Rennfahrer und Auktionator | Hervé Poulain

05.05.17

„Das Automobil ist das mythische Objekt des letzten Jahrhunderts. In ihm drücken sich menschliche Genialität, technischer Erfindergeist und ästhetischer Esprit in Karosserie und Interieur aus. Noch mehr als jedes Kunstwerk spricht das Automobil mit dem Lärm und Geruch des Motors und der Wahrnehmung der Bewegung alle Sinne an “, so Hervé Poulain. Der heute 77 Jährige Poulain  ging als Rennfahrer insgesamt elf Mal bei den 24 Stunden von Le Mans an den Start uns ist seit mehr als vierzig Jahren Auktionator, Teilhaber von Artcurial einer der größten Auktionshäuser Frankreichs und leitet die Sparte „Motorcar“. 1975 erfand er Art-Car-Reihe von BMW erfunden, jüngst versteigerte er einen Ferrari für 32,1 Millionen Euro. Der 1957 Ferrari 335 Sport Scaglietti, chassis no.0674, aus der Pierre Bardinon Collection erzielte damit den höchsten Preis, der jemals für ein Auto in einer Auktion bezahlt wurde. Mit dem Art Car wollte ich eine Brücke zwischen der Kunst und der Industrie schlagen, zwischen zwei Welten, die sich zu dieser Zeit gegenseitig vollkommen ignoriert haben. Und ich wollte der Öffentlichkeit von Le Mans ein Geschenk machen und ihnen zeigen, dass zeitgenössische Kunst nicht nur  für Eliten reserviert ist, sondern für die breite Öffentlichkeit zur Verfügung steht.“  Poulain wählte damals Alexander Calder – „den Künstler, der die Bewegung in der Skulptur erfunden hat“ aus, das erste BMW Art Car zu gestalten. Bis heute gilt, auch dank ihm, dass Autos ihren Status von einem reinen Fortbewegungsmittel hin zu einem Kunstobjekt verändert haben und man mit ihnen auch bei Sammlern punkten kann.

Auf der Pariser Oldtimermesse „Retromobile 2017“ hat das Auktionshaus ARTCURIAL kürzlich eine ganze Kollektion von wertvollen Fahrzeugen unter den Hammer gebracht. Darunter ein Bugatti 57 Atalante aus dem Jahr 1935, ein Delahaye 135 Competition Roadster oder ein Talbot T150 C aus 1936. Die Pariser "Retromobile" Anfang Februar ist ein Fixpunkt im Auktionskalender. Die Klassiker-Messe an der Seine feierte dieses Jahre ihren 40. Geburtstag - unter anderem mit einem Rückblick auf die automobile Landschaft der späten 1970er-Jahre.

 

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