Maria Temnitschka – PLAN B

Den Projektraum der Galerie Ulrike Hrobsky im Wiener 16. Bezirk bespielt diesen Herbst Maria Temnitschka mit ihrem Bilderzyklus zu Dystopie und Wirklichkeit.
Der Mensch hat das Bedürfnis, ständig durch die Erschaffung seiner Wirklichkeit, sich über die Realität zu täuschen.
Auch im Bilderzyklus von „PLAN B“ (Katalog/Ausstellungstitel) beschäftigt sich die Künstlerin schwerpunktmäßig mit der Frage „was bleibt?“, „was hinterlässt der Mensch?“ – ein Kernthema von Maria Temnitschka. Recycling war das Thema in der Serie „SCHROTT“. Die Frage nach dem Wert alter Dinge hat sie im Werkzyklus „ALTES EISEN“ bearbeitet.
In der aktuellen Bilderserie „PLAN B“ stellt sie die Notwendigkeit von Flexibilität in den Vordergrund. Denn letztendlich braucht es im Hier und Jetzt mehr denn je den Plan B, insbesondere unter Bezug auf Umwelt-, Wirtschafts- und Politthemen, die Visionen und Ideen benötigen – besonders dann, wenn Plan A nicht mehr genügt. So kann es auch bei Temnitschka vorkommen, dass aktuelle Werke Bildelemente aus früheren Zyklen enthalten, die nun gedanklich überarbeitet und frisch komponiert werden.

Maria Temnitschka, Erinnerungsraum, 2025, Öl auf Leinwand, 70x60 cm, © Maria Temnitschka, Bildrecht
Ein gekonnter Spagat zwischen dem Erprobten und der Aufgeschlossenheit dem neu Erfahrenen gegenüber! Diese gedanklichen Vorgänge und Veränderungen manifestieren sich im Malprozess durch Farbgebung und Veränderungen im Bild. Das Erstgefasste überdenkt sie kritisch, setzt das Jetzt in Zeit und Raum und formuliert das Bild neu.
Utopische Behausungen, die romantischen Raumstationen ähneln könnten – Plan B – Schöner Wohnen in sehr luftigen, schwebenden durch schmale Leitern erreichbare Kapseln, Pfahlbauten, ein Schwimmbad. Ein Plan B auch, wenn Temnitschka aus ihrer Vorstellung von im Weltall schwebenden Schrotteilen („Weltraumschrott“) UFOs künstlerisch ausformt, geordnet und schön lackiert, die um den Erdball kreisen – in ihrer „TEMWELT“ installiert.

Maria Temnitschka, Survival Station 1, 2024, Öl auf Leinwand, 50x80 cm, © Maria Temnitschka, Bildrecht
Die Natur erobert mehr und mehr den Innenraum. Entweder macht sich Wasser breit oder umgekehrt zieht ein Fliesenteppich über dem Wasser malerisch eine Ebene im Bild ein und unterstreicht eine friedliche Stimmung zwischen antikem Gemäuer. Diese Täuschungen liebt sie und spielt gerne mit Ihnen. Der Mensch kommt in ihren Bildergeschichten nie direkt vor, aber er begegnet uns – auch in diesem Zyklus – unscheinbar, einer angenehmen Erinnerung gleich. Vielleicht erkennt der „Bild.er.leser“ den Bekannten – wenn er es ist – oder täuschen wir uns?
Der Mensch kommt in ihren Bildergeschichten nie direkt vor, aber er begegnet uns unscheinbar, einer angenehmen Erinnerung gleich.
Trotz all ihrem Drängen nach außen in die Natur, ihre Affinität zum „harten Material“ Metall, ausrangiertem Eisen, Weggeworfenem, zum Schrott gewordenen, kann und will die Malerin nicht verleugnen. Das Interesse an dem recycelbaren Material mit Wiederverwertbarkeit mag durch ihr Studium der Metallgestaltung kommen und diese Materialien waren und bleiben Inhalt ihrer Arbeiten, sei es im Bild als auch im Objekt.

Maria Temnitschka, Die Meeresstation, 2024, Öl auf Leinwand, 50x50 cm, © Maria Temnitschka, Bildrecht
MARIA Temnitschka. PLAN B
Projektraum Galerie Ulrike Hrobsky
Grundsteingasse 40, 1160 Wien
ERÖFFNUNG:
Samstag, 27.09.2025, 17.00
gemeinsam mit MUSAO (Museum auf Abwegen)
AUSSTELLUNGSDAUER:
bis 25.10.2025
ab 13.10. nach tel. Vereinbarung +43 676 / 518 32 01
Finissage: Samstag, 11.10.2025 17:00 Uhr
www.hrobsky.at









