Art Around – unsere Kunst-Tipps für Sachsen

In unserer Frühjahrsausgabe 2026 laden wir Sie auf eine Rundreise durch die sächsische Kunstszene ein. Die vollständigen Texte und weitere Tipps lesen Sie in »Art Around – Sachsen« ab Seite 128 – jetzt Ausgabe bestellen.
DRESDENER RESIDENZSCHLOSS
Seit 1945 Ruine, seit 1986 Baustelle, ab 2027 fertig: Das Residenzschloss Dresden ist die ehemalige Hauptresidenz der Kurfürsten von Sachsen. Die Geschichte der Anlage umfasst mehrere Bauphasen. Ein erster umfangreicher Umbau in ein prachtvolles Schloss im Stil der Renaissance unter Verwendung alter Bauteile erfolgte um 1548 durch Kurfürst Moritz von Sachsen, ein weiterer Ende des 19. Jahrhunderts im Stil der Neorenaissance. So haben viele Stilrichtungen von der Romanik bis zum Historismus ihre Spuren an dem Bauwerk hinterlassen.
Bei den Luftangriffen auf Dresden am 13. Februar 1945 wurde das Residenzschloss massiv zerstört, seit 1986 arbeitet man am Wiederaufbau. Mit der Eröffnung der Ausstellungen im Großen Ballsaal und im Propositionssaal ist dieser nun fast vollendet, das Ende der Renovierung ist absehbar.
Ausstellungsansicht "Masken und Kronen" im Propositionssaal, © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Oliver Killig
Eine Hauptrolle in der seit April geöffneten Ausstellung »Masken und Kronen. Festkultur und Machtrepräsentation am Dresdner Hof« spielt der sächsische Kurfürst August der Starke, der ab 1697 Oberhautpt des Kurfürstentums Sachsen und des Königreichs Polen war. Hier werden kostbare Zeitzeugnisse gezeigt, unter anderem Originalgewänder wie der Krönungsmantel Augusts und Macht-Insignien wie der einzige, aus dem Römischen Reich erhaltene Kurhut. Aus dem Depot kommt außerdem die so genannte Sonnenmaske August des Starken, eine feuervergoldete Kupfermaske nach dem Gesicht Augusts.
MASKEN UND KRONEN.
FESTKULTUR UND MACHTREPRÄSENTATION AM DRESDNER HOF
Dauerausstellung im Residenzschloss | Mehr Informationen
Ausstellungsansicht "Masken und Kronen", © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Oliver Killig
Modersohn-Becker MEETS Munch
Erstmals vereint: Dresden zeigt, wie Paula Modersohn-Becker und Edvard Munch die »Großen Fragen des Lebens« gesehen haben. Sie sind sich nie begegnet und haben doch so viel gemeinsam. Das will die Ausstellung im Albertinum in Dresden nun zeigen. Dass diese Schau gerade in hier erdacht und organisiert wurde, überrascht nur auf den ersten Blick, denn in Dresden gab es früh Interesse für Modersohn-Becker und Munch. Die Nazis diffamierten beide Künstler:innen und ließen ihre Werke als »entartet« aus den Museen entfernen. Nun kehren diese jedoch zurück in einer Ausstellung, die sich mit Kindheit und Jugend, Mutterschaft, Tod und Natur, Einsamkeit und Sehnsucht beschäftigt.
PAULA MODERSOHN BECKER UND EDVARD MUNCH.
DIE GROSSEN FRAGEN DES LEBENS
bis 31.05.2026, Albertinum | Mehr Informationen
links: Edvard Munch, Vampir, 1895, © Munchmuseet, Oslo, Foto: Halvor Bjørngård / rechts: Paula Modersohn-Becker, Selbstbildnis mit Hand am Kinn, 1906/07, © Landesmuseum Hannover / ARTOTHEK
Faszination für Herkules
Da steht er, der Held: gespannt jeder Muskel, angespannt das Gesicht. Das ist kein Wunder, denn er trägt die ganze Erde auf seiner Schulter. Unter den Herkulesdarstellungen ist die von Balthasar Permoser eine der kraftstrotzendsten. Aktuell kann sie – ganz nah und in allen Einzelheiten – in der dem mythischen Kämpfer gewidmeten Ausstellung in der Gemäldegalerie Alte Meister bestaunt werden.
Herkules als kraftstrotzenden Helden darzustellen, war für den Meister der sächsischen Barockskulptur, Balthasar Permoser, eine Notwendigkeit. Denn August der Starke (1670–1733) war nicht nur der Auftraggeber, er identifizierte sich auch mit dem antiken Helden und sammelte Heldendarstellungen. Daher verwundert es nicht, dass sich mit den Stücken aus den Dresdener Sammlungen, die durch einige Leihgaben ergänzt werden, problemlos eine prächtige Ausstellung über den Helden Herkules zusammenstellen ließ. Und ebenso über den Antihelden. Denn der Mythos erzählt nicht nur von der Kraft und Cleverness des Halbgottes, sondern auch von seiner Trunksucht, seinem Jähzorn, seiner Schwäche für schöne Frauen. Die Ausstellung mit dem Titel »Herkules – Held und Antiheld« versammelt insgesamt 135 Exponate, darunter auch viele antike Sammlungsstücke, die zeigen, dass die Begeisterung für den starken Helden in Dresden alle Herrscher erfasst hatte und lange vor August begann.
HERKULES – HELD UND ANTIHELD
bis 26.06.26, Zwinger – Gemäldegalerie Alte Meister | Mehr Informationen

