Sammlung Peter Baum im Rahmen der großen Sommerauktion

Er war Museumsdirektor, Galerist, Biennale-Kommissär, Kunstkritiker, Fotograf und Sammler aus Leidenschaft. Am 16. Juni versteigert das Auktionshaus im Kinsky mehr als 250 Werke aus der Sammlung von Peter Baum, der zu den bedeutendsten Vermittlern zeitgenössischer Kunst in Österreich zählt. Klaus Albrecht Schröder bezeichnete Baum einst als „Doyen der frühen österreichischen Museumsarbeit für zeitgenössische Kunst” – eine Einschätzung, die die Bedeutung dieser Sammlungsauktion auf den Punkt bringt.
Die Auktion bietet einen faszinierenden Einblick in ein außergewöhnliches Sammlerleben, das von Leidenschaft, Kunstverständnis und persönlicher Nähe zu den Künstlern seiner Zeit geprägt ist.
Ein Leben für die Kunst
Peter Baum (* 1939) zählt zu den einflussreichsten Persönlichkeiten der österreichischen Kunstszene der Nachkriegszeit. Nach ersten Studienjahren der Rechtswissenschaften in Wien wandte er sich frühzeitig vollständig der Kunst zu. Bereits Ende der 1950er-Jahre arbeitete er als Künstler sowie als Kunstkritiker, Kulturjournalist und Fotograf für zahlreiche österreichische Zeitungen und Fachmedien.
Als Galerist leitete er zunächst die Galerie auf der Stubenbastei und danach die Galerie am Schottenring in Wien. Seit den frühen 1970er-Jahren vertrat er Österreich wiederholt als Kommissär bei bedeutenden Biennalen in Venedig, São Paulo, Sydney und Ljubljana. Zudem unterrichtete er Gegenwartskunst an der Hochschule für künstlerische Gestaltung Linz.

Hans Staudacher, o.T., 1976, Öl auf Leinwand; gerahmt 149 x 270 cm, Startpreis: € 15.000, Foto: Auktionshaus im Kinsky
Als damals jüngster Museumsdirektor Österreichs übernahm Peter Baum 1974 die Leitung der Neuen Galerie der Stadt Linz, die er bis 2004 erfolgreich führte und als Gründungsdirektor des LENTOS Kunstmuseums entscheidend formte, so prägte er dort über drei Jahrzehnte hinweg die Ausrichtung moderner und zeitgenössischer Kunst. Seit 2004 arbeitet Baum freischaffend als Kurator, Kunstschriftsteller und Auktionsexperte.
Der Sammler als Künstler
Peter Baum war jedoch nicht nur Museumsdirektor und Sammler, sondern ist auch selbst leidenschaftlicher Künstler. Bereits im Alter von zwölf Jahren erhielt er seine erste Kamera und entdeckte früh seine Begeisterung für die Fotografie. Ab den späten 1950er-Jahren arbeitete er nebenbei als Maler, Grafiker und Fotograf.
Mit seiner Kamera hielt er prominente Schauspieler, Künstler und Ausstellungseröffnungen fest und dokumentierte so ein wichtiges Kapitel österreichischer Kunstgeschichte. Das Auktionshaus im Kinsky freut sich daher besonders, auch eigene Arbeiten Peter Baums in der Auktion anbieten zu dürfen. Neben Druckgrafiken und Arbeiten auf Papier werden mehrere seiner Künstlerfotografien versteigert.

