Schwerpunktthema - Restaurieren/Renovieren
Hat man einmal ein Kunstwerk aus dem 19. oder noch früheren Jahrhundert erstanden, muss es nicht selten zumindest gereinigt werden. Abgesehen von der Suche nach einem geeigneten Restaurator ist es vielleicht dienlich, selbst einige Grundkenntnisse zu haben. Unser Schwerpunkt setzt sich mit verschiedenen Bildträgern, Techniken und Vorgehensweisen auseinander und bezieht auch an zwei aktuellen Beispielen die Gebäuderenovierung mit ein.
Die Kunst des Restaurierens hat sich in den letzten Jahrzehnten grundlegend geändert. Oberstes Gebot sind minimaler Eingriff und Erhaltung der Originalität. Es ist noch viel komplizierter als man sich das als Laie vorstellen kann. Ein Gemälde besteht aus verschiedenen Malschichten, die es in detektivischer Weise zu ergründen gilt. Wir haben drei Restauratoren in ihrem Atelier aufgesucht, um zu sehen wie sie arbeiten. Marianne Hussl-Hörmann beschreibt dabei die Arbeit des Restaurators an einem Ölgemälde, die unterschiedlichen Schadensfälle, die Retuschen, aber auch die Mittel der Naturwissenschaften wie Röntgenstrahlen, Pigmentanalysen, die zur Beurteilung eines Kunstwerkes herangezogen werden.
Wir durften auch Einblick nehmen in die eben erst fertig gewordene Restaurierwerkstatt der Fürstlichen Sammlungen des Hauses Liechtenstein. Johann Kräftner, Leiter der Fürstlichen Sammlungen beschreibt anschaulich an Hand verschiedener Beispiele Vorgehensweise und Erfolg einer perfekten Restaurierung.
Auch die Oberflächenbehandlung von Möbeln unterliegt einem sorgfältigen Prozedere um einen harmonischen Endzustand zu erreichen.
Eine ganz andere Aufgabenstellung ist das Restaurieren auf Papier. Daghild Bartels sprach mit der Expertin Ruth Keller in Berlin, die sich ein internationales Renommee bei Auktionshäusern und Privatsammlern erwarb. Sie erklärt am Beispiel eines Paul Klee Aquarells die Problematik der Restaurierung und was für den Erhalt eines Werkes so wichtig ist. Aber auch Werke der zeitgenössischen Kunst brauchen ab und zu Hilfe, vor allem, wenn sie auf Messen reisen. Die freiberufliche Restauratorin Gloria Velandia mit Sitz in Paris und New York ist überall dort gefragt, wo sogenannte „Kunstunfälle“ auftreten und rasche Hilfe vor Ort erforderlich ist.
Wenn es um Gebäuderenovierung geht und die Denkmalpflege dazu kommt, wird die Revitalisierung zu einem anspruchsvollen Projekt. Dabei kommt immer auch die Geschichte des Gebäudes ins Spiel und wir sprechen hier auch von der Wiederherstellung einer künstlerischen Ausstattung. Johann Kräftner beschreibt die verschiedenen Renovierungsphasen des Liechtensteinpalais in der Bankgasse in Wien, dessen Außenfassade sich schon ohne Gerüst präsentiert. Die außergewöhnlich prunkvolle Innenausstattung stellte die Restauratoren vor große Probleme. Eine weitere ambitionierte Baustelle ist Schloss Stetteldorf am Wagram, das mit großem privaten finanziellen Einsatz unter Wahrung des Denkmalschutzes umfassend saniert wird. Maria Rennhofer erfuhr einiges über historische Handwerkstechniken und Gartenarchitektur.
Preis/Heft:€ 18,- (EU),