Die neue Direktorin mischt auf

Alles neu im mumok?

Fatima Hellberg, Foto: Niko Havranek / mumok

Fatima Hellberg ist seit Oktober als neue Direktorin des mumok im Amt. Im Juni 2026 werden die ersten von ihr verantworteten Ausstellungen eröffnen, außerdem plant die geborene Schwedin, die in den letzten Jahren den mehrfach ausgezeichneten Bonner Kunstverein leitete, räumliche Adaptionen im mumok. Wir trafen sie zum Gespräch.


Von außen zu kommen, kann neue Möglichkeiten öffnen, birgt aber auch das Risiko, Dinge nur oberflächlich zu sehen. Mir ist wichtig mit Neugier und Zeit zu arbeiten.

Fatima Hellberg

PARNASS: Bereits bei Ihrer ersten Pressekonferenz 2024 haben Sie viel über »Haltung« gesprochen. Was genau verstehen Sie darunter? Und woran würden Besucher: innen in zwei, drei Jahren konkret merken, dass sich diese Haltung im mumok niederschlägt?
FATIMA HELLBERG:
Haltung ist für mich eine Art Gravitationskraft eines Museums – etwas Verbindendes, das alles, was wir tun, zusammenhält. Sie beginnt mit der Art, wie wir täglich miteinander arbeiten, und den Werten, die wir gemeinsam teilen. Die Haltung prägt, wie wir als Team agieren und wie wir mit Künstler:innen umgehen. Von diesem inneren Kern aus weitet sich der Wirkungskreis bis zur Außenwahrnehmung. Wenn man von der Ausstrahlung eines Hauses spricht, geht es nicht nur um Marketing, sondern um ein Fundament, in dem diese Haltung verankert ist. In diesem Sinn ist die Geschichte des mumok als Museum des 20. Jahrhunderts ein wichtiger Bezugspunkt – und sein Gründungsgeist, der in einer Haltung von Offenheit und Neugier wurzelt.

P: Wo sehen Sie Kontinuitäten zur Ära von Karola Kraus? Und wo wollen Sie ganz bewusst brechen?
FH:
Unter Karola Kraus gab es eine wichtige Bewegung: Künstler:innen hatten eine zentrale Rolle und viel Gestaltungsfreiraum, insbesondere in Einzelausstellungen. Diese Großzügigkeit gegenüber künstlerischen Positionen halte ich für absolut zentral. Woran ich jetzt arbeite, ist eine stärkere Verknüpfung unserer Aufgaben: Sammlungspflege, Ausstellungsprogramm, Vermittlung. Diese Bereiche müssen enger im Dialog sein.

P: Sie hatten lange den Blick von außen auf das mumok. Wofür stand das Museum für Sie?
FH:
Für mich war das mumok immer ein Museum mit einer klaren Tradition des »cutting edge«: ein diskursives Museum, das nah am Zeitgeist ist. Ein Ort, an dem die Spannung zwischen Bewahren und Gegenwart spürbar ist – eine Art elektrischer Strom zwischen Vergangenheit und dem Jetzt. Diese Tradition sollte mit neuen Ideen und Energien weitergeführt werden. Als Kuratorin denke ich aber nicht nur in Ausstellungen. Kuratieren heißt für mich auch, einen Erfahrungs- und Begegnungsraum zu gestalten.

Fatima Hellberg, Foto: Maximilian Pramatarov

Fatima Hellberg, Foto: Maximilian Pramatarov

Das ganze Interview lesen Sie in unserer aktuellen PARNASS-Ausgabe auf Seite 90.

 


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PARNASS 04/2025

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