Sommerauktionen bei KARL & FABER

Internationale Positionen von Format: Werke von Pierre-Auguste Renoir, Otto Mueller, Jörg Immendorff und Katharina Grosse stehen am 05. und 06. Juni beim Münchner Auktionshaus KARL & FABER an der Spitze der Auktion „Moderne & Zeitgenössische Kunst“.
Das sinnliche Frauenbildnis Femme à la poitrine nue, endormie von Pierre-Auguste Renoir spielt eine besondere Rolle im OEeuvre des international gefragten Impressionisten. Mit lockerem Pinselstrich und einer weichen Farbpalette hat der 78-jährige Maler 1919 sein Lieblingsmodell Andrée Heuschling im Garten von Les Collettes, dem südfranzösischen Anwesen des Künstlers, dargestellt und die Szene kurz darauf in die Gesamtkomposition seines letzten Gemäldes Les Baigneuses als Replik integriert - heute im Pariser Musée d’Orsay. Renoirs schlafende Schöne ist das Spitzenlos in KARL & FABERS Sommerauktion „Moderne & Zeitgenössische Kunst“ am 5. und 6. Juni 2025. Taxiert ist es auf 500.000 bis 700.000 Euro.
Bei der zeitgenössischen Kunst setzt Jörg Immendorffs wandfüllende Leinwand Studie zu Café de Flore, das auf 120.000 bis 150.000 Euro geschätzt ist, einen besonderen Akzent. In dem verdichteten, expressiven Tableau von 1991 zeigt er die bundesdeutsche Kunstszene als Zuschauer eines Varietés, an dessen Tischen u.a. Joseph Beuys, Georg Baselitz, aber auch der Galerist Michael Werner sitzen. Die Gemäldezyklen Café de Flore und Café Deutschland gehören zur bedeutendsten Werkgruppen des politisch ambitionierten Düsseldorfer Künstlers.

Jörg Immendorff, Studie zu Café de Flore, Schätzpreis: 120.000/150.000 Euro © KARL & FABER
Seinem Leitmotiv „Die Kunst der Sammlung“ kommt KARL & FABER insbesondere mit Werken des Nouveau Réalisme aus einer deutschen Privatsammlung nach. Für den hiesigen Auktionsmarkt wird erstmals eine konzentrierte Auswahl dieser innovativen, programmatischen Richtung präsentiert, deren Ziel die Sprengung des traditionell erhabenen Kunstcharakters war. Die Arbeiten von Arman, Jacques Villeglé, Daniel Spoerri, aber auch von Yves Klein und Christo & Jean Claude werden zu Taxen zwischen 4.000 und 100.000 Euro angeboten.
Mit herausragenden Werken der Moderne hat KARL & Faber in den letzten Jahren zahlreiche Spitzenpreise erzielt. Zwischen 400.000 bis 600.000 Euro liegen diesmal die Erwartungen für Otto Muellers Gemälde Liebespaar. Es stammt aus seiner besten Schaffenszeit. Der Expressionist war während der Entstehung um 1911 Mitglied der avantgardistischen Künstlergruppe „Die Brücke“. Mueller interessierte sich für das Ursprüngliche des Menschen, das er hier in dem expressionistisch-flächigen, aber von lyrischem Klang bestimmten Doppelakt
des Artistenpaares Milly und Sam in typisch kreidigen Farben zum Ausdruck bringt.
International gefragt bleibt der Surrealismus. Mit dem Gemälde Le Chant de la Grenouille von 1934 kommt ein fast heiteres Kabinettstück von Max Ernst zum Aufruf. Die durch unbewusste Impulse hervorgebrachte Gestalt am Ufer eines tiefblauen Gewässers soll mindesten 120.000 Euro einspielen. Fast 90 Jahre nach ihrer Entstehung kommt Yves Tanguys von Melancholie und Leere bestimmte Gouache Composition surrealiste erstmals auf den Markt, ihre Taxe liegt bei 60.000 bis 80.000 Euro.

Max Ernst, Le Chant de la Grenouille, Schätzpreis: 120.000/180.000 Euro © KARL & FABER
Unter den Papierarbeiten sticht Otto Dix´ Aquarell Rothaariges Mädchen von 1925 hervor. Schonungslos, ungefiltert und mit seinem unverwechselbaren Interesse für soziale Morbidität hat der schärfste Verist der Neuen Sachlichkeit eine bereits welkende Frau des Berliner Milieu festgehalten. Assoziationen zu seinem Gemälde Anita Berber sind rein spekulativ. Für das Blatt ist ein Mindesteinsatz von 80.000 Euro erforderlich. Mit Spannung wird die Nachfrage nach dem neusachlichen Gemälde Kaktee von Ilona Singer zur Taxe von 30.000 bis 40.000 Euro erwartet. Von der bislang unbekannten Malerin sind lediglich acht Werke registriert. In der Dezember-Auktion 2024 setzte KARL& FABER mit erzielten 203.000 Euro (inklusive Aufgeld) für ihr Gemälde Stillleben mit Kaktus und Gummibaum einen Weltrekord für die Künstlerin.
Eine Künstlerin der Gegenwart, die mit ihren farbintensiven, gesprühten Abstraktionen international für Furore sorgt, ist Katharina Grosse. Ihre Arbeit Ohne Titel von 2004 stellt ein seltenes frühes Beispiel für ihren speziellen Schaffensprozess dar, bei dem sie den Pinsel mit der Spritzpistole tauschte. Die Arbeit wird zum Schätzpreis von 100.000 bis 150.000 Euro angeboten. Eine unverwechselbare Zeichensprache hat der 2017 verstorbene A. R. Penck entwickelt. Seine besten Gemälde überspringen auf Auktionen regelmäßig die 100.000 Euro-Grenze. Die Taxe der offerierten Arbeit ich und TX von 1989 liegt moderat bei 70.000 bis 100.000 Euro. Angebote von internationalem Format sind weiterhin Roy Lichtensteins Pop-Art-Serigrafie Sweet Dreams, Baby von 1965 zur Taxe von 80.000 bis 120.000 Euro und Victor Vasarelys noch geometrisch-abstrakte Arbeit Triptiqu von 1955, dem Jahr seiner ersten Documenta-Teilnahme, zur Taxe von 40.000 bis 60.000 Euro. Als weiteres Los von hoher Attraktivität reiht sich die azurblaue, der ZERO-Kunst verwandte Leinwand Zone Riflesse des Pioniers einer
raumdurchdringenden Malerei Paolo Scheggi zur Taxe von 90.000 bis 130.000 Euro ein.
Insgesamt ruft KARL & FABER an beiden Tagen im Saal 340 Lose auf.
Alle Lose der Auktionen können online aufgerufen werden:
➡ Auktion 335 „Moderne Kunst“ Online-Katalog
➡ Auktion 336 „Zeitgenössische Kunst“ Online-Katalog
Karl & Faber Kunstauktionen GmbH
Amiraplatz 3 Luitpoldblock, 80333 München
Deutschland
Sommerauktionen: Moderne & Zeitgenössische Kunst
05.06.2025 - 06.06.2025




