerhof
Die aus Spanien stammenden Künstlerin Mariona Berenguer schuf während der Residency Werke, die auch einen Bezug zum Ort haben. Darunter Malerei, in denen sie den Schattenwurf der Hotelpflanzen in nahezu abstrakte Gemälde transformierte sowie Textilarbeiten. Letztere setzen an einen Werkzyklus an, an dem die Künstlerin seit längerem arbeitet und die aus gebrauchter Arbeitskleidung entstehen, Schutzanzüge, Warnwesten und nun neue Arbeiten mit weißer Arbeitskleidung aus der Küche des Hotels. Spuren der Alterung, der Verschmutzung bleiben sichtbar und werden so auch zu einer Art Porträt der jeweiligen Personen, die diese Kleidung getragen haben.
Tomas Kleiner, geboren in Schweden, arbeitet in Düsseldorf. In seinen Bildern und performativen Objekten spielen Luft, Wetterkarten und meteorologische Phänomene die Hauptrolle. So ließ er auf der Wiese textilartige, fallschirmähnliche Objekte schweben. In seinen Wachsarbeiten wirken die hineingearbeiteten linearen Wetterkarten wie Momentaufnahmen eines Prozesses. Wachs und Linien treffen aufeinander und erzeugen eine Bildwelt, in der Material, Bewegung und Zeit sichtbar werden.

Mariona Berenquer, KAR 2026, Foto © Krallerhof
„Die Residency ermöglicht einen ganz anderen Zugang zur Kunst, weil man den Arbeitsprozess mitverfolgen kann“ so Michaela Altenberger. Die Kunst sieht sie auch als Bereicherung für das Hotel und den Ort: „Der Krallerhof ist ja per se mit seinen Longevity und Wellness-Angeboten und mit der ihn umgebenden Natur ein Energieplatz. Und Kunst ist ein wesentlicher Teil davon, der zur positiven Atmosphäre des Hauses beiträgt.“ Mit dem Programmpunkt „Open Studios“ will man auch den Zugang zur Kunst erleichtern und Hemmschwellen abbauen. Die Künstler:innen öffnen die Ateliers mit dem Ziel einen informellen Austausch mit den Hotelgästen zu ermöglichen. Wobei, betont Michaela Altenberger es auch abseits der Open Studios immer möglich ist, die Ateliers zu besuchen.
Die Residency hat Potenzial sich weiterzuentwickeln. Immer wieder kommen interessante Anfragen herein und der Krallerhof wird in der Kunstszene als kreativer Ort bekannt. Geplant ist auch, wenngleich noch vage, eine Art Galerie, wo dann die, während der Residency geschaffenen Arbeiten gezeigt werden können. „Wir hoffen sehr, damit auch die Künstler:innen eine wenig auf ihrem Weg zu unterstützen, allein, dass sie hier vor Ort, ohne sich um Alltagsbelange kümmern müssen, für fünf Wochen arbeiten können.“
KAR – KRALLERHOF ARTIST RESIDENCY
Hotel Krallerhof, Leogang

KAR 2026, Foto © Krallerhof

