
PARNASS 03/2025
Unsere neue Ausgabe erzählt Geschichten – von Fotokunst und -künstler:innen, von flämischen Malerinnen und deren Wiederentdeckung, von Schatten und von Licht.
Letzteres war kunstbezogen seit jeher ein Experimentierfeld. Über das letzte Jahrhundert schrieb sich das Medium Licht jedoch erfolgreich in die Kunstgeschichte ein – wir werfen einen genauen Blick drauf und rücken die Werke von Brigitte Kowanz, sowie das 10-jährige Jubiläum des Grazer KLANGLICHT-Festivals – im wahrsten Sinne des Wortes – ins Licht.
Ein besonderes Anliegen waren uns in diesem Magazin auch drei Künstler:innenporträts: Ibrahim Mahama, den wir in Wien trafen, Julius von Bismarck, den PARNASS in seinem Berliner Atelier besuchte, und die norwegische Malerin Anna-Eva Bergman, deren Werk bislang im Schatten ihres Partners Hans Hartung stand, jedoch mit stiller Kraft und Wille zur Autonomie begeistert.
Außerdem widmen wir uns der Stadt Prag als Cityspot und entführen Sie wie immer im Herbst mit „art around“ nach München und Bayern.
FOTOGRAFIE
WOLFGANG TILLMANS • FOTO WIEN 2025 • JITKA HANZLOVÁ
Als wertvolles und mannigfaltiges Medium erstreckt sich die Fotografie in nahezu alle Lebens- und Kunsträume. So findet sie auch Platz im Centre Pompidou, dessen leergeräumte Bibliothek von Wolfgang Tillmans bespielt wird, bevor es in eine fünfjährige Renovierungsphase übergeht. In der österreichischen Hauptstadt blicken wir auf FOTO WIEN, das größte heimische Festival für Fotografie, und auch Positionen wie Fritz Simak und Jitka Hanzlová werden dieses Jahr nicht nur große Ausstellungen gewidmet, sondern auch einige Seiten in unserem Heft.

Wolfgang Tillmans, its only love give it away, 2005, Courtesy Galerie Buchholz, Galerie Chantal Crousel, Paris, Maureen Paley, London, David Zwirner, New York
ALTE MEISTER:INNEN
MICHAELINA WAUTIER • KHM WIEN
Das Kunsthistorische Museum widmet seine Herbstausstellung 2025 Michaelina Wautier, einer bedeutenden, jedoch kaum bekannten Künstlerin des 17. Jahrhunderts. Als selbstbewusste Malerin signierte sie ihre Werke stets mit ihrem eigenen Namen statt etwa eines männlichen Pseudonyms und schreckte nicht vor Darstellungen von Nacktheit oder ungewöhnlichen Bildkonzeptionen zurück. Nach Jahrzehnten voller fehlerhafter Zuschreibungen und Missidentifikationen erlangen ihre Bilder nun wieder die ihnen gebührende Aufmerksamkeit.

Michaelina Wautier, Zwei Mädchen als hl. Agnes und hl. Dorothea, um 1655, Öl auf Leinwand, 89,7 x 122 cm, Königliches Museum für Schöne Künste Antwerpen – Flämische Gemeinschaft, Foto: Rik Klein Gotink
LICHTKUNST
BRIGITTE KOWANZ • 10 Jahre Klanglicht • LIGHT ART MUSEUM BUDAPEST
Von der Arbeit mit Leuchtschrift bis zur Schaffung von atmosphärischen Räumen und der Verbindung von Klang und Licht – Lichtkunst und ihre Qualitäten sind fortwährend an technische und naturwissenschaftliche Erkenntnisse geknüpft. Ihre immense Anziehungskraft kann poetisch, provokant, emotional und politisch sein – und interaktiv. In dieser Rubrik werfen wir einen Blick auf Positionen wie Inge Dick, Brigitte Kowanz und Raphaela Riepl und erkunden das Licht in all seinen Facetten.

Brigitte Kowanz, www 12.03.1989 06.08.1991, 2017, 270 x 670 x 20 cm, Neon, Spiegel, Aluminium, Lack, ALBERTINA – Schenkung Adrian Kowanz 2025, © ESTATE BRIGITTE KOWANZ / Bildrecht, Wien 2025, Foto: Stefan Altenburger
Im porträt
julius von bismarck • ibrahim mahama • Anna-Eva Bergman
Anlässlich seiner ersten österreichischen Einzelausstellung im Kunst Haus Wien trafen wir Julius von Bismarck in seinem Berliner Atelier und sprachen mit ihm über Überschneidungen zwischen seiner Arbeit und der von Friedrich Hundertwasser. Auch der ghanaische Künstler Ibrahim Mahama beeindruckt aktuell in der österreichischen Hauptstadt – was seine Schau in der Kunsthalle inspirierte, erfuhren wir beim Treffen in Wien. Außerdem in "Overshadowed": die norwegische Anna-Eva Bergman, die nach Susan Rothenberg und Christa Hauer bereits die dritte Protagonistin unserer Serie ist.

Julius von Bismarck, Fire with Fire (Video Test), 2020, Courtesy: Julius von Bismarck; alexander levy, Berlin; Sies + Höke, Düsseldorf, © Julius von Bismarck, VG Bild-Kunst, Bonn 2025

