Ernst Choice – eine Ausstellung die weiterwirkt
Noch bis 29. November zeigt die Galerie Ernst Hilger eine sehenswerte Ausstellung unter dem Titel „Ernst Choice“. Am 26. November findet ein Talk mit Berthold Ecker, Silvia Steinek und Karoline Hilger in der Schau statt.
Stets offen für Neues, langjähriger Wegbegleiter einer Reihe von Künstler:innen, Förderer der jungen Generation und interessiert an außereuropäischer Kunst. All dies prägte das Galerieprogramm und auch die eigenen Sammlertätigkeit des in diesem Jahr kurz nach seinem 75. Geburtstag verstorbenen Galeristen Ernst Hilger (lesen Sie unseren Nachruf hier). So begleitete er viele Jahre Künstler wie u.a. Alfred Hrdlicka, Peter Krawagna, Gunter Damisch, Jakob Kirchmayr, Erró, Mel Ramos, Christian Ludwig Attersee, Hans Staudacher, Oliver Dorfer oder Maria Bussmann.
In den letzten Jahren kamen junge Positionen wie Eva Yurkova, Tina Dobrajc und Noushin Redjaian ins Galerieportfolio dazu, die Ernst Hilger gemeinsam mit Karoline Hilger und dem Team der Galerie erfolgreich auf Messen und in Ausstellungen präsentierte. Die Schau „Ernst Choice“ war bereits mit ihm geplant – als Auswahl besondere Werke im diesjährigen Jubiläumsjahr.
Ausstellungsansicht, Ernst Choice, Galerie Ernst Hilger, 2025, (Werke von Eko Nugroho, Cameron Platter, Gunter Damisch, Miha Strukelj, Courtesy of Galerie Ernst Hilger
Für Sammler:innen sollte ein Besuch der Ausstellung ein Must sein.
Und ein Besuch lohnt.
Denn es ist eine erlesene Auswahl. Darunter etwa eine sehr ungewöhnliche Mischtechnik von Karl Korab aus dem Jahr 1993 mit dem Titel „Fragmente“. Sie entspricht so gar nicht dem „signature style“ des niederösterreichischen Malers und Grafikers und zeigt einmal mehr, dass Ernst Hilger stets ein Auge für Besonders hatte.
Im selben Raum hängt ein figuratives Werk von Oswald Oberhuber. „Schlachtenopfer“ eine Mischtechnik auf Leinwand sowie zwei wunderbare poetische Landschaften von Peter Krawagna. Allein dafür lohnt schon ein Abstecher in die Galerie, sind doch beide Künstler wenig präsent im musealen Ausstellungsgeschehen – zu Unrecht. Es sind hier vor allem die Galerien: Welz in Salzburg und Walker in Kärnten sowie die Galerie Ernst Hilger, die Peter Krawagnas Werk beständig präsent halten.
Ausstellungsansicht, "Ernst Choice" mit Arbeiten von Peter Krawagna und Oliver Dorfer, Galerie Ernst Hilger, 2025, Courtesy of Galerie Ernst Hilger
Doch zurück zur Ausstellung. Die Vielfalt an Medien beeindruckt, ebenso wie der Mix von österreichischen und internationalen Künstler:innen – und das über die Generationen und Kontinente hinweg. Ein „Flower Girl“ von Jenny Watson, die „Wonder Woman Saga“ von 1973 (!) von Erró, Objekte des australischen Konzeptkünstlers Ian Burns und des Südamerikaners Simón Vega, ein Digital Print des amerikanischen Künstlers Eugene Lemay, Fotoarbeiten von Massimo Vitali eine Vernis Mous Radierung der amerikanischen Malerin Rose Wylie, Malerei des slowenischen Künstlers Miha Strukelj u.v.m. Auch die junge Generation ist vertreten mit Werken u.a. von Eva Yurková, Noushin Redjaian, einem C-Print von Anastasia Khoroshilova und Malerei von Tina Dobrajc.
Für Sammler:innen sollte ein Besuch der Ausstellung ein Must sein. Denn es finden sich einige Werke in der Schau, die eigentlich begehrte Sammler:innenstücke sein sollten: eine wunderbare Collage von Christian Eisenberger zum Thema „Demokratie“ von 2007, die ebenso formal wie inhaltlich nicht aktueller sein könnte, ein schöne, durchaus erschwingliche Textarbeit von Leo Zogmayer, eine Bronzeskulptur von Gunter Damisch, frühe Arbeiten von Arnulf Rainer, Hans Staudacher, Erwin Wurm und eine interessante Kohle-Pastellzeichnung auf Papier von Walter Navratil von 1977.
Ausstellungsansicht "Ernst Choice", Galerie Ernst Hilger, 2025, Werke von l.n.r. Georg Eisler, Hans Staudacher, Walter Navratil, Alfred Hrdlicka, Mel Ramos, Arnulf Rainer,
Courtesy of Galerie Ernst Hilger
Ausstellungsansicht "Ernst Choice" mit Abeiten von Christian Eisenberger, Sara Rahbar und Alfred Hrdlicka, Galerie Ernst Hilger, 2025, Courtesy of Galerie Ernst Hilger