Cornelius Kolig, o.T., Plastik, Metall, H. 108 cm, Startpreis: € 7.000, Foto: Auktionshaus im Kinsky
Highlights: Nitsch, Staudacher und viele mehr
Die Sammlungsauktion Peter Baum vereint Werke namhafter österreichischer Künstler mit spannenden internationalen Positionen. Gleichzeitig bietet sie die Gelegenheit, Künstler der 1960er-, 1970er- und 1980er-Jahre neu zu entdecken.
Das Angebot umfasst sowohl Druckgrafiken, Zeichnungen und Aquarelle als auch Skulpturen und großformatige Leinwände. Mit Startpreisen ab 100 Euro bis hin zu Spitzenlosen im fünfstelligen Bereich spricht die Auktion sowohl junge Sammler:innen als auch erfahrene Kunstliebhaber:innen an.
Zu den Höhepunkten zählt eine kraftvolle Arbeit von Hermann Nitsch aus dem Jahr 1995 mit einem Startpreis von 50.000 Euro. Auch Hans Staudacher, einer der bedeutendsten Vertreter der österreichischen Abstraktion, ist mit mehr als 20 Werken vertreten, darunter ein beeindruckendes großformatiges Gemälde aus dem Jahr 1976.

Ferdinand Georg Waldmüller, Die Verlobung, 1857, Öl auf Holz; gerahmt (Originalrahmen) 78,5 x 95 cm, Signiert und datiert links unten am Sessel: Waldmüller 1857, Schätzpreis: € 350.000 - 700.000, Foto: Kinsky
Große Sommerauktion im Kinsky: 15.–18. Juni 2026
Auch abseits der Sammlung Peter Baum bietet die Große Sommerauktion im Kinsky von 15. bis 18. Juni zahlreiche hochkarätige Kunstwerke quer durch die Jahrhunderte.
Zu den Highlights zählen unter anderem die „Anbetung Christi durch die Heiligen Drei Könige“, ein marktfrisches Werk von Franz Christoph Janneck, sowie das seit Ende des 19. Jahrhunderts in Familienbesitz befindliche faszinierende Gemälde Ferdinand Georg Waldmüllers „Die Verlobung“ aus dem Jahr 1857.
Im Bereich der modernen Kunst stehen Werke von Max Weiler, Arik Brauer und Carl Moll im Fokus, allen voran Alfons Waldes eindrucksvolles Gemälde Wilder Kaiser, Büchlach. Die Auktion zeitgenössischer Kunst am 16. Juni versammelt zudem prominente Namen wie Xenia Hausner, Gottfried Helnwein, Hermann Nitsch, Arnulf Rainer, Martha Jungwirth, Franz Zadrazil und Kiki Kogelnik.
Auch Liebhaber von Jugendstil und Design dürfen sich auf besondere Raritäten freuen: Neben Arbeiten von Koloman Moser und Alfons Mucha kommt eine seltene und marktfrische Brosche von Josef Hoffmann aus britischem Privatbesitz zur Versteigerung. Die Brosche stammt aus der „konstruktiven“ Schaffensphase Hoffmanns und ist in ihrem Aufbau einem Fenster des Palais Stoclet exakt nachempfunden. Allerdings besteht sie nicht aus Glas und Mauerwerk, sondern aus Malachit, Lapislazuli und Schmuckstein-Cabochons, gefasst in Gold- und Silber. Das Modell wurde 1908/09 von der Wiener Werkstätte dreimal ausgeführt und vom Juwelier Eugen Pflaumer umgesetzt, ein Exemplar wurde vor etwa 11 Jahren im Auktionshaus im Kinsky um einen Rekordpreis versteigert.
Im Bereich Antiquitäten reicht das Angebot von Gold- und Silberschmiedearbeiten bis hin zu Skulpturen und Keramiken. Den Auftakt der Auktionsreihe bildet der dritte Teil der Geschäftsauflösung Wolfdietrich Hassfurther mit einem Schwerpunkt auf Autografen.
GROSSE SOMMERAUKTION 15.-18. JUNI
Sammlung Peter Baum – Ein Leben für die Kunst
16.06.2026, 14 Uhr, Auktionshaus im Kinsky, Wien
Alle Infos auf imkinsky.com

Josef Hoffmann, Brosche, 5,4 x 5,2 cm, Schätzpreis: ▲€ 70.000 - 140.000, Foto: Auktionshaus im Kinsky
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