Ulrike Ottinger bei Kirchgasse, Steckborn

Ulrike Ottinger, Das perfekte Ebenbild und seine unaufhaltsame Mechanik, 1977, C-Print

Kirchgasse Gallery

Kirchgasse 11, 8266 Steckborn
Schweiz

KünstlerIn: Ulrike Ottinger

Titel: Madame X. Eine absolute Herrscherin

Datum: 5. Mai 2019 – 22. Juni 2019

Fotografie: Courtesy the artists and Kirchgasse, Steckborn

Ausstellungstext:

Ulrike Ottinger (*1942) gehört seit vielen Jahren zu den wichtigsten Protagonistinnen des internationalen avantgardistischen Kinos. Zu ihrem vielschichtigen Werk gehören jedoch nicht nur Spiel- und Dokumentarfilme, sondern auch Malereien, ein umfangreiches fotografisches Werk, sowie Drehbücher und Theaterinszenierungen.

Ottinger wuchs in Konstanz auf und begann ihre künstlerische Karriere in den 1960er-Jahren als Malerin in Paris. 1969 kehrte sie an den Bodensee zurück und gründete den „filmclub visuell“ sowie die Galerie und Edition „galeriepress“, in der sie unter anderem Werke von Wolf Vostell und David Hockney präsentierte. Anfang der 1970er Jahre drehte Ottinger in Westberlin ihre ersten aufsehenerregenden Spielfilme.

In der Ausstellung bei Kirchgasse werden die Drehbücher zu "Madame X. Eine absolute Herrscherin" sowie eine umfassende Auswahl an Fotografien aus dem Kontext des Films gezeigt, den Ottinger 1977 am Bodensee drehte. Diese fotografischen „Stills“ bilden einen wichtigen Teil in der Entwicklungsarbeit von Ottingers Bild- und Erzählideen. "GOLD - LIEBE - ABENTEUER"

Dieser Aufruf der Piratenkönigin erreicht die deutsche Försterin Flora Tannenbaum, Josephine de Collage, die europäische Künstlerin; Betty Brillo, amerikanische Hausfrau, die Psychologin Carla Freud-Goldmund, das Photomodell Blow Up, die Buschpilotin Omega Zentauri und Noa-Noa, die Frau aus der Südsee.

So findet sich die Frauenbesatzung der Dschunke zusammen und begibt sich unter das gebieterische Kommando der herrischen „Madame X“. Es folgen abenteuerliche Szenen voller Erotik, Eifersucht und mörderischen Konflikten. Als das Schiff wieder an Land kommt, erscheinen alle Figuren transformiert.

Das Filmgenre des Piratenfilms verbindet Ottinger in „Madame X“ mit einer komplex montierten und in extravaganter Ästhetik dargestellten Geschichte, die von persönlichem und gesellschaftlichem Aufbruch, von der Suche nach der eigenen sexuellen Identität aber auch von Macht, von Unterordnung und Eingeschlossensein auf engstem Raum handelt. Parallel zur Ausstellung ist ein Screening des Films in einem Kino geplant. Entsprechende Termine werden noch bekannt gegeben.