Josef Hoflehner - NIGHT WORK

23.03.2018, 10:00 bis 21.04.2018, 16:00
Galerie Nikolaus Ruzicska
Faistauergasse 12
5020 Salzburg
Österreich

Öffnungszeiten:

Montag - Freitag: 10.00 - 18.00
Samstag: 10.00 - 14.00

Kontakt:

Telefon: +43 662 630 360

E-Mail: salzburg@ruzicska.com

Open Doors am Sonntag, dem 25. März 2017 von 11.00 bis 17.00 Uhr

Signierstunde/Book Signing mit Josef Hofehner von 15.00 bis 16.00 Uhr

Faszinierend und Furcht einfößend zugleich fungiert der Topos der »Nacht« seit jeher als Inspiration für Philosophie, Literatur und bildende Kunst. In seiner vierten Einzelausstellung in der Galerie führt JOSEF HOFLEHNER (*1955, Wels) die fotografsche Umsetzung dieses Themas mithilfe höchster technischer Präzision und künstlerischer Virtuosität vor.

Leonardo da Vinci beschreibt in seinem Traktat über die Malerei (um 1490) die Schwierigkeit, die Finsternis wie auch die besonderen Farb- und Lichtverhältnisse der Nacht im Bild einzufangen. Der spannungsvolle Einsatz von Lichtquellen gehört unter anderem zur Ästhetik der Dunkelheit: waren es in vergangener Zeit Mond, Sterne und Kerzen, die wirkungsvolle Kontraste schufen, so sind es heute zusätzlich künstliche Beleuchtungskörper, die die Absenz von Helligkeit ausgleichen. Das lichtsensible Medium der Fotografe scheint wie geschafen für Erprobungen neuer technischer Möglichkeiten: seit den ersten Versuchen des ungarisch-französischen Fotografen Brassaï, der in den 1930er-Jahren das Pariser Nachtleben in schwarz-weiss festhielt, über Ansel Adams ikonischer Aufnahme Moon and Half Dome, Yosemite Valley  (1960) bis zu den Fotografen unserer Ausstellung gibt es eine stetige Entwicklung. Brassaï war noch auf künstliches Licht angewiesen, um umtriebige Nachtschwärmer in und vor zwielichtigen Etablissements mithilfe seiner Plattenkamera festzuhalten. Dem amerikanischen Fotopionier Ansel Adams gelang dank einer langen Belichtungszeit die Ablichtung des Mondes als dreidimensionales, detailreiches Objekt: eine „Nachtaufnahme“ in freier Natur, entstanden in der Dämmerung des 28. Dezember 1960.

Ein halbes Jahrhundert später begab sich JOSEF HOFLEHNER für sein Projekt NIGHT WORK auf zahlreiche Reisen durch die USA, begleitet von seinem Sohn Jakob, ebenfalls Fotograf. Gleich Ansel Adams bediente sich der Künstler langer Belichtungszeiten, um die vorgefundenen nächtlichen Szenerien als Pixelmeer mithilfe seiner Digitalkamera einzufangen. Da dieses Vorgehen das vorhandene Licht intensiviert, ergeben sich Lichtstimmungen, die mit bloßem Auge nicht wahrnehmbar sind. Die ergreifende Melancholie der nächtlichen Einsamkeit macht triviale Motive wie Einfamilienhäuser (Casper, Wyoming/Cold Night, Denver),  Straßenschilder (Mississippi) , Telefonzellen (Roadside)  und geparkte Autos (Deville, Los Angeles)  ebenso wie die hochsignifkanten Skylines der Metropolen Los Angeles, New York und San Francisco zu außergewöhnlichen Kunstwerken von sakraler Ausstrahlung. JOSEF HOFLEHNERS meisterhafte Inszenierungen bannen die beängstigende Leere und Dunkelheit der Nacht und zeugen von menschlicher Anwesenheit. Sein wichtigstes Anliegen dabei ist, zu zeigen, dass „die Welt in der Nacht völlig anders aussieht, viel spannender, und dass das Sprichwort Nachts sind alle Katzen grau  so ganz und gar nicht stimmt.“

- Katja Mittendorfer

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