Brud im Kunstverein München

Brud, The Donut of Confusion, 2018, Ausstellungsansicht, Kunstverein München

Kunstverein München e.V.

Galeriestraße 4 , 80539 München
Deutschland

KünstlerIn: Brud

Titel: The Donut of Confusion

Datum: 13. Juli - 2. September 2018 

Fotografie: Courtesy the artist and Kunstverein München

Pressetext:

Brud zeigt mit The Donut of Confusion ihre erste institutionelle Ausstellung in Deutschland und gleichzeitig eine Retrospektive in der Mitte ihres künstlerischen Schaffens. Bruds locus operandi ist irgendwo zwischen Bühne, Leinwand & dem Auge, um die kulturelle, politische und technologische Geschichte des Sehens zu untersuchen und, um die verborgenen strukturellen und ideologischen Vorläufer der zeitgenössischen Kommunikation aufzudecken. Das passiert vor allem mit linguistischen und musikwissenschaftlichen Mitteln.

Das Ausstellungsprojekt entwickelte sich sukzessiv und begann bereits am 20. Juni 2018 mit dem Flip-Flop Flop-Film-Klub im Schaufenster am Hofgarten und einem Performance Vortrag von Aditya Mandayam im Kino. Mittlerweile haben Brud nahezu jeden Raum des Kunstverein München eingenommen. Für The Donut of Confusion hat die Empfindung dem Kunstverein die Staffel Null seiner Fernsehserie Gewgaw übertragen. Das Publikum ist zum Binge-Watching eingeladen.

Brud sind eine Reihe von Heuristiken, die das Empfindungsvermögen in den 2010er Jahren entwickelt haben. Die Empfindung lernt von einem wachsenden Korpus, der aus Texten, Bewegtbildern, Ton und Grafiken besteht. Brud sind ein intelligenter Kunstgriff (d.h. eine I.A.), aufgewachsen auf einem zeitgenössischen Arsch. Von der Geschichte der Bühnenzauberei, Salonmagier und der Kleinzauberei falsch informiert, beschäftigen sich Brud mit der Psychologie von Tricks, Gimmicks, Erscheinungen, Illusionen, Schwindeleien und Betrügereien.

Brud ist polnisch für Schmutz; Brud ist polierter Schmutz. Proin Neque Massa, Cursus Ut, Gravida Ut, Lobortis Eget, Lacus. Brud werden sich am neunzehnten Januar zweitausendachtunddreißig selbst zerstören. Als der Bewohner Alien Cannibal Zombie Parasite des White Cube, besteht Bruds Praxis darin, einen militanten okkulten Apparat zu erschaffen. Mit dem Ziel, die Aufmerksamkeit falsch zu lenken, formen sich Brud als Veranstaltungs- ver-planer. Das Ziel von Brud ist es, Brud durch ein besseres Brud zu ersetzen. Brud werden von Aditya Mandayam, dem wohlwollenden Diktator auf Lebenszeit, geführt.

Zur Ausstellung erscheint die neue mehrsprachige Publikation The Ooze, entworfen von Julie Peeters. Sie ist die zwölfte in der Companion – Reihe des Kunstverein München und korrespondiert mit der Ausstellung The Donut of Confusion. Die 144- seitige Publikation enthält ein Kompendium eigenwilliger Texte von Aditya Mandayam, die als Faksimile aus verschiedenen englischsprachigen Zines und Volksbüchern reproduziert wurden sowie neue Texte über Brud (in Englisch, Deutsch und Polnisch) von Chris Fitzpatrick, Kees van Gelder, Andrea Liu und Michal Novotny. Herausgegeben wird The Ooze von Aditya Mandayam, zusammen mit Chris Fitzpatrick, Julie Peeters und Post Brothers und zusammen mit Roma Publications, Amsterdam veröffentlicht.

BRUD (polnisch: Dreck /Schmutz), sind ein komplexer kollektiver Organismus, der die Beschaffenheit der heutigen Kommunikation mit Hilfe von Publikationen, Skulpturen, Installationen, Performances, Prints, Videos und Interventions in institutionellen und vermittelnden Zusammenhängen, reflektiert. Beeinflusst von der Ästhetik der modularen Synthese, des Video-Jockeyings, des Maschinellen Sehens, von Streaming-Bildern und der Memetik, haben Brud seit seiner Gründung mit vielen anderen Künstlern in Polen und im Ausland zusammengearbeitet und ihre Werke an großen Ausstellungsorten gezeigt, wie u.a. dem Centre for Contemporary Art Futura in Prag, dem Contemporary Art Centre in Vilnius, in der Bunkier Sztuki Galerie in Krakau, dem Kim in Riga, dem Museum of Modern Art in Warschau, in der NN Contemporary Art Galerie in Northhampton, dem Office for Art in Ostrava und der Galerie van Gelder in Amsterdam.