Galerie Ludorff feiert mit Skulptur 2 ihr 50-jähriges Bestehen

Fünf Jahrzehnte Galeriegeschichte - das feiert die Düsseldorfer Galerie Ludorff in diesem Jahr mit Ausstellungen, die immer wieder den Blick auf das Fundament des eigenen Programms und die Historie des Familienunternehmens lenken.
Nach einer fulminanten ersten Meisterwerke-Ausstellung im Frühjahr, widmet sich die Galerie nun einer Gattung, die seit ihrer Gründung im Jahr 1975 besonderen Raum beansprucht: der Skulptur. „Skulptur 2" knüpft bewusst an die Jubiläumsausstellung „Skulptur I" an, die zum 40-jährigen Bestehen realisiert wurde, und zeigt erneut, wie vielgestaltig und lebendig raumgreifende Arbeiten in den le13ten hundert Jahren waren - und bis heute sind.
Wer die Räume an der Königsallee betritt, begegnet einer präzise kuratierten Vielfalt, die vom frühen 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart reicht. Von Georg Kalbes eindrucksvollen Bronzen und den eleganten Tierdarstellungen von Renee Sintenis über die biomorphen Formen von Hans Arp bis hin zu den raumgreifenden Konstruktionen von Martin & Brigitte Matschinsky-Denninghoff - die Ausstellung spannt einen weiten Bogen. Zeitgenössische Positionen wie Stephan Balkenhol, Katharina Fritsch, Katharina Grosse oder lmi Knoebel treten in Dialog mit Klassikern der Moderne, während Arbeiten von Heinz Mack und Norbert Kricke Bewegung in den Raum bringen.

Renée Sintenis, Galoppierendes Fohlen, 1929, Bronze, 15 cm © LUDORFF + VG Bild-Kunst, Bonn 2025
Gerade in der Gegenüberstellung entfalten die Werke ihre suggestive Kraft. Hans-Peter Feldmanns ,,Eva" hält scheinbar beiläufig einen roten Apfel- eine kleine Geste, die sofort Fragen nach Symbolik, Geschichte und Verführung weckt. Bram Bogarts „Ronde Rouge" von 2007 wiederum lässt aus massiver Farbe eine fragile, fast blühende Form entstehen. Louise Nevelsons „Night Blossom" taucht in ein Spiel aus Licht und Schatten, während Otto Pienes „Rastersonne" den Blick tastend über seine Textur gleiten lässt. Heinz Macks „Rotor" wiederum bannt durch sein vibrierendes Spiel der Reflexionen.
Es entsteht ein Panorama plastischer Ausdrucksmöglichkeiten: naturalistisch, abstrakt, konzeptuell, kinetisch. Jede Arbeit fordert die Sinne heraus - nicht nur das Auge, sondern auch das innere Erspüren, das Verhältnis von Körper, Raum und Zeit. Die Ausstellung „Skulptur 2" macht sichtbar, dass Skulptur weit mehr ist als ein Objekt im Raum. Sie ist ein Erfahrungsfeld, in dem Inneres und Äußeres ineinander greifen.
Skulptur 2
bis 18. Oktober 2025
Galerie Ludorff
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Hans-Peter Feldmann, Eva, undatiert, farbig gefasster Gips © LUDORFF + VG Bild-Kunst, Bonn 2025



