Schnell sein! Diese Galerieausstellungen Wiens schließen bald

Ausstellungsansicht "EL DDORADO" mit Werken von Gelatin, Meyer*Kainer, 2025, Foto: Simon Veres / Courtesy Meyer*Kainer, Wien

Die letzte Chance, in curated by einzutauchen, eine starke A. R. Penck-Schau und ein spannender Ausblick: der Galerienrundgang im Oktober.


 

Galerie Ernst Hilger

A. R. PENCK. VERTEILUNG DER BEUTE | bis 31. Oktober 2025

Ein Herzenswunsch des kürzlich verstorbenen Galeristen Ernst Hilger war es, Werke von A. R. Penck zu zeigen – und die aktuelle Ausstellung gibt ihm recht. Pencks Arbeiten sind durch seine Verwendung von fast archaischen Symbolen leicht wiedererkennbar; mit seinem typischen Strich schafft er Elemente wie Pfeile, Fünfecke, erigierte Penisse oder auch Kronen. Dies mag an Jean-Michel Basquiat oder Keith Haring erinnern, jedoch stammt der 1939 Geborene aus der früheren Künstlergeneration.
Seine visuellen Zeichensysteme deuten auf den Kampf gegen ein politisches Machtsystem; der in der ehemaligen DDR geborene Künstler war ein Dissident, der 1980 ausgebürgert wurde. Die Schau zeigt Originale, Drucke, Skulpturen und Keramik aus unterschiedlichen Schaffensphasen und ermöglicht so ein Eintauchen in die Welt der Penckschen Symbole. Nicht verpassen!

Ausstellungsansicht „Verteilung der Beute“, A. R. Penck, Galerie Ernst Hilger, 2025, Foto © Katharina Stögmüller, Courtesy of Galerie Ernst Hilger

Ausstellungsansicht „Verteilung der Beute“, A. R. Penck, Galerie Ernst Hilger, 2025, Foto © Katharina Stögmüller, Courtesy of Galerie Ernst Hilger


Galerie Meyer Kainer / curated by

EL DORADO | bis 25. Oktober 2025

Herwig Kempinger hat für das curated by Festival ein El Dorado ersonnen: Wohin man sieht, blinken Gold und wunderbare Einfälle. Ausgangspunkt ist die Beschäftigung der Künstler des 20. Jahrhunderts mit dem Edelmetall als Ideenträger und Kunstgegenstand. Die Schau startet mit dem in Wien nur selten gezeigten James Lee Byars (die letzte Soloschau fand 2026 in der Secession statt), der Gold als symbolisches und ästhetisches Element seiner Kunst und seines Denkens nützte.
Goldene Linien durchziehen starke Arbeiten von Heimo Zobernig aus den Jahren 2014–15, fantastisch jedoch sind Mathieu Maloufs Werke: Dehydrierte Löwenmähnenpilze, die auf goldfarben beschichtetes Holz angebracht sind, wirken wie die Türknäufe zu Goldkammern. Im Obergeschoss wetteifert eine Blattgold-Arbeit von Franz West mit Figuren von Gelitin. Assoziationsreich!

Ausstellungsansicht "EL DDORADO" mit Werken von Mathieu Malouf, Meyer*Kainer, 2025, Foto: Simon Veres / Courtesy Meyer*Kainer, Wien

Ausstellungsansicht "EL DDORADO" mit Werken von Mathieu Malouf, Meyer*Kainer, 2025, Foto: Simon Veres / Courtesy Meyer*Kainer, Wien


Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder / curated by

SEEDS | bis 31. Oktober 2025

In der Dependance der Galerie geht es in der von Thomas Thiel kuratierten Schau darum, wie Künstler mit KI arbeiten – und wie sie dabei noch selbst präsent bleiben können.
Marianna Simnett zeigt in ihrem Video eine sich unentwegt verändernde weibliche Figur in einem Wald, begleitet vom Flötenspiel der Künstlerin selbst. Christopher Kulendran Thomas wiederum malt von KI erzeugte Motive auf Glas, die die Gewaltgeschichte seiner Heimat Sri Lanka mit jener des westlichen Individualismus mischen. Katja Novitskovas Gebilde mischen KI-gesteuerte Bildgenerierung, 3D-Modellierung und die eigene Arbeit im Atelier. Und Simon Denny zeigt eine Leinwand, die an den italienischen Futurismus erinnert: Er lässt eine Maschine ein abstraktes Motiv pinseln, das wiederum an eine Maschine erinnert.
Ist das alles originell und überzeugend? Vielleicht nicht, aber allemal hilfreich als Einstieg in eine Welt der KI-Kunst.

Ausstellungsansicht Seeds, Curated by THOMAS THIEL, 2025, Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder, Foto: Markus Wörgötter © Bildrecht Vienna, 2025, Courtesy Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder

Ausstellungsansicht Seeds, Curated by THOMAS THIEL, 2025, Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder, Foto: Markus Wörgötter © Bildrecht Vienna, 2025, Courtesy Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder


Galerie Ruberl

PASTICCIO ZU FLORA | bis 24. Oktober 2025

Ganz analog kommt die Themenausstellung „Pasticcio zu Flora“ daher, die Arbeiten aus unterschiedlichen Jahrhunderten von etwa Olga Wisinger-Florian, Robert Mapplethorpe, Nobuyoshi Araki, Elfriede Mejchar oder Arnulf Rainer mit Gemälden von Elisabeth Plank und botanischen Modellen mischt. Das Ergebnis ist eine harmonische, interessante und im besten Sinne zeitlose Schau, die die Blume in all ihren Facetten zeigt.

Ausstellungsansicht "Pasticcio zu Flora" (zu sehen: Arnulf Rainer, Botanisches Modell einer keimenden Bohne, und 2 x Werke von Elisabeth Plank), Galerie Ruberl, 2025, Foto © Galerie Ruberl

Ausstellungsansicht "Pasticcio zu Flora" (zu sehen: Arnulf Rainer, Botanisches Modell einer keimenden Bohne, und 2 x Werke von Elisabeth Plank), Galerie Ruberl, 2025, Foto © Galerie Ruberl


Galerie Charim

ULAY | 15. Oktober – 19. Dezember 2025

Eine Vorschau zum Schluss: In der Galerie Charim wird gerade eine Ausstellung des Künstlers Ulay vorbereitet, die im Kontext der gerade laufenden Marina-Abramović-Schau in der Albertina Modern (anlässlich derer wir übrigens ein Interview mit der Künstlerin führten) wie gerufen kommt.
Der Künstler wird oft – dank zahlreicher Gemeinschaftsarbeiten – mit der serbischen Performerin assoziiert, steht jedoch diesmal selbst im Mittelpunkt. Die Arbeiten sollen sein Motto „Aesthetics without Ethics are Cosmetics“ veranschaulichen.

Ausstellungsansicht "ULAY" (zu sehen u.a. die Arbeit "Black Skull"), Charim Galerie, 2025, Foto: Flavio Palasciano

Ausstellungsansicht "ULAY" (zu sehen u.a. die Arbeit "Black Skull"), Charim Galerie, 2025, Foto: Flavio Palasciano