Bildgeschichte_t | Leo Hainzl

Leo Hainzl, Wo_man, 2016, Kohlestift und Acryl auf Leinwand, 100 x 65 cm, Galerie kunsthaus muerz, Foto: Leo Hainzl
23.09.2017 bis 29.10.2017
galerie kunsthaus muerz
Wiener Straße 35
8680 Mürzzuschlag
Österreich

Öffnungszeiten:

Donnerstag - Samstag: 10 - 18 Uhr
Sonntag: 10 - 16 Uhr

Der Ausstellungstitel verweist auf Bild, Geschichte, Schicht. Die Werke entstehen über einen längeren Zeitraum. Sie sind eine Auseinandersetzung mit kunstwissenschaftlichen Begriffen und handwerklichen Techniken. Die Malerei 2001-08 tendiert zu einer Narration, jene ab 2009 zu einer Deskription. In der Ausstellung verbinden sie sich durch Flächen, Linien sowie Volumina. Leo Hainzls Tätigkeit umfasst die Bereiche Forschung, Produktion und Vermittlung. Jedes Medium verlangt nach einem Kontext. Zeichnung oder Malerei entstehen nicht unbedingt in einem sinnlichen Prozess, sondern eher in einem Grundkonflikt zwischen Konzept, Anspruch und Umsetzung. Im Fokus steht die Bearbeitung des Materiellen und seinem mehrdeutigen Wesen in Bildern. Die Anwendung der Farben ist teilweise kräftig oder gedämpft, manchmal monochrom oder mit Abstufungen in Schwarz-Weiss strukturiert.

Ein weiterer Aspekt ist das Hinterfragen der Selbstbezüglichkeit des Mediums als Artefakt in den zwei ersten Dekaden des 21. Jahrhunderts. Die alltägliche Bilderpräsenz wird durch Konsum oder Leid geprägt. In welcher Weise beeinflussen uns visuelle Informationen und wie verarbeiten wir sie? Malerei ist eine – in der Kunstrezeption oft kritisierte – Möglichkeit, dazu Stellung zu nehmen.

Leo Hainzl geht der Frage nach, wieviel Gegenständlichkeit in den Werken notwendig ist und setzt sich mit den Grenzen der Wahrnehmung auseinander. Die Ausstellung in der galerie kunsthaus muerz behandelt Bildreflexionen zu den Genres Landschaft, Porträt und Stillleben ab dem Jahr 2000. Verwendete Techniken sind Acryl oder Kohlestift / Acryl auf Leinwand, Karton und Papier.

Im ersten Raum zeigen Stillleben Aspekte der Kunstgeschichte des 16. und des 20. Jahrhunderts auf: Manierismus sowie Farbfeldmalerei sind abgeleitete, in den Bild-Installationen verarbeitete Elemente. Variationen von Rot, Gelb, Braun und Violett thematisieren die Prinzipien der Vergänglichkeit. Sämtliche Motive sind durch Übermalungen entschärft, Kompositionen teilweise ästhetisch aufgelöst. Diese Methode soll Bewegungsimpulse in der an sich statischen Wirkung der Malerei nachvollziehbar machen.

Leicht abstrahierte Motive behandeln im zweiten Raum die drei Themen in zeitlichen Abfolgen. Subtile Mischungen der Grundfarben Blau, Gelb und Rot mit ergänzten Nuancen in Grau unterstützen die Bildaussagen. Alpine Landschaften verweisen auf Stille, Porträts auf Verinnerlichung, Stillleben auf historische Kontexte.

Eröffnung: Freitag, 22. September, 19 Uhr

Künstlerführung: Lange Nacht der Museen, Samstag, 7. Oktober 2017, 19 Uhr

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