Überraschende Entwicklungen auf der Munich HIGHLIGHTS 2025

Das Oktoberfest ist passé. Nun ist es wieder an der Zeit, dass die bayerische Hauptstadt in Sachen Kunst und Kultur punktet. Dafür sorgen in diesen Tagen nicht nur Eröffnungen in Institutionen wie dem Lenbachhaus, im Espace Louis Vuitton München mit Wolfgang Tillmans oder die Lange Nacht der Museen am kommenden Samstag, sondern auch die Kunstmesse HIGHLIGHTS in der Münchner Residenz.
Es zeugt schon von Selbstvertrauen, wenn es sich eine Kunstmesse leisten kann, vor der offiziellen Eröffnung zwei Tage ausschließlich für geladene Sammler:innen und VIPs zu reservieren. Die internationale Kunstmesse HIGHLIGHTS Munich kann sich das anscheinend leisten. Wer den Trubel am überfüllten ersten Preview-Tag miterlebt hat, weiß warum – schon vor dem Öffnen der Türen bildete sich eine beachtliche Schlange vor der Residenz. Doch ein volles Haus mit guter Stimmung ist bei einer Kunstmesse – gerade in dieser Zeit – nicht einmal die halbe Miete.
Von einer Wirtschaftskrise sei während der Eröffnungstage wenig zu spüren gewesen.
Die HIGHLIGHTS – Internationale Kunstmesse München findet heuer zum 16. Mal statt und versammelt 51 Galerien, vorwiegend aus Deutschland, ergänzt durch Kunsthändler aus Österreich, der Schweiz, den Vereinigten Staaten und den Niederlanden. Zusätzlich hat die Messeleitung drei renommierte Institutionen für Sonderpräsentationen eingeladen: die Städtische Galerie im Lenbachhaus, die Villa Stuck sowie das Olaf Gulbransson Museum am Tegernsee.
Direktorin Juana Schwan betont, die Messe sei ein Ort des „epochenübergreifenden Dialogs“. Ein treffender Ausdruck für eine Melange aus Alten Meistern, Klassischer Moderne und zeitgenössischer Kunst – garniert mit Schmuck und Juwelen. Die Auswahl der Galerien erfolgte, so Schwan, nach höchsten Qualitätskriterien.
„München ist aufgrund seiner Finanzstärke ein sehr guter Marktplatz“, erzählt Kathi Zetter von der Galerie bei der Albertina ▪ Zetter im Gespräch mit PARNASS. „Es ist ein tolles Publikum hier – unsere Sammler kommen nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Österreich und der Schweiz hierher.“ Von einer Wirtschaftskrise sei während der Eröffnungstage wenig zu spüren gewesen, vielmehr ortet Zetter „seit etwa drei Monaten wieder einen leichten Aufwärtstrend im Markt“. Vielleicht setzt sich dieser Trend in München für die Galerie bei der Albertina fort – etwa bei einem wunderbaren Kleinod (ca. 10 x 16 cm) von Egon Schiele, einer Figurenstudie aus dem Jahr 1911 (320.000 Euro), oder einer farbkräftigen Arbeit von Maria Lassnig (470.000 Euro).

Egon Schiele, Figuren, 1911, Aquarell, Gouache und Bleistift auf Papier, 10,3 x 16,5 cm, Courtesy of Galerie bei der Albertina ▪ Zetter
Die Besucher:innen sind überaus interessiert – vom Anfang bis zum Ende fragen sie dir Löcher in den Bauch.
Ähnlich optimistisch zeigt sich Walter Freller vom gleichnamigen Linzer Kunsthandel: „Die Besucher:innen sind überaus interessiert – vom Anfang bis zum Ende fragen sie dir Löcher in den Bauch“, sagt er im Gespräch mit PARNASS mit einem Lächeln. Verkäufe gab es ebenfalls: Eine Arbeit von Olga Wisinger-Florian, die bereits mehrfach auf Kunstmessen zu sehen war (145.000 Euro), dürfte eine deutsche Sammlung bereichern, ebenso ein Max Weiler (148.000 Euro).
Die Galerie Ludorff aus Düsseldorf feiert ihr 50-jähriges Bestehen mit einem beeindruckenden Max Liebermann (1,2 Millionen Euro). Die Galerie Koch aus Hannover begeht ihr 70-jähriges Jubiläum mit Verkäufen von Werken von Reiner Wagner (ab 15.600 Euro). Bei der Münchner Galerie Maulberger fand Emil Schumachers famoses Werk „Helios II“ (1992) bald nach der Eröffnung einen neuen Besitzer.

Munich HIGHLIGHTS 2025, Foto: © Jens Bruchhaus
Sylvia Kovacek setzt auf Arbeiten von Erika Giovanna Klien (zwischen 280.000 und 390.000 Euro) und eine eindringliche Zeichnung von Egon Schiele, deren dargestellte Dame die Betrachter:innen mit strengem Blick fixiert (640.000 Euro). Beck & Eggeling aus Düsseldorf zeigen unter anderem eine fesselnde Gouache von Anselm Kiefer (98.000 Euro). Bei Wienerroither & Kohlbacher reichte die abwechslungsreiche Spannweite von einem beeindruckenden Großformat von Ross Bleckner bis zu Kruzifixen von Arnulf Rainer.
Die HIGHLIGHTS Munich präsentierten sich in den Tagen der Preview optimistisch und gut gelaunt – es bleibt zu hoffen, dass sich diese Stimmung bis zum Messeende auch in solide Verkäufe übersetzt.

Munich HIGHLIGHTS 2025, Foto: © Jens Bruchhaus
HIGHLIGHTS – Internationale Kunstmesse München 2025
RESIDENZ MÜNCHEN
16. – 19. Oktober 2025

Slawomir Elsner, Der Greifswalder Hafen / Munich HIGHLIGHTS, 2025, © Munich HIGHLIGHTS
