Magnus Resch

Eine App will den Kunstkauf revolutionieren

Magnus Resch, Foto:www.magnusresch.com

Der in Kunstökonomie promovierte Start-up-Gründer Magnus Resch will Kunst, Wirtschaft und Technologie zusammenbringen. Der Autor von „100 Secrets of the Art World“ und „Management von Kunstgalerien“ hat eine App entwickelt, die dem User sagt, vor welchem Kunstwerk er steht und wie viel es kostet. Sogar Hollywood-Star Leonardo di Caprio hat bereits in das Unternehmen investiert, das Barrieren abbauen und mehr Transparenz im Kunsthandel etablieren will. „Magnus“ will nun für die Kunstwelt schaffen, was „Shazam“ in der Musikindustrie gelang. Die App, die laufende Musik in Sekunden betitelt, wurde 2017 um 400 Millionen Dollar an Apple verkauft.


Paula Watzl: Die Magnus-App bietet einem potenziellen Kunstkäufer die wichtigsten Eckdaten eines Werks, inklusive Preis. Dazu muss er dieses einfach mit dem Smartphone scannen. Wie kam es zu dieser Idee und wo steht die App aktuell? Magnus Resch: Wer kennt es nicht: Man steht vor einem Kunstwerk und will wissen, wer der Künstler ist. Mit meiner App bekommt man nun alle Infos: den Namen des Künstlers, den Titel und sogar den Preis. User lieben die App, weil sie einfach ist. Außerdem ist sie gratis.

PW: Sie fungiert aber auch als Ausstellungsverzeichnis und weist mit Hilfe von „Expert Picks“ auf aktuelle Termine hin. MR: Genau. Wenn ich in einer Stadt bin, weiß ich nie, welche Museen und Galerien ich besuchen soll. Die App löst das Problem: Experten empfehlen, wohin man gehen sollte, inklusive Öffnungszeiten und aktueller Ausstellungen – wie Google Maps für die Kunstwelt.

PW: Mit Ihrer App wollen Sie einen, wie Sie sagen, „elitären Kunstmarkt“ demokratisieren. Was werfen Sie dem gegenwärtigen Kunstmarkt vor? Und welche Entwicklung wünschen Sie sich? MR: Der Kunstmarkt ist in einer schrecklichen Verfassung – 30 Prozent aller Galerien machen Verluste, fast alle Künstler können nicht von der Kunst leben, Gehälter für Mitarbeiter sind unter Mindestlohn, nur ein paar wenige Galeristen, Sammler und Künstler stopfen sich die Taschen voll. Wir müssen den Kunstmarkt retten. Das funktioniert nur, wenn wir ihn endlich transparent machen.

Der Kunstmarkt ist in einer schrecklichen Verfassung.

Magnus Resch

PW: Wie soll die Rettung des Kunstmarkts zuwege gebracht werden? MR: Der Kunstmarkt ist extrem klein. Alle Akteure, also alle Auktionshäuser, Galerien und Händler, machen zusammen weltweit einen Umsatz von 50 Milliarden Dollar. Klingt viel, ist es aber nicht. Zum Vergleich: FedEx macht genauso viel Umsatz, und es gibt auch noch UPS, DHL und andere. Wenn Künstler und Galeristen in Zukunft von ihrer Arbeit leben wollen, muss der Markt wachsen. Dafür braucht es Käufer und denen wird es aktuell schwergemacht. Nirgends stehen Preise, die Provenienz ist unklar, und die Frage „Kriege ich je mein Geld wieder?“ ist offen. Kurzum: Kunst kaufen ist schrecklich. Meine App macht es leicht – in 20.000 Galerien, Museen, Messen weltweit.

Lesen Sie dAS GESAMTE INTERVIEW in unserem Special "Auctions & fine arts"

 

Palais Dorotheum

Dorotheergasse 17, 1010 Wien
Österreich

23. November 2018, 18 Uhr

Podiumsdiskussion: „Kunstmarkt global – über die Zukunft von Kunstkauf, Kunstvermittlung und Kunstmessen im digitalen Zeitalter“

Verändert Online den Kunstmarkt, haben Kunstmessen noch Zukunft und sind Unternehmenssammlungen weiterhin gefragt?

Thomas Girst, Global Head Cultural Engagement, BMW Group, München | Magnus Resch, Kunstberater, Unternehmer, MAGNUS App | Giorgio Pace, Kunstberater, Gründer der Kunst- und Designmesse NOMAD, St. Moritz und Monaco | Lisa Kandlhofer, Galerie Lisa Kandlhofer

Moderation: Robert Punkenhofer, Künstlerischer Leiter VIENNA ART WEEK

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