Hendrick Goltzius, Der Herkules Farnese, 1617 (verlegt), Blatt 1 aus der Sammlung "Drei berühmte antike Skulpturen", 1592, Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett
100 JAHRE BAUHAUS DESSAU
Vor 100 Jahren zog das Bauhaus nach Dessau. Bereits seit September 2025 feiert die Stiftung Bauhaus Dessau zusammen mit zahlreichen Partner:innen das Jubiläum mit Ausstellungen, künstlerischem Programm, Konferenzen und Festen. Unter dem Titel »An die Substanz« stehen Materialien der Moderne und Gegenwart im Fokus von zahlreichen Ausstellungen und Veranstaltungen im Bauhaus Museum Dessau, im historischen Werkstattflügel und an verschiedenen Orten in der Stadt. Im März 2026 eröffnete die Stiftung Bauhaus Dessau nun die zwei großen Hauptausstellungen des Jubiläums »An die Substanz. Bauhaus Dessau 100« sowie drei kleinere Freiluftpräsentationen. Diese erkunden die materiellen, wirtschaftlichen und technologischen Grundlagen der Gestaltung am Bauhaus.
AUSSTELLUNGSHIGHLIGHTS | Mehr Informationen
Glas | Beton | Metall, bis 10.01.27, Bauhausgebäude / historischer Werkstattflügel, Gropiusallee 38
Algen | Schutt | CO2, bis 27.09.26, ehem. Kaufhaus Zeeck, Kavalierstraße 72
Lamellen | Pfette | Knoten, bis 28.02.27, Junkers-Lamellenhalle / Bootshaus, Leopoldshafen 4
Blech | Membran | Bullauge, bis 28.02.27, Stahlhaus, Siedlung Dessau-Törten, Südstraße 5
Ziegel | Shed | Strom, bis 27.09.26, Historisches Arbeitsamt, August-Bebel-Platz 16

Bauhaus Museum Dessau, © Stiftung Bauhaus Dessau / Foto: Meyer, Thomas
Ein neues Museum für Chemnitz
Nach langjährigen Initiativen und Vorplanungen hat die Stadt Chemnitz im Februar 2023 beschlossen, das ehemalige Elternhaus Karl Schmidt-Rottluffs denkmalpflegerisch zu sanieren. Das frühere Landhaus ist ein Beispiel des Reform- bzw. Heimatstils. Anfang des 20. Jahrhunderts war Rottluff ein ländlicher Ort und noch kein Stadtteil von Chemnitz, auch wenn die intensive Industrialisierung zunehmend auch hier die Region veränderte. Das Gebäude wurde von den Kunstsammlungen Chemnitz eingerichtet und im April 2025 als ihr sechstes Haus eröffnet. Zusammen mit der benachbarten Wohnmühle, in der Karl Schmidt-Rottluff gemeinsam mit seinen jüngeren Geschwistern seine Kindheit verbrachte, ist das Ensemble ein weiterer Schwerpunkt zur Kunst des Expressionismus in Chemnitz.
Seit Jahrzehnten gelten die Kunstsammlungen Chemnitz als ein Ort der Expertise und Forschung zur Kunstgeschichte der Moderne, vor allem zur Kunst des Expressionismus. Die Arbeiten von Karl Schmidt-Rottluff bilden dabei das Kernstück mit einem der größten Bestände an Werken des Künstlers. Das Karl Schmidt-Rottluff Haus zeigt anhand von originalen Kunstwerken, Kunsthandwerk und Dokumenten ausgewählte Aspekte seines künstlerischen Schaffens und seiner biografischen Verbundenheit mit Chemnitz.
Zahlreiche Objekte, Zeichnungen und Dokumente sind erstmals hier zu sehen und auch das Haus selbst ist sehenswert: Mit seiner farbigen Ausgestaltung des Flurs, den alten Treppen, rekonstruierten Türen und Dielen, historischen Fenstern und vielen Details am Außenbau erlaubt es eine Zeitreise in die Anfänge von Karl Schmidt-Rotluffs künstlerischem Werdegang.
Karl Schmidt-Rottluff Haus, Foto: Dirk Hanus
Unser Interview mit Bernd Ebert, Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, sowie die vollständigen Artikel lesen Sie in unserer Frühjahrsausgabe 2026!
